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Frauke Günther trainiert mehrere Gruppen des Schwimmsport- und Tauchsportvereins im Limbomar. Die Stoppuhr ist für die 63-Jährige nicht nur bei den Übungsstunden ein wichtiges Utensil: Günther ist auch als Kampfrichterin tätig.

Foto: Andreas SeidelBild 1 / 3

Sportvereine und Wasserwacht: Wo sich Ehrenamtler engagieren

Die Stadt hat zwei Männer für ihr Engagement ausgezeichnet. Auch eine Frau wurde geehrt. Sie setzte sich am Rande der Veranstaltung ein sehr ambitioniertes Ziel.

Von Johannes Pöhlandt
erschienen am 07.12.2017

Limbach-Oberfrohna. Der Stadtrat hatte eine schwere Wahl zu treffen. 21 Vorschläge waren für die Ehrenamts-Auszeichnung in Limbach-Oberfrohna in diesem Jahr eingereicht worden. Doch nur drei der Nominierten konnten die Ehrennadel der Stadt, die mit je 1000 Euro Preisgeld verbunden ist, erhalten. Am Dienstagabend wurden Frauke Günther, Michael Dietrich und Lutz Löbel im Esche-Museum geehrt. Oberbürgermeister Jesko Vogel lobte die Ehrenamtler: "Sie alle machen mit Ihrem Engagement Limbach-Oberfrohna lebenswert." Die "Freie Presse" stellt die Preisträger vor.

Die Schwimmtrainerin: Wer alle Funktionen aufzählen will, die Frauke Günther beim Schwimmsport- und Tauchsportverein (STV) Limbach-Oberfrohna übernimmt, braucht einige Minuten. Die Verlagsangestellte leitet zweimal pro Woche das Schwimmtraining im Limbomar - sowohl für Kinder- als auch für Erwachsenengruppen. Sie meldet ihre Schützlinge zu Wettkämpfen an und koordiniert die Fahrten dorthin. Günther trägt zudem als ausgebildete Kampfrichterin dazu bei, dass Wettkämpfe überhaupt stattfinden können. Damit nicht genug: Die 63-Jährige ist auch als Funktionärin im Kreissportbund und im Bezirksschwimmverband tätig. Beim STV bekleidet Günther das Amt der Vizepräsidentin. Da verwundert es nicht, dass STV-Präsident Holger Schmeißer sagt: "Ohne Frauke gäbe es im Verein eine Riesenlücke."

Schwimmen war schon immer ein wichtiger Teil von Günthers Leben. "Als ich zwölf Jahre alt war, habe ich in einer Betriebssportgemeinschaft angefangen", berichtet sie. Heute sei es ein tolles Gefühl, wenn Nachwuchs-Schwimmer bei Meisterschaften gute Ergebnisse erzielen. Noch immer steigt Günther aber auch selbst ins Becken und nimmt an Senioren-Wettkämpfen im Brustschwimmen teil. Am Rande der Ehrennadel-Verleihung formulierte sie ein ehrgeiziges Ziel: "Ich möchte einmal bei Weltmeisterschaften ganz oben auf dem Treppchen stehen." Bislang steht als bestes Ergebnis ein achter Platz zu Buche, den Günther bei der Senioren-WM 2015 im russischen Kasan einfuhr.

Der Rettungsschwimmer-Chef: Auch Michael Dietrich verbringt einen Großteil seiner Zeit im Limbomar. Dies ist nicht erstaunlich, wenn man weiß, dass der 52-Jährige als Schwimmmeister dort angestellt ist. Doch selbst nach Feierabend bleibt Dietrich oft vor Ort. Denn er ist seit 2003 Vorsitzender der Wasserwacht Chemnitzer Umland, deren Mitglieder im Hallenbad trainieren. Die Rettungsschwimmer des Vereines sichern nicht nur den Badebetrieb in den Freibädern Rußdorf, Hartmannsdorf und anderswo in der Region ab, sondern sind im Sommer auch an der Ostsee aktiv. Nachdem Dietrich jahrelang als Trainer und Ausbilder Schwimmen, Tauchen und Erste-Hilfe-Maßnahmen vermittelt hat, konzentriert er sich nun auf die Organisation. "Ich bin aber noch immer regelmäßig beim Training dabei und helfe, wenn es nötig ist", sagt Dietrich.

Stolz ist er darauf, dass sich unter den gut 200 Mitgliedern des Vereins 50 Kinder befinden, von denen viele sehr erfolgreich sind. So errang eine Gruppe der Acht- bis Zehnjährigen bei den Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen in diesem Jahr den vierten Platz. Landesmeistertitel sowohl im Jugend- als auch im Erwachsenenbereich sind inzwischen zur Routine geworden. "Wir sind fast schon traurig, wenn es nur zum zweiten Platz reicht", berichtet der Vereinschef. Ein Umstand begünstigt, dass Dietrich für sein Hobby einen enormen Zeitaufwand betreiben kann: Wenn er zur Wasserwacht aufbricht, muss er seine Familie nicht zurücklassen. Seine Frau und die beiden Töchter sind ebenfalls im Verein aktiv.

Der Fußballvereins-Chef: Wer eine Veranstaltung in Pleißa besucht, kann ziemlich sicher sein, dass er sie auch Lutz Löbel verdankt. Denn der 55-Jährige ist nicht nur Vorsitzender des TuS Pleißa, sondern bringt sich als Mitglied des Heimatvereins auch beim Dorffest, Drachenfest und Adventssingen mit ein. "Ich kann eben nicht Nein sagen", sagte Löbel während der Ehrenamts-Feierstunde. Das war auch vor knapp zehn Jahren der Fall, als der Pleißaer Sportverein plötzlich ohne Führung dastand. Auf Drängen von Vereinsmitgliedern und seiner Frau habe er sich zum Vorsitzenden wählen lassen, berichtet Löbel, der seit 45 Jahren im Verein aktiv ist.

Dass der Job als Vereinschef manchmal herausfordernd ist, verschweigt der Pleißaer nicht. "Genügend Trainer zu finden, ist sehr schwer", stellt der Filialleiter eines Chemnitzer Elektronikgeschäfts fest. Und wenn man Übungsleiter gefunden hat, springen diese nach Löbels Erfahrung oft nach wenigen Jahren aus beruflichen oder familiären Gründen wieder ab. Da er regelmäßig mit Problemen der Mitglieder konfrontiert werde, fühle er sich manchmal wie ein Seelsorger, sagt Löbel. Trotzdem hat er den Spaß an seiner Tätigkeit nicht verloren. Während seiner Dankesrede kündigte der Familienvater an, bei der nächsten Vorstandswahl erneut kandidieren zu wollen.

 
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