So könnte die neue Bahnhofstraße aussehen

Erste Entwürfe zeigen, wie sich Investoren die Neubauten an der Johanniskirche und am Tietz vorstellen. Im Rathaus hofft man auf eine Belebung der City, unter den Chemnitzern überwiegen hingegen eher Befürchtungen.

Es sind nur erste Konzeptzeichnungen, und doch zeigen die Pläne der Investoren, wie sich das Gesicht der Bahnhofstraße in wenigen Jahren verändern könnte. Mehrgeschossige Wohn- und Bürogebäude mit großen Fenstern könnten dann die innerstädtische Verkehrsachse zwischen Kulturkaufhaus Tietz und Technischem Rathaus beherrschen, die Fassaden klar gegliedert mit einer Verblendung aus roten Backstein-Klinkern oder weißem Putz, im Erdgeschoss Ladengeschäfte mit dominanten Schaufenstern.

Baubürgermeister Michael Stötzer (Grüne) hat die Entwürfe in einer Bürgerversammlung in der Johanniskirche erstmals öffentlich gezeigt. Dabei machte er auch die Intention der Investoren deutlich: Mit den Ziegelfassaden soll zum Beispiel die Architektur von markanten Gebäuden in der Nachbarschaft aufgenommen werden - wie der Industrieschule oder dem Agricolagymnasium im Park der Opfer des Faschismus.

Die Pläne sehen den Neubau von insgesamt sechs Gebäuden vor - zwei davon auf dem Tietz-Parkplatz, vier weitere auf dem Grundstück des heutigen Parkplatzes an der Johanniskirche zwischen Zschopauer und Augustusburger Straße. Die dort vorgesehenen Bauwerke bilden künftig ein eigenes städtebauliches Viertel - die sogenannte Johannisvorstadt.

Die dem Park der OdF zugewandten Karrees und Gebäude sollen vor allem Wohnungen vorbehalten sein. Im Neubau neben dem Tietz könnte ein Hotel entstehen; im Erdgeschoss ist zudem Einzelhandel vorgesehen. In das Karree an der Bahnhofstraße neben der Johanniskirche sollen Arztpraxen einziehen, zudem sind dort Wohnungen für ältere (betreutes Wohnen) sowie jüngere Chemnitzer (Studentenwohnungen) geplant.

Während der Baubürgermeister auf zwei neue urbane Viertel und eine weitere Belebung der Innenstadt hofft, fürchten Anwohner negative Auswirkungen der Neubebauung. Kritik gab es in der Bürgerversammlung vor allem wegen der wegfallenden Parkplätze: So äußerte eine Mitarbeiterin der Stadtbibliothek die Sorge, dass vor allem ältere Nutzer die Einrichtung künftig meiden könnten, wenn es die Stellflächen vor dem Tietz nicht mehr gibt. Ein anderer Besucher der Veranstaltung wies darauf hin, dass den Parkplatz an der Johanniskirche derzeit vor allem Pendler nutzten.

Michael Stötzer versuchte diese Befürchtungen zu entkräften. Zum einen werde es unterhalb der Neubauten Tiefgaragen geben, die den Verlust an Stellflächen zumindest teilweise kompensieren werden. Zum Parkplatz an der Kirche erklärte er, interne Untersuchtungen der Bauverwaltung hätten ergeben, dass das Areal zwar von Pendlern genutzt werde, diese aber häufig beim Energieversorger Eins angestellt seien, der seinen Sitz noch an der Augustusburger Straße direkt gegenüber hat. Mit dem Neubau der Eins-Hauptverwaltung an der Bahnhofstraße werde man aber dort Stellplätze schaffen, sodass sich das Minus bei der Anzahl der Parkflächen in Grenzen halten werde, so Stötzer.

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