Stadthallenpark: Kultur gegen Kriminalität

Mit einem Programm, das über fünf Wochen lang fast täglich Veranstaltungen bietet, wird versucht, die Innenstadt zu beleben. Auch gegen Störer soll es helfen.

Der Park vor der Stadthalle ist im vergangenen Sommer mit negativen Schlagzeilen aufgefallen. Er entwickelte sich zum Kriminalitätsschwerpunkt, regelmäßig gab es Polizeieinsätze dort. Das wollen die Betreiber der Stadthalle nicht mehr länger mit ansehen - und haben sich deshalb das Kultur- und Kunstfestival "Parksommer" ausgedacht.

Der Park sei die grüne Lunge der Innenstadt, sagte Ralf Schulze, Geschäftsführer der C3-Veranstaltungszentren, zu denen die Stadthalle gehört. Man wolle nicht mit Verboten oder einem erhobenen Zeigefinger arbeiten. Vielmehr soll ein fast sechswöchiges Kulturprogramm Chemnitzer auch in den Abendstunden in den Park locken und ihr subjektives Sicherheitsempfinden verbessern, erklärt er.

Das Ganze funktioniert so: Vom 22. Juni bis zum 30. Juli gibt es täglich, außer montags, um 20 Uhr Veranstaltungen. Jeden Dienstag wird das ein Jazz-Konzert sein, jeden Mittwoch ein Hörspiel, donnerstags Klassik, freitags gibt es Poetry-Slam, samstags treten Singer/Songwriter auf und sonntags zur Women's Night musizieren nur Frauen. Außerdem findet täglich, außer dienstags, um 18 Uhr entweder Yoga, Qi Gong oder Kinderlesen statt.

Ralf Schulze hofft, dass bei mehreren Hundert Personen im Park, "wenige Störer nicht mehr auffallen". Es werde Sicherheitspersonal vor Ort sein, auch freiwillige Helfer. Auch Polizei und Ordnungsamt würden mit einbezogen, so Schulze.

Die Idee zum Festival kommt zum Teil aus Dresden. Schulze schaute sich dort den "Palais-Sommer" an. Das Festival findet im Park am Japanischen Palais statt. Das Areal sei im öffentlichen Bewusstsein nicht präsent gewesen, erklärt Jörg Polenz, Geschäftsführer des Festivals. Seit 2008 finden dort nun im Sommer kostenlose Konzerte, Yoga und ein Malwettbewerb statt. Im vergangenen Jahr seien 40.000 Besucher gekommen. Das Festival laufe kostendeckend, Gewinn werde nicht erzielt, so Polenz. Die Einkünfte kommen zum Teil durch Spenden. Das soll auch in Chemnitz so sein, das Zauberwort heißt Crowd-funding. Vor Ort kann jeder soviel spenden, wie ihm die Veranstaltung wert wäre. Das geht aber auch online über eine spezielle Plattform. Nur, wenn 20.000 Euro zusammenkommen, soll es den "Parksommer" auch 2018 geben, erklärt Schulze.

Programm und Infos zum Growdfunding unter www.parksommer.de


Kommentar: Auf in den Park!

Jetzt gibt es keinen Grund mehr zu meckern, in der Innenstadt sei nix los. Wie in anderen Städten auch, könnte sich der Stadthallenpark tatsächlich zu einem Platz des urbanen Lebens entwickeln. Das Programm aus kostenlosen Veranstaltungen für alle Altersgruppen lässt zu, dass sich jeder einbezogen fühlen kann. Wer knapp bei Kasse ist, zahlt nichts. Wer möchte, leistet einen Beitrag ab 50 Cent. Für 25 Euro darf man im Liegestuhl liegen. Mit den angestrebten 20.000 Euro lässt sich kein Festival finanzieren. Aber wenn diese Summe zusammenkommt, wäre es ein Zeichen dafür, dass die Chemnitzer bereit sind, einen Beitrag dafür zu leisten, dass die Innenstadt noch lebenswerter wird. Es ist der richtige Weg, den Park zurückzuerobern und ihn nicht Störern und Dealern zu überlassen.


Das halten Passanten vom "Parksommer":

Peter Heinrich (79), Rentner: "Ich finde es gut, dass Kultur in der Stadt gefördert wird. Das breit gefächerte Angebot bringt die Generationen vielleicht auch wieder mehr zusammen. Besonders freue ich mich darüber, dass es auch klassische Musik geben wird."

Martin Berghold (22), Schüler: "Kunst und Kultur sollten wieder mehr Einzug ins tägliche Leben finden. Es ist eine tolle Idee, das auf diesem Weg zu versuchen - so kann jeder seinen Teil dazu beitragen. Ich würde die Aktion definitiv finanziell unterstützen."

Luise Münch (20), Speditionskauffrau: "Die Veranstaltung ist eine wirklich gute Möglichkeit, mal etwas Neues in der Stadt zu bieten - gerade weil es ein Angebot für Jung und Alt geben soll. Außerdem wird es für jeden erschwinglich. Das unterstütze ich auf jeden Fall.

Gerhard Pfeffer (72), Rentner: "Das ist ein interessantes Konzept. Ich müsste mir den Veranstaltungsplan mal genauer ansehen, um zu sagen, ob ich etwas spende - aber prinzipiell spricht nichts dagegen. Kultur muss gefördert werden."

(dema)

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6Kommentare
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  • 1
    3
    Interessierte
    18.05.2017

    Der Beitrag ist noch drin auf der 7 Spalte :
    ^Chemnitz sagt Kriminalität den Kampf an^

    Wenn man eine Ausbildung als Streetworker hat und von dem Staat beauftragt ist und Grüne und Linke und Kirche und Menschenrechtler hinter sich stehen hat , da kann man wohl in jede Stadt fahren und Reden halten und den Bewohnern Vorschriften machen und sagen , wie sie sich zu verhalten haben im Umgang mit den Flüchtlingen ?
    ( und den Menschen die schönsten Orte ´für die Flüchtlinge` abspenstig machen ?

    Da kommen Menschen aus der Türkei und Syrien und Iran und Irak und Ägypten und sonst woher , bringen sich hier in die Politik und in die Medien und als Streetworker ein und bestimmen über ein und bevormunden ein ...
    ( so , wie das der Westdeutsche vor 26 Jahren schon mit den Ostdeutschen gemacht hatte , so wird das wohl jetzt mit ganz Deutschland gemacht ?

  • 1
    3
    Interessierte
    17.05.2017

    Und die Claudia Wiebach denkt an ein ´Umdenken der Chemnitzer` , damit man Ball spielen und lauter sprechen und sich austoben kann - im Stadthallenpark ?

    Ich dachte an sich , der Stadthallenpark ist das ´Aushängeschild` der Stadt und der würdevolle Eingang für die Stadthalle ?

    Und welcher zudem von der arbeitenden Bevölkerung und von den Rentnern und Kindern unserer Stadt zur ´Erholung und Entspannung` genutzt werden kann ...

    Der war an sich nicht gedacht für Fußball-/Volleyball-Spiele , dafür gibt es ´extra` ausgewiesene Plätze ...
    Und der war auch nicht gedacht für den Drogenhandel und anderweitige Späße ...

    Und da müssen auch keine Streetworkerinnen und Behörden von sonst woher kommen und uns erklären , wie wir Chemnitzer uns zu verhalten haben und den ´einzigen und schönsten Platz` in der 3.größten Großstadt im Osten mit der tiefliegenden Chemnitz - nutzen wollen ...

    Es kann an sich nicht sein , dass fremde Menschen in eine Stadt kommen und entscheiden , wo es ihnen am besten gefällt und wo sie sich aufhalten wollen und wie sie sich dort benehmen und diesen Platz für sich einnehmen wollen und ´nicht` vertrieben werden sollen - und heimische Menschen sich anpassen müssen ...

    Wenn der Chef im Haus seinen Sessel hat , kann auch kein Gast von sonst woher kommen und sich darin ausbreiten und austoben ....
    Da spricht man von Sitten und Gebräuchen und Würde , und Menschenwürde zählt doch wohl auch für die Gastgeber ?

    Oder meinte die Angela Merkel mit ^wir schaffen das^ , dass wir alles aufgeben und uns fügen ?
    Die Menschen im Kanzleramt lassen sich doch auch ungern ihren Platz oder Stuhl streitig machen ?
    Und im Park vor dem Kanzleramt kann man doch auch nicht mit dem Fußball und mit Drogen spielen ?

  • 1
    1
    Interessierte
    17.05.2017

    Zu der Kriminalität kam dieser Beitrag ...
    http://www.mdr.de/mediathek/suche/mediathek-suche--100.html?q=chemnitz+
    ( heute nur noch ...

    >
    Zu DDR-Zeiten 1972 kam die Kommunistin Angela Davis *1944 Birmingham , als Bürgerrechtlerin und für den Frieden aus den USA zu uns - und hielt eine Rede ...

    Heute 45 Jahre später , kommt Nastaran Tajeri-Foumani , 1981 in Teheran , aus Berlin zu uns - und hält eine Rede ? und sie setzt sich für Flüchtlinge aus den Kriegen ein ...
    http://rec-filmfestival.de/rec/reckids/jury-2015/

    ( so ändern sich die Zeiten
    ( oder es hat sich nichts geändert

  • 3
    3
    Interessierte
    08.05.2017

    Ich wollte es eigentlich erst anders schreiben : Was man nicht alles tut für unsere Gäste , da hat man sogar Ideen
    Aber so scheint es wohl nicht zu sein ...
    Da kann man nur hoffen , dass auch wirklich viel Chemnitzer kommen , nicht dass dort nur unsere Gäste mit den Flüchtlingshelfern von hier oben auf dem Bild alleine sitzen ...

    Das war letztes Jahr schon so , als die Muttis mit ihren Kindern dort Ball spielen sollten bzw. durften ...
    Weil keine Gäste-Muttis mit den Kindern Ball spielen , waren Gäste-Vatis mit ihren Kindern und einem blonden Flüchtlingshelfer dort zum Volleyballspiel ...
    ( da war sogar die lange Bank an der Haltestelle leeeeer ...

  • 5
    2
    Interessierte
    08.05.2017

    Der Park sei die grüne Lunge der Innenstadt , zu dem die Stadthalle - und auch die wunderbare und wohl weltweit ´einzigartige` Brunnenanlage gehört ....
    ( da hat er so Recht , der Herr Schulze ...

    Er entwickelte sich zum Kriminalitätsschwerpunkt ....
    ( hoffentlich verstehen diese Störer das auch , was mit dieser Aktion bezweckt wird , ansonsten muß man das mal verständlich ´übersetzen`....

    Die Idee zum Festival kommt zum Teil aus Dresden. Schulze schaute sich dort den "Palais-Sommer" an ...
    >
    Das verstehe ich nicht , warum man ´selbst` keine Ideen für die Stadt hat und sich immer anderweitig umsehen muß , gibt es keine Menschen in Chemnitz mit Ideen im Kopf , aber die bekommen wohl auch so ihr Geld ?
    Oder macht man heute nur das , was man überall macht ?

    Seit 2008 geht das dort schon ...
    Der ´Rock am Kopp` wird auch nachgeahmt , weil es wohl in DD oder L schon seit 20 Jahren so ist ...
    Das Filmfest wurde auch von DD nachgeahmt ...
    Der ´Sandstrand` wurde auch nachgeahmt ...
    Das Picknick im Park wurde doch auch nachgeahmt ....

    das Zauberwort heißt Crowd-funding
    ( das klingt gut , übersetzt Menschenmengefinanzierung

  • 6
    1
    ArndtBremen
    08.05.2017

    Die Idee ist super, der Anlass beschämend.



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