Spendenflut macht Familie überglücklich

Dank Hunderter Leser der "Freien Presse" können Jana Kießl und ihre Drillinge optimistisch ins neue Jahr blicken. Das gibt ihnen Kraft auch noch für die Bewältigung manch anderen Problems.

Bernsdorf.

Nein, mit einem solchen Ergebnis hätte sie nie und nimmer gerechnet. "Ich bin völlig sprachlos und einfach überwältigt", sagt Jana Kießl, als sie vom Ergebnis der Spendenaktion erfährt, zu der der Verein "Leser helfen" im November aufgerufen hatte. Mehr als 40.000 Euro sind innerhalb weniger Wochen zusammengekommen, um die alleinerziehende Mutter 17-jähriger Drillinge bei der Lösung eines Problems zu unterstützen, das ihr vor kurzem noch als kaum lösbar erschien: der Finanzierung eines rollstuhlgerechten Autos, das der Familie in Zukunft den Alltag erheblich erleichtern soll.
Vor allem Sabrina Kießl, eines der Drillingsmädchen, wird von der Anschaffung profitieren. Wie ihre beiden Schwestern Alina und Vanessa lebt sie aufgrund unerwarteter Komplikationen bei der Geburt mit körperlichen Behinderungen. Allerdings sind diese bei ihr deutlich stärker ausgeprägt. Sie ist im Rollstuhl unterwegs und kann seit einer Verschlimmerung ihrer Erkrankung vor anderthalb Jahren ihre linke Hand fast nicht mehr einsetzen.

Ein moderner Elektrorollstuhl sorgt dafür, dass Sabrina trotzdem mobil bleibt und sich selbstständig fortbewegen kann. Das Problem: Der schwere Rolli passt nicht in das Auto von Mutter Jana Kießl, sodass er ihr bislang nicht ganztägig zur Verfügung stehen kann. In den vergangenen Monaten war sie in erster Linie in der Schule mit ihm unterwegs - Sabrina besucht wie ihre Schwester Alina eine berufsvorbereitende Maßnahme im kaufmännischen Bereich im SFZ-Berufsbildungswerk an der Flemmingstraße.

Nach Schulschluss heißt es dann jeweils: Umsteigen in einen Klapprollstuhl, den Sabrina allerdings nicht selbst bewegen kann. Eine für alle Beteiligten beschwerliche Prozedur, die sich obendrein innerhalb weniger Stunden oft noch mehrfach wiederholt. Denn fast immer stehen nachmittags Termine in Reha-Einrichtungen und bei Therapeuten an.

Diese Beschwerlichkeiten aber dürften dank der Spendenbereitschaft der "Freie Presse"-Leser bald der Vergangenheit angehören. Für die Finanzierung des dringend benötigten neuen Fahrzeugs sind Zuwendungen von fast 900 Spendern eingegangen, so der Verein "Leser helfen". Auch privat haben Jana Kießl und ihre Töchter in den vergangenen Wochen viel Zuspruch erfahren. "Jedes Wochenende, wenn ein neuer Bericht in der ,Freien Presse' erschienen ist, glühte das Handy", erzählt die 38-Jährige. "Ob beim Friseur oder bei den Therapeuten - es gab immer positive Reaktionen."

Das hat den vier Kießls auch Kraft gegeben, um sich um die anderen Baustellen in ihrem Leben zu kümmern. Sabrina und Alina etwa sind auf der Suche nach einem Praktikumsplatz; von Ende Januar bis Februar. Ihrer Schwester Vanessa steht ein Bewerbungsgespräch für eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin in Aussicht. "Sie macht derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bethanien-Krankenhaus, das ihr sehr viel Freude bereitet", schildert Jana Kießl. Weniger erfolgreich hingegen sei bislang die Suche nach einer neuen, rollstuhltauglichen Wohnung verlaufen. "Es ist ganz, ganz schwer, da etwas Geeignetes zu finden, das trotzdem noch bezahlbar ist", resümiert Jana Kießl ihre bisherigen Bemühungen.

Nun aber ist erst einmal Weihnachten angesagt. An allen Feiertagen und auch am 27. Dezember sind Familientreffen geplant. "Alles in allem aber werden wir es eher ruhig angehen", sagt Jana Kießl. "Auch allen Spendern wünschen wir erholsame Festtage im Kreis ihrer Familie und einen guten Start ins neue Jahr. Es ist schön zu wissen, dass es auch in der heutigen Zeit so viele Menschen mit Herz und Liebe gibt."

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