Neuer Eigentümer will Altchemnitz-Center umbauen

Das Einkaufszentrum im Süden der Stadt soll wieder flottgemacht werden. Einen Termin für einen Baustart gibt es noch nicht - beginnen soll aber alles mit Abrissarbeiten.

Um das Altchemnitz-Center (ACC) war es zuletzt eher ruhig gewesen. In dem Einkaufspark gegenüber dem Technologie-Zentrum an der Annaberger Straße hatte es seit Eröffnung des Rewe-Marktes im Herbst 2013 sowie der eines Modemarktes ein halbes Jahr später wenig Bewegung gegeben. Trotz der Ansiedlung dieser beiden großen Mieter blieb ein Großteil der Ladenflächen in den zurückliegenden Jahren frei - in der Haupteinkaufspassage nahe dem Südring sind derzeit nur die Hälfte der verfügbaren Geschäfte tatsächlich auch belegt.

Offensichtlich hatten die bisherigen ACC-Eigentümer keine Hoffnung mehr, die Situation grundlegend verändern zu können. Daher bemühten sie sich darum, das Altchemnitz-Center loszuwerden - im Herbst vergangenen Jahres fanden sie schließlich einen Käufer. Neuer Besitzer ist nun die Passat Grundstücksgesellschaft, eine Tochterfirma der Saller Unternehmensgruppe aus dem thüringischen Weimar. Saller erwarb nach eigenen Angaben die drei Gebäude des eigentlichen Einkaufszentrums sowie das Bürogebäude an der Olbernhauer Straße, nicht jedoch des Gebäude des dahinterliegenden Möbelhauses. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, heißt es aus der Saller-Geschäftsführung.

Die Unternehmensgruppe bezeichnet sich selbst nicht als Bauträger oder Immobilienentwickler, stattdessen wolle man Objekte wie das Altchemnitz-Center verbessern und langfristig im Bestand halten. Saller betreibt derzeit rund 35 Einkaufsgalerien und Fachmarktzentren in Deutschland, Tschechien, Polen und der Slowakei, darunter das Atrium in Weimar und das Gera-Carré.

Auf "Freie Presse"-Anfrage teilt Geschäftsführer Josef Saller mit, man wolle das Altchemnitz-Center umbauen. Die dafür nötige Investitionssumme schätzt das Unternehmen auf rund zehn Millionen Euro. Was konkret geplant wird, stehe noch nicht abschließend fest. Derzeit prüfe man viele Entwürfe, "wobei jeden Tag eine neue Idee dazukommt", wie Saller erklärt. Vorhandene Pläne, die man auch schon an potenzielle Mieter verschickt hatte, stellten lediglich Zwischenstände dar.

Fest steht bisher nur, dass das kleinere Einzelgebäude zwischen den beiden großen Einkaufspassagen abgerissen werden soll. Dort war einst ein Fast-Food-Restaurant untergebracht, seit dessen Auszug steht das Gebäude leer. Geschäftsführer Josef Saller betont, dass man sich bei den Umbauplänen "zwingend" an die Festlegungen des Bebauungsplanes halten werde. Eine Erweiterung der Verkaufsfläche scheint damit ausgeschlossen.

Beginnen werde man zunächst mit dem Umbau des Parkplatzes und einer damit verbundenen Veränderung der Verkehrsführung. Zudem wolle man die "diffuse und qualitativ schlechte Werbung" an der Hauptfassade des ACC vereinheitlichen und verbessern. Auch hierbei stehe aber noch nicht fest, wann die Arbeiten beginnen werden.

Die bestehenden Mieter werden laut Saller auch künftig im ACC bleiben, weitere neue Mieter sollen hinzukommen. Um wen es sich dabei handeln könnte, teilte Saller nicht mit. Neben Rewe und dem Modepark Röther gehören zu den derzeitigen Hauptmietern Rossmann, Euronics, Mäc Geiz, Ernstings Family sowie Jeans Fritz.

Der Stadtverwaltung sind die Umbaupläne für das ACC bisher nicht bekannt, teilte die Rathaus-Pressestelle mit. Für das Altchemnitz-Center gibt es laut Baugenehmigungsamt einen seit 2004 rechtskräftigen Bebauungsplan, der auch die Fläche für den Einzelhandel festschreibt. In der Stadtverwaltung geht man daher davon aus, dass sich der Eigentümer mit seinen Umbaumaßnahmen "im Rahmen des geltenden Rechts" bewegen werde.


Vom DDR-Großhandelslager zum Einkaufszentrum

Entwickler und Erbauer des Altchemnitz-Centers war in den 1990er-Jahren die Kölner Rewe-Gruppe, die auch den Neefepark errichten ließ. Auf dem Gelände hatten sich seit den 1970er-Jahren Lagergebäude von mehreren DDR-Großhandelsbetrieben befunden. In den Jahren 2006 und 2007 trennte sich Rewe von seinen Einkaufszentren in Chemnitz: Der Neefepark ging an einen britischen Investor, das Altchemnitz-Center an eine australische Immobilien-Firma.

Trotz des Verkaufs betrieb die Rewe-Gruppe unter dem Namen Toom weiter einen Großmarkt im ACC, der im November 2012 geschlossen wurde. Auf der Toom-Fläche entstand eine zweite Ladenpassage, wo sich heute unter anderem ein Rewe-Markt, eine Filiale der Drogeriekette Rossmann sowie ein Markt des Elektronik-Händlers Euronics befinden. Im Gebäude der eigentlichen Ladenpassage eröffnete im April 2014 der Modemarkt Röther. (su)

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