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Der Spielplatz am Eingang zum Tierpark ist ein beliebter Anlaufpunkt für junge Familien mit Kindern. Doch die zuletzt 2004 erneuerten Spielgeräte und Holzpalisaden sind stark verschlissen. Eine Reparatur lehnt die Stadtverwaltung dennoch ab.

Foto: Andreas Seidel

Spielplatz am Tierpark droht die Schließung

Die Stadtverwaltung sieht derzeit keine Möglichkeit zur Reparatur der maroden Geräte. Und das liegt nicht in erster Linie am Geld.

Von Michael Brandenburg
erschienen am 11.04.2018

Reichenbrand. Für Generationen von Chemnitzern ist er ein Begriff. Der Spielplatz am Tierpark gehört zu den beliebtesten Anlaufpunkten für Eltern und Großeltern mit ihren Kindern und Enkeln bei Ausflügen an den Pelzmühlenteich. Doch der Zustand der zuletzt 2004 neu aufgestellten Geräte verschlechtert sich schon seit Jahren zusehends, einige wurden bereits demontiert. Dennoch schließt die Stadtverwaltung eine Reparatur aus, wie Stadtrat Andreas Marschner (CDU) jetzt auf Anfrage aus dem Rathaus erfahren hat.

"Der Zustand der Spielgeräte ist altersbedingt schlecht, eine Reparatur nicht mehr wirtschaftlich", erklärt Baubürgermeister Michael Stötzer dazu wörtlich. Insbesondere die in Asphalt eingefassten Holzpalisaden sowie das Spielschiff seien so stark beschädigt, dass sie nicht mehr mit geringem Aufwand repariert werden könnten. Allein die Sanierung der Palisaden und des angrenzenden Weges werde mit etwa 80.000 Euro veranschlagt, so Stötzer weiter.

Trotz dieser Mängel gehe die Stadtverwaltung aber "nach gegenwärtigem Stand" davon aus, "dass die vorhandenen Geräte in der Saison 2018 noch zur Verfügung stehen". Wie es anschließend weitergehen soll, lässt der Bürgermeister in seiner Antwort an den Stadtrat offen. Marschner hatte unter anderem angefragt, ob und wenn ja wann, mit der Sperrung oder dem Abbau weiterer Spielgeräte gerechnet werden muss und ob die Stadtverwaltung kurzfristige Gegenmaßnahmen vorbereitet hat.

Doch davon ist in Stötzers Antwort keine Rede. Er verweist stattdessen auf die hohen Kosten und erinnert an bestehende Pläne, den Spielplatz komplett zu erneuern. Auf der entsprechenden Internetseite der Stadt stand noch gestern: "Eine Neugestaltung des Spielplatzes ist bis Frühjahr 2016 geplant." Der Baubürgermeister nennt jetzt als ursprünglich vorgesehenen Zeitraum das Jahr 2017. Doch um für die Neugestaltung wie geplant Fördergeld aus dem Programm "Brücken in die Zukunft" verwenden zu können, müsse der Spielplatz dauerhaft öffentlich nutzbar bleiben.

Ob diese Bedingung erfüllt werden kann, hänge jedoch vom neuen Konzept für den Tierpark ab. Denn dieses könnte auch vorsehen, dass der Spielplatz in den Tierpark einbezogen und damit nur noch für zahlende Besucher zugänglich wird. Doch das Entwicklungsprogramm, das von den Stadträten zur Erhöhung der Attraktivität des Tierparks dringend gefordert wird, lässt schon seit Jahren auf sich warten.

Zuletzt hatte der zuständige Bürgermeister Miko Runkel den Masterplan, der von einem Unternehmen aus Markkleeberg bei Leipzig erarbeitet wird, für dieses Frühjahr angekündigt. Einen genaueren Termin nannte die Stadtverwaltung gestern auf Nachfrage nicht. Da derartige Konzepte - selbst wenn sie vorliegen - erfahrungsgemäß nicht von heute auf morgen umgesetzt werden, sorgt sich CDU-Stadtrat Marschner, ob die verbliebenen Spielgeräte am Tierpark noch so lange durchhalten. "Die Argumentation der Stadtverwaltung ist nicht nachvollziehbar", sagt er. "Sie hat die Spielgeräte mit der Begründung vergammeln lassen, dass das Tierpark-Konzept noch nicht vorliegt." Das sei den Chemnitzern nicht zu vermitteln, so Marschner. Aus seiner Sicht führt daher im Stadtrat "kein Weg daran vorbei", kurzfristig Geld für Reparaturen am Tierpark-Spielplatz bereitzustellen.

 
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Spielplatz am Tierpark droht die Schließung
Kommentar: Machtwort nötig
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 13.04.2018
    09:49 Uhr

    Blackadder: @cn3boj00: Ja genau so steht es doch auch im Artikel, dass es sein kann, das das Gelände mit in den Tierpark einbezogen wird.

    2 0
     
  • 12.04.2018
    19:36 Uhr

    cn3boj00: Na ja den Masterplan soll es ja nun bald geben. Aber ich versteh nicht wieso eine Spielplatzinstandhaltung damit was zu tun hat. Es sei denn man hat vor, den Platz in den Tierpark zu integrieren und den Spielplatz dabei zu opfern. Das wäre extrem fies für das ganze Pelzmühlengelände! Ich hoffe die Stadträte passen da auf!. Vielleicht schreibt ja mal jemand an den Müller?

    0 4
     
  • 12.04.2018
    10:20 Uhr

    Blackadder: @Eltdix: Es gibt keinen Masterplan für den Tierpark und genau DAS ist das Problem. Wäre schön, wenn die Leute hier auch den Text lesen würden, den sie kommentieren.

    3 1
     
  • 12.04.2018
    09:22 Uhr

    Eltdix: Das es am Geld liegt kann ich nicht glauben, es ist ein rein Ideologisches Problem in Chemnitz. Theater, Museen und Profifussball, alles andere wird nachgeordnet, dass die Kinder dabei auf der Strecke bleien interessiert nicht.
    So kann es auch nicht verwundern, wenn der sogenannte Masterplan für den Tierpark im Stadtrat gleich, ohne vorher die Bürger über das Machwerk zu informieren durchgewinkt werden soll...

    1 1
     
  • 11.04.2018
    21:44 Uhr

    cn3boj00: Es ist doch immer das gleiche. Ganz Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einem Projekt BER. Es wird viel geredet, alles muss vom Besten sein, und nichts wird mehr auf die Reihe gebracht. Sopielplätze sind so ein typisches Beispiel. Bei der Neuanlage muss alles vom Feinsten sein, nicht praktisch und haltbar, sondern Designer-Einzelstücke vom Holzgestalter. Dann hat das Ganze so viel gekostet, dass man nicht mal den Tausender hat um jedes Jahr für eine notwendige Instandhaltung zu sorgen, die lange Freude garantiert. Es gammelt so vor sich hin, bis man nach 10 Jahren merkt dass eine Instandhaltung zu teuer wird. Dann hat man Geld und macht ein Konzept, und das hängt dann von einem anderen Konzept hat, und dann verschiebt man den Plan und verschiebt ihn wieder und bis man alles hat ist wieder kein Geld mehr da, und dann bleibt nur die Schließung.
    In einem ordentlich geführten Haushalt würden einmal im Jahr im Frühjahr oder Herbst 2 Handwerker für maximal 3 Tage kommen und kleine Schäden ausbessern, Anstriche erneuern, großere Schäden zur zeitnahen Reparatur anmelden, alles ohne große Pläne. Einfach machen (so redet der SPD-Müller doch immer). Aber reden ist das eine, machen das andere.

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