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Vier Brachen in Burgstädt, von links oben im Uhrzeigersinn: die alte Post an der Goethestraße, der ehemalige Kindergarten an der Villa am Ahnataler Platz, die ehemalige Tierarztpraxis an der Friedrich-Marschner-Straße und ein Wohnhaus mit Mansardendach an der Bahnhofstraße.

Foto: Andreas Seidel

So sieht das Konzept gegen Brachen aus

In Burgstädt und Taura sind 70 leerstehende Gebäude aufgelistet worden. Ein Großteil soll abgerissen werden. Aber es gibt auch andere Ideen.

Von Bettina Junge
erschienen am 08.11.2017

Burgstädt. Der Stadtrat Burgstädt hat den Weg frei gemacht für den Abriss von Brachen, die seit Jahren leerstehen und einen Schandfleck bilden. Einstimmig wurde am Montagabend ein Brachen-Konzept verabschiedet. Im Katalog enthalten sind 70 Objekte in Burgstädt und Taura, die sich größtenteils in Privatbesitz befinden.

"Jetzt haben wir Rahmenbedingungen für die Ruinen", sagte Bürgermeister Lars Naumann. Es bestehe kein Zwang für die Hauseigentümer. Es werde eine Empfehlung nahegelegt. Die Stadt habe ein generelles Interesse, Brachen abzureißen oder einer neuen Nutzung zuzuführen, heißt es in der Begründung. Bauliche Missstände und Gefahrenquellen sollen beseitigt werden. Von den elf Industrie- und Gewerbebrachen in Burgstädt sollen zehn ganz oder teilweise zurückgebaut werden. Von den 47 Wohnbrachen sollen 23 ganz oder teilweise abgerissen werden. Die beiden Sozialbrachen - Gasthof Erbgericht und das ehemalige Altenpflegeheim an der Taurasteinstraße - sollen teilweise zurückgebaut werden. "Freie Presse" nennt vier markante Beispiele. Dort wird aufgezeigt, dass nach einer Sanierung ein Fortbestand angestrebt und ausdrücklich gewünscht wird.

Alte Post: Im Jahr 1929 ist das Haus an der Goethestraße 1 in Burgstädt gebaut worden. Bis 1997 wurden dort alle Geschäfte der Post abgewickelt. Das Haus wurde verkauft und die Deutsche Post blieb Mieter, sagt Post-Pressesprecherin Tina Birke. Im Untergeschoss ist der Zustellstützpunkt untergebracht, von dem aus morgens die Zusteller zu ihren Kunden starten, nachdem sie ihre Fahrzeuge mit Briefen und Pakete beladen haben. Es sei kein Umzug geplant, ergänzt sie. Alle anderen Dienstleistungen wie Postbankgeschäfte und Briefmarkenverkauf werden in speziellen Geschäften in der Stadt angeboten. Laut Brachenkonzept soll das prägnante, stadtbildprägende Gebäude erhalten werden. Allerdings sei das Gebäude sanierungsbedürftig. Die günstige Verkehrsanbindung - Nähe zum Bahnhof und zur A 72 - sowie die Gebäudegrundrisse legen eine gewerbliche Nutzung nahe, heißt es. Vorgeschlagen wird ein Depot. Eine Sanierung und gewerbliche Neunutzung wird vorgeschlagen. Sprecherin Birke kann nichts dazu sagen, weil die Deutsche Post nicht Eigentümer ist. Das Haus wird als Denkmal geführt.

Ehemaliger Kindergarten: Die alte Villa mit Nebengebäuden am Ahnataler Platz, die später als Kindergarten genutzt wurde, erhielt viele Anbauten. 1872 wurde das Haus errichtet. Der vorhandene Putz ist nur noch teilweise original und auch die alte Innenausstattung ist kaum noch vorhanden, heißt es im Gutachten. Doch das Gebäude sei stark ortsbildprägend und stelle den Eingang zur Innenstadt dar. Der Erhalt durch Sanierung sei anzustreben. "Wir haben das Gebäude teilweise saniert", sagt Miteigentümerin Jeanette Irmscher. Die Familie, der auch Nachbargebäude gehören, erwäge den Verkauf der Immobilie, das unter Denkmalschutz steht.

Einstige Tierpraxis: Das Wohnhaus an der Friedrich-Marschner-Straße 3 ist 1904 gebaut worden. Um 1950 befand sich dort ein Gewerbe samt Stall. Lange Zeit wurde das Haus als Tierarztpraxis genutzt. Etwa seit dem Jahr 2000 wird das Haus nicht mehr genutzt, heißt es im Gutachten. Bei dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude bestehe Sanierungsbedarf. Erst danach könnte es wieder neu als Wohnhaus mit Gewerbe genutzt werden. Das Haus gilt als Denkmal.

Leerstehendes Wohnhaus: Das Mietshaus mit einem Laden an der Ecke Bahnhofstraße 3 ist baugeschichtlich von Bedeutung, heißt es im Gutachten. Das Gebäude wurde 1893 gebaut und um 2005 leergezogen. Das Denkmal-Haus weist Balkon, Türmchen sowie Putzquader an den Ecken auf. Im Jahr 1990 erfolgte laut Brachen-Konzept eine Fassadenänderung. Der Erhalt des prägnanten Hauses gegenüber vom Bahnhof werde empfohlen. Die Immobilie stand bereits mehrfach zum Verkauf. Aber Interessenten waren entweder abgesprungen oder sahen den Erwerb nur als Geldanlage, heißt es. Es gab auch Konzepte, dort eine Gaststätte zu etablieren.

 
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