Seniorenheim in Limbach: Richtkranz für ein Elf-Millionen-Projekt

Der Rohbau ist fertig. Auf der Suche nach Personal geht der künftige Betreiber ungewöhnliche Wege.

Limbach-Oberfrohna.

Das ungemütliche Wetter spürten die Gäste des Richtfestes selbst im Inneren des Gebäudes. Zwar ist der Rohbau des neuen Seniorenheimes an der Burgstädter Straße in Limbach-Oberfrohna fertig, doch die Innenarbeiten stehen noch aus. Deshalb tropfte in dem Raum im Erdgeschoss, der einmal zum Eingangsbereich mit Cafeteria werden soll, Wasser durch die Decke. Nicht nur Lutz Uhlig, als Geschäftsführer des Investors Theed Projekt Gastgeber der gestrigen Veranstaltung, sprach von einer "Tropfsteinhöhle".

Wenn es nach Marko Häsler geht, tropft im Seniorenheim schon bald nichts mehr. "Vor Weihnachten ist das Gebäude zu", sagte der Zimmerermeister von der Ostrauer Baugesellschaft aus der Nähe von Döbeln, die für den Rohbau verantwortlich ist. Soll heißen: Bis dahin werden die fehlenden Fenster ergänzt, nur im Erdgeschoss sind sie bereits eingesetzt worden. Außerdem werden Häsler und seine Kollegen nach seinen Angaben die Dacheindeckung komplettieren. Dann könne sich ohne Winterpause der Innenausbau anschließen, erklärte der Zimmerer, der den Richtspruch verlas und allen Beteiligten weiterhin viel Glück bei dem Vorhaben wünschte. Bislang war jenes Glück gerade mit Blick auf die Temperaturen vorhanden. Der Zeitplan sei seit Baubeginn im Juni genau eingehalten worden, berichtete Häsler. "Im August 2018 soll das Gebäude fertig sein."

Dann wird es noch etwa einen Monat bis zur Eröffnung dauern. In dieser Zeit will die Volkssolidarität Chemnitz als Betreiber das Seniorenheim einrichten. Bis alle 115 Betreuungsplätze belegt sind, könne es noch einmal bis zu einem halben Jahr dauern, sagte Volkssolidarität-Vorsitzender Andreas Lasseck. Erst dann soll es eine Feier zur Eröffnung geben. Die Verantwortlichen sind sich sicher, dass im Heim keine Zimmer leer bleiben werden. Erste Interessenten gebe es schon, sagte Volkssolidarität-Geschäftsführerin Ulrike Ullrich.

Um es den Bewohnern so angenehm wie möglich zu machen und die Kommunikation zu fördern, werden auf jeder Etage Gemeinschaftsräume und Sitzecken eingerichtet. Großzügige Fenster sollen laut Ullrich dafür sorgen, dass viel Licht in die Räume fällt. An die Wände werden großformatige Fotos mit Motiven aus der Limbacher Region gehängt. Im Hof des vierstöckigen Gebäudes, das in L-Form errichtet wird, wird ein Garten für die Bewohner angelegt. Zum Vorhaben, in das Theed Projekt etwa elf Millionen Euro investiert, gehört auch ein Parkplatz, der von der Dr.-Goerdeler-Straße aus erreichbar sein wird.

Die Volkssolidarität will für das Seniorenheim etwa 90 Mitarbeiter einstellen. "Ich bin zuversichtlich, dass das gelingt", sagte Ullrich - trotz akuten Fachkräftemangels in der Pflegebranche. Nach Angaben von Personalleiterin Melanie Tuchscherer rekrutiert der Wohlfahrtsverband auf mehreren Ebenen Personal. So arbeite man nicht nur mit klassischen Stellenausschreibungen. Gerade bei der Suche nach Auszubildenden seien die sozialen Medien wichtig, erklärte Tuchscherer. Sogar ins Ausland knüpfe die Volkssolidarität Kontakte. "Wir schreiben unter anderem in Italien, Albanien, Kroatien und Rumänien Stellen in der Landessprache aus und führen vor Ort Bewerbungsgespräche", sagte Tuchscherer. Bevor Bewerber eingestellt werden, seien Deutschkurse noch im Heimatland obligatorisch. Die meist jungen Migranten seien bei den Bewohnern der Heime sehr beliebt, berichtete die Personalleiterin. "Oft bringen sich beide Seiten gegenseitig Sprachen bei. Zum Beispiel kann ein Bewohner von einem Italiener etwas Italienisch lernen, und der Italiener lernt etwas Sächsisch."

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