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Sind an der Goethe-Grundschule ab Sommer drei oder vier erste Klassen nötig? Diese Frage ist noch immer nichtgeklärt. Die Stadtverwaltung arbeitet daran, dass drei Klassen ausreichen.

Foto: Toni Söll

Rathaus will Kinder wegen Platznot an andere Schule locken

Um eine Notlösung an der Goetheschule zu vermeiden, wendet sich die Stadtverwaltung auf ungewöhnliche Weise an die Eltern. Betroffene sind nicht begeistert.

Von Johannes Pöhlandt
erschienen am 17.05.2018

Limbach-Oberfrohna. Es ist ein ungewöhnlicher Schritt der Stadt Limbach-Oberfrohna: Auf Facebook hat das Rathaus in dieser Woche Eltern künftiger Erstklässler an der Goetheschule dazu aufgerufen, ihre Schulwahl zu überdenken. Hintergrund ist die Platznot in der größten Grundschule der Stadt. "Um eine Notlösung durch Raumteilung oder Container zu verhindern, wäre es gut, wenn sich in diesen Tagen noch einige Eltern entscheiden, ihr Kind an der Gerhart-Hauptmann-Grundschule anzumelden", schreibt die Stadtverwaltung. Eine Sprecherin erklärt, dass man Eltern, die keinen weiten Weg zur Gerhart-Hauptmann-Schule haben, zusätzlich per Brief kontaktieren wolle.

Nach aktuellem Stand müssen an der Goetheschule vier erste Klassen gebildet werden, es stehen aber nur drei Klassenräume zur Verfügung. Zunächst plante die Stadt deshalb, Container auf dem Außengelände aufzustellen. Da entsprechende Angebote aber deutlich teurer ausfielen als erwartet, wurde die Idee vorerst verworfen. Als Alternative wurde ins Auge gefasst, einen anderen Raum in der Schule als Klassenzimmer zu nutzen. Nach Angaben von Schulleiter Olaf Kreher wäre dafür die Aula geeignet, die bereits als Musikraum dient.

Die Stadtverwaltung hofft aber noch immer darauf, dass es so weit nicht kommen muss. Denn nachdem zunächst 102 Mädchen und Jungen angemeldet worden waren, hat sich diese Zahl in den vergangenen Monaten deutlich reduziert. Zum Teil haben sich Eltern doch für andere Schulen entschieden, zum Teil gab es Rückstellungen nach den Schuluntersuchungen. Nach Angaben des Landesamtes für Schule und Bildung sind noch 83 Kinder übrig. Die maximale Klassengröße liegt normalerweise bei 28 Kindern. Trotzdem reichen drei Klassen nicht aus, wie Landesamt-Sprecher Arndt Schubert erklärt. Denn einige Kinder haben einen Förderbedarf und nehmen rein statistisch 1,5 oder zwei Plätze ein. So komme man auf 87 Plätze, rechnet Schubert vor - und damit auf vier Klassen.

Um die magische Grenze von 84 zu erreichen, müsste die Stadt folglich drei Elternpaare finden, die ihre Kinder an der Gerhart-Hauptmann-Grundschule in Oberfrohna anmelden. Dort könnten sie laut Schubert problemlos aufgenommen werden: Derzeit sind 37 künftige Erstklässler registriert, was auf zwei vergleichsweise kleine Klassen hinausläuft. Der Sprecher des Landesamtes weist allerdings darauf hin, dass eine Ummeldung eines Kindes nicht ohne Weiteres möglich ist. "Es handelt sich um getrennte Schulbezirke", sagt Schubert. Eltern müssten einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung stellen, über den die Schulleitung und das Landesamt befinden.

Dabei drängt die Zeit: Am 24. Mai erfahren alle Eltern künftiger Erstklässler in Sachsen, welche Einrichtungen ihre Töchter und Söhne künftig besuchen. Auch die Schulen in Limbach-Oberfrohna seien verpflichtet, in der nächsten Woche die Briefe zu verschicken, betont Schubert. Inwiefern auch danach noch Änderungen möglich sind, möchte der Sprecher nicht beurteilen. "Normalerweise werden Ausnahmegenehmigungen im Februar oder März gestellt", verdeutlicht er lediglich. Der Stadt ist laut einer Sprecherin das enge Zeitfenster bekannt - man hoffe, in der nächsten Woche eine Lösung präsentieren zu können.

Die meisten Reaktionen, die die Stadt auf ihren Vorstoß bei Facebook erhält, sind kritisch. Kommentatoren werfen den Verantwortlichen mangelnden Weitblick vor. Man hätte das Phänomen der steigenden Schülerzahlen schon vor längerer Zeit angehen sollen, so der Tenor. Eine Nutzerin schreibt, Eltern werde die Pistole auf die Brust gesetzt.

Ähnlich äußert sich Enrico Thomas. "Das ist nicht der richtige Weg der Kommunikation", sagt der Elternrats-Vorsitzende der Goetheschule. Die Aula zum Klassenzimmer zu machen, lehnt er ab. "Für eine Klasse ist der Raum wegen seiner Größe nicht schön", erklärt Thomas. Er halte noch immer das Aufstellen von Containern für die beste Lösung. Von zusätzlichen Räumen könne nicht nur die Schule, sondern auch der Hort profitieren, erklärt der Vater.

 
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