Schicksalsschlag in der Familie macht 19-Jährige zu Firmenchefin

Eigentlich wollte die Schülerin aus Neukirchen nach dem Abitur studieren. Doch dann kam alles ganz anders.

Neukirchen.

Der Plan von Celine Lubojanski war es immer, längerfristig einmal im Geschäft der Familie mitzuarbeiten. Aus diesem Grund wollte die 19-Jährige nach ihrem Abitur auch ein Duales Studium "Mittelständische Wirtschaft" in Glauchau beginnen, für das sie bereits eingeschrieben war.

Doch das Schicksal zwang sie dazu, ihre Pläne über Bord zu werfen und sofort im Kunsthandwerk und Café am Stern in Neukirchen mitzuarbeiten. Im Januar 2017 übernahm sie schließlich die Geschäfte von ihrem Vater. Bereits 2013 erkrankte Steffen Lubojanski an Krebs. Als die Krankheit unaufhaltsam fortschritt, entschied sich die Tochter dazu, das Geschäft zu übernehmen. Nachdem sie im Sommer 2016 ihr Abitur in Chemnitz-Einsiedel absolviert hatte, stieg sie direkt am ersten Tag nach ihrer letzten Abiturprüfung ins Familiengeschäft ein.

"Ich habe meinem Vater jeden Tag über die Schultern geschaut", erzählt Celine Lubojanski. "Er hat mir gezeigt, wie man einen Betrieb führt - von der Buchhaltung, über die Herstellung erzgebirgischer Volkskunst, das Wissen über Kaffee, dem Versand von Waren, dem Einkauf bis hin zur Personalführung."

Als ihr Vater im April dieses Jahres verstarb, lag plötzlich die gesamte Last auf den Schultern von Celine Lubojanski. "Doch mein Vater hat mich gut auf die neue Herausforderung vorbereitet. Die Arbeit macht mir riesigen Spaß und ist sehr abwechslungsreich. Zudem erwartet mich jeden Tag irgendetwas Neues", sagt die Abiturientin. Sie möchte das strukturierte Arbeiten von ihrem Vater fortführen und ausdrücklich auch das Qualitätsdenken noch stärker in den Vordergrund rücken. Von ihren acht festen Mitarbeitern erhält sie dabei volle Unterstützung, ergänzt sie.

Ihre neuen Aufgaben brachten sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung ein ganzes Stück nach vorn, schätzt Lubojanski ein. "Ich möchte mich dennoch weiterentwickeln und dabei auch immer mit der Zeit gehen", sagt die Neukirchnerin. Sie hofft, dass das Konzept der Firma auch in mehreren Jahren noch gut angenommen wird. "Ich könnte mir vorstellen, in ein paar Jahren auch noch eine weitere Filiale zu eröffnen", sagt sie. Bis dahin müssen jedoch erst einmal die restlichen Arbeiten an der jetzigen Außenanlage fertiggestellt sein.

Eine weitere Aufgabe für Celine Lubojanski wird die Arbeit im Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller sein. Kürzlich wurde sie als Vorstandsmitglied in den Verband nachgewählt, da einige Mitglieder krankheitsbedingt ausgeschieden sind. "Mein Vater war bereits Mitglied seit Gründung des Vereins 1991 sowie für viele Jahre Vorstandsmitglied", sagt Celine Lubojanski.

Der Verband im Erzgebirge hat derzeit mehr als 50 Mitglieder, von denen zehn dem Vorstand angehören. Er kümmert sich um den Schutz verschiedener erzgebirgischer Warenzeichen, damit die Qualität und Einzigartigkeit der Erzeugnisse bewahrt und dadurch auch zahlreiche Arbeitsplätze erhalten werden.

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