Polizei-Chef: Erzgebirge ist sicherster Landkreis in Sachsen

Im Vergleich zum Vorjahr ist aus Sicht der Polizei ein leichter Rückgang bei der Kriminalität messbar. Für Wohnungseinbrüche gilt das aber nicht.

Zschopau.

Trotz der bislang registrierten Hauseinbrüche und zahlreicher Demonstrationen in diesem Jahr - der Erzgebirgskreis ist der sicherste Landkreis in Sachsen. Diese Bilanz hat Uwe Reißmann, Präsident der Polizeidirektion Chemnitz, bei einer Zusammenkunft von Bürgermeistern des Kreises im Landratsamt gezogen.

Der Polizeipräsident schätzte die Sicherheitslage im Erzgebirgskreis allgemein als stabil und gut ein. Insgesamt gebe es im Vergleich zu 2014 sogar einen leichten Rückgang der Kriminalität. Dabei handelt es sich jedoch vorerst um den Trend von Januar bis September dieses Jahres, erläuterte Rafael Scholz, Sachbearbeiter Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizeidirektion, auf Nachfrage. Bei Rauschgiftdelikten und beim Drogenhandel lägen die Vergehen derzeit auf dem Vorjahresniveau.

Doch für bestimmte Kriminalitätsdelikte gelte dieser Trend nicht. So habe beispielsweise die Anzahl der Wohnungsdiebstähle im Vergleich zu 2014 leicht zugenommen, berichtete Reißmann den Städte- und Gemeindeoberhäuptern der Region. Die Aufklärungsquote für alle Straftaten liege aktuell bei rund 60 Prozent.

Rückläufig sei zudem die Anzahl der Anzeigen von Bürgern im bisherigen Jahresverlauf. Warum das so ist, konnte die Polizei jedoch nicht erklären. Festhalten will der Polizeipräsident nach eigener Aussage an den Bürgerpolizisten.

Doch die Beamten haben dennoch mehr zu tun als in der Vergangenheit. Besonders die zahlreichen Demonstrationen machen den Polizisten nach Angaben von Reißmann zunehmend zu schaffen. Die Einsätze erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr auf das Vier- bis Fünffache, erklärte Reißmann dazu. Überwiegend sei das auf das Demonstrationsgeschehen zurückzuführen, bestätigte Rafael Scholz. Bislang verzeichnet die Polizeidirektion bei den Kundgebungen eher wenige Vorfälle, bei denen Beamten eingreifen mussten.

Trotzdem sieht der Polizei- präsident mit Sorge auf die Protestaktionen und die ihm anvertrauten Polizistinnen und Polizisten. Denn die Belastungen, die durch die Demonstrationen im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation entstehen, sieht Reißmann für seine Beamtinnen und Beamten als problematisch an.


Aufklärung von Straftaten liegt bei etwa 60 Prozent

Im Jahr 2014 registrierte die Polizei im Erzgebirgskreis nach eigenen Angaben insgesamt 13 198 Straftaten und damit insgesamt 115 Delikte -

beziehungsweise 0,9 Prozent - mehr als noch im Jahr zuvor. Damit war die Kriminalität 2014 wieder leicht angestiegen. 2013 waren nach Auskunft der Polizei insgesamt 13.083 Delikte verzeichnet worden und damit im Erzgebirgskreis 918 Straftaten weniger als noch 2012. Dabei hatte sich 2013 auch die Aufklärungsquote im Vergleich zu 2012 verbessert. Laut Polizei wurden 8290 Fälle aufgeklärt. Das entspreche einer Quote von 63,4 Prozent. 2012 lag die Quote

bei 61,9 Prozent." (tor/urm)

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4Kommentare
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    4
    Blackadder
    15.12.2015

    Warum muss ich hier an Volker Pispers denken und seine "gefühlte" Temperatur? Hier ist es eben die gefühlte Kriminalität, die sich zwar durch nichts nachweisen lässt, aber halt so empfunden wird.

  • 4
    1
    HolgerLischge
    15.12.2015

    @ hkremss: Tja, meine Eltern sind nicht die Einzigen, die Angst haben, ich kann Sie beruhigen auf dem Weihnachtsmarkt waren sie auch schon. Leider kann man sich das Land nicht mehr schön reden, ich war am Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin auf dem Alex. Mir hat es dort gereicht, ich kam mir vor wie in einem Flüchtlingsheim, davon ist der Chemnitzer Weihnachtsmarkt noch weit entfernt, wem es gefällt der soll es genießen, das wir bestimmt noch bunter und vermutlich auch friedlicher. Leider nicht meine Welt.

  • 2
    3
    hkremss
    15.12.2015

    @HolgerLischge: Vielleicht sollten Ihre Eltern ab und zu nach Dämmerung zu Fuß die Wohnung verlassen, so wie tausende andere Menschen, die die Adventszeit auf den Weihnachtsmärkten der Region unbeschwert genießen. Mag sein, dass die Statistik ihrem Gefühl widerspricht. Aber bedenken Sie die Möglichkeit, dass die Statistik NICHT gefälscht ist! Wäre das nicht eine enorme Erleichterung? Nur mal so als Idee, vielleicht bei einem Glühwein, in der Dämmerung, mit Freunden, in Chemnitz...

  • 4
    3
    HolgerLischge
    15.12.2015

    "Polizei-Chef: Erzgebirge ist sicherster Landkreis in Sachsen" Statistiken hin und her, ich wohne im Erzgebirge, nur leider fühle ich mich hier seit geraumer Zeit nicht mehr ganz so sicher, wie es mir der Polizei-Chef hier schmackhaft machen möchte. Ich habe die bedenken das sich in gar nicht allzu langer Zukunft mein Gefühl zu 100% bestätigen wir, über den Grund brauche ich wohl hier jetzt nicht genauer eingehen, das kann sich wohl jeder denken. Meine Eltern wohnen in Chemnitz, die verlassen jetzt schon kaum noch Ihre Wohnung zu Fuß wenn es draußen dämmert, vor diesen Zuständen wird das Erzgebirge nicht wegrennen können. Das Land verändert sich erschreckend.



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