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"Die Chemnitz lebt" heißt das Werk von Georg Dick und Peter Kallfels, das ebenfalls während des Kunstprojekts entstand. Es ist auf der Fußgängerbrücke in Nähe der Janssenfabrik zu finden - und schon seit langem beschmiert.

Foto: Andreas SeidelBild 1 / 3

Stadt verspricht mehr Geld für Kunst im öffentlichen Raum

Die Kassenlage ist gut: Nach jahrelanger Finanznot will das Rathaus jetzt das Budget für künstlerische Projekte erhöhen. Vier restaurierte Skulpturen sollen wieder aufgestellt werden - und ein altes Festival eine Renaissance erleben.

Von Benjamin Schaller
erschienen am 14.06.2018

Chemnitzer Künstler üben seit Jahren Kritik daran, dass die Stadt kaum Geld für Kunst im öffentlichen Raum bereitstellt. Zuletzt wurde darüber debattiert, als die Verwaltung zwei Skulpturen von der Schmidtbank-Passage auf den Friedensplatz vor dem Technischen Rathaus versetzen ließ. Selbst hat die Stadt nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren keine Kunstwerke mehr in Auftrag gegeben. Jetzt soll sich das Blatt wenden. Mehr Wertschätzung und zusätzliches Geld verspricht Baubürgermeister Michael Stötzer (Grüne). In diesem Jahr reserviert die Stadt 50.000 Euro für den Erwerb von Kunst im öffent- lichen Raum. Die Summe für die Jahre danach steht noch nicht fest.

Noch in diesem Jahr sollen vier Kunstwerke, die derzeit in Restaurierung sind, in der Stadt wieder aufgestellt werden, sagt Stötzer während einer Gesprächsrunde beim Verein Kunst für Chemnitz. Das betrifft die Flamingo-Skulptur im Tierpark, das Wandbild "Erde-Luft" in der neuen Grundschule Borna, die Skulpturen "Mabel" und Cora" am Schillerplatz und 136 Bildtafeln mit dem Titel "Jugend" am Schulsportzentrum - ein Teil des früheren Brunnens der Jugend.

Vor nicht allzu langer Zeit sei Kunst im öffentlichen Raum in der Stadt nur ein Anhängsel gewesen, bekannte Stötzer. "An allem, was nicht Pflichtaufgabe war, ist gespart worden." Dass dies nun anders ist, liege besonders an der Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025. In diesem Zug ist auch die Wiederbelebung des Wettbewerbs "In Sicht" aus dem Jahr 2001 geplant. Damals wurde in der Innenstadt eine begehbare Ausstellung mit 25Kunstwerken geschaffen, darunter der Ginkgo am Roten Turm und der Angler an der Brückenstraße. Die Neuauflage des Wettbewerbs soll im Dreijahresrhythmus erfolgen und sich nicht nur auf den Stadtkern beschränken. "Das war damals eine Spottnummer", bemerkte ein Zuhörer in Hinblick auf das niedrige Budget beim ersten Versuch vor 17 Jahren. Stötzer versprach, dass diesmal angemessene finanzielle Mittel zur Verfügung stehen und möglichst viele dauerhafte Kunstwerke entstehen sollen.

Seit langer Zeit stehen bereits die Schillingschen Figuren an ihrem Standort - ebenso alt ist die Debatte darum. "Wir können uns kaum retten vor guten Vorschlägen, was mit ihnen passieren soll", sagte Stötzer - und merkte an, dass er das komplett ironiefrei meine. Ein Zuhörer forderte die Verlegung der Figuren ins Zentrum, eine andere Besucherin die Sanierung des Fußweges am jetzigen Standort. Laut Stötzer habe die Stadt schon viel Geld für die Pflege der Figuren ausgegeben. "Es ist schwer vermittelbar, das wieder über den Haufen zu werfen."

Rund 380 Kunstwerke im öffentlichen Raum besitzt die Stadt. Hinzu kommen 21, die eingelagert sind, aber wieder aufgestellt werden sollen. Sorge, dass die neu entdeckte Zuwendung zur Kunst ein kurzes Strohfeuer bleibt, hat Stötzer nicht. "Es hat ein Umdenken stattgefunden. Wenn man sich um die Sachen kümmert, sie schön und qualitativ aufbereitet, wird sie irgendwann niemand mehr missen wollen."

 
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