Pfandkisten sollen Sammlern das Leben leichter machen

Jugendliche wollen mit einfachen Holzstiegen gegen den Müll am Schloßteich vorgehen. Ein für sie absurder Vorschlag brachte die Idee dazu.

Es sind drei einfache Kisten aus hellem Holz. Diese wurden gestern von Mitgliedern des Chemnitzer Jugendforums an Müllbehältern auf der Schloßteichinsel befestigt. Auf jeder Kiste klebt ein Sticker mit der Aufschrift: "Pfand gehört daneben".

Jedem, der auf der Insel seinen Müll entsorgen will, wird dadurch schnell klar: Pfandflaschen sollen bitte nicht in den Müll wandern, sondern in die Kiste gestellt werden. Es sei entwürdigend, unhygienisch und sogar gesundheitsschädigend, im Müll zu wühlen, sagte Martin Bott, Koordinator des Jugendforums. Wer also Pfandflaschen sammelt, um sich etwas dazu zu verdienen, soll nun einfach in die Kiste greifen können. In anderen Städten sei das schon üblich, so Bott.

Die Idee dazu sei entstanden, als im Sommer die Diskussion um die überfüllten Müllbehälter auf der Schloßteichinsel entbrannte. Vor allem nach sonnigen Wochenenden, wenn dort auch gegrillt wird, liegt zunächst Abfall herum. Da habe jemand vorgeschlagen, das Grillen zu verbieten. "Die Idee fanden wir blöd", sagte Bott. Stattdessen sei der Gedanke gekommen, man könne die Müllbehälter mit Pfandkisten entlasten.

Das Jugendforum besteht aus rund zehn jungen Leuten im Alter von 16 bis Mitte 20. Sie treffen sich einmal im Monat, realisieren eigene Ideen zum Wohle der Stadt und für junge Leute. So stammt die Petition für eine Nachtbuslinie zum Alternativen Jugendzentrum AJZ an der Chemnitztalstraße von ihnen. Auch das Kunstfestival "Arschkreativ" ist ein Projekt der Gruppe. Finanziert werden das Forum und seine Ideen durch einen Jugendfonds, der beim Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit verwaltet wird.

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