Strecke nach neun Monaten Sperrung weiter baufällig

Ein wichtiger Abschnitt der Emilienstraße ist wieder offen - aber nicht fertig saniert. Autofahrer fürchten bald eine erneute Umleitung.

Hilbersdorf.

Was lange währt, wird gut. Das hofften wohl nicht wenige Autofahrer, die seit August vergangenen Jahres in Hilbersdorf eine zeitraubende Umleitung in Kauf nehmen mussten. Denn die Emilienstraße zwischen Hilbersdorfer Straße und Straße der Nationen war wegen Kanalbauarbeiten gesperrt. Um aus dem Nordosten der Stadt beispielsweise nach Schloßchemnitz oder auf den Kaßberg zu kommen, blieb vielen Fahrzeugführern nur der Weg über den Thomas-Mann-Platz, der häufig mit Staus an der Sachsenallee und auf der Müllerstraße verbunden war. Denn am Autobahnkreuz Chemnitz, auf der Ortsdurchfahrt von Glösa und zuletzt auch auf der Glösaer Straße wurde gleichzeitig gebaut.

Als der genannte Abschnitt der Emilienstraße Ende Mai wieder freigegeben wurde, überwog daher zunächst die Erleichterung. Sie vermischte sich aber schnell mit Erstaunen, denn trotz neun Monaten Vollsperrung wurde der Fahrbahnbelag auf der Strecke nur teilweise erneuert. "Ich nehme an, hierbei handelt es sich um eine ganz neue Art zu sparen", mutmaßt Pendler Uwe Mahn. Nur etwa 75 Prozent der Fahrbahndecke sei mit neuem Asphalt versehen worden, der Rest blieb wie er war, obwohl auch er durch die Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gerade an den Anschlussbereichen sei schon nach kurzer Zeit mit neuen Schäden zu rechnen, deren Reparatur sicher teurer werde, als wenn die Fahrbahn komplett erneuert worden wäre, so Mahn. Er fragt sich zudem, warum die lange Vollsperrung nicht gleich mit genutzt wurde, um die beiden Bushaltestellen auf dem Abschnitt barrierefrei auszubauen. Denn das ist ab 2022 gesetzliche Vorschrift. "So sind in Kürze neue Baumaßnahmen mit Sperrungen und Stau etc. zu erwarten", fürchtet der Pendler.

Er dürfte Recht behalten. Das hat die Stadtverwaltung auf Anfrage eingeräumt. Zumindest der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen sei bereits geplant und Finanzbedarf dafür angemeldet, heißt es aus dem Rathaus. Ein konkreter Termin wird jedoch nicht genannt. An fehlendem Geld sei auch die Sanierung der kompletten Fahrbahn der Emilien- straße gescheitert. Der Entsorgungsbetrieb ESC habe die Erneuerung des Kanals wegen dessen schlechten Zustandes relativ kurzfristig eingeplant. Daher habe die Stadt nicht mehr rechtzeitig Haushaltsmittel für die Fahrbahnerneuerung einplanen können. Und zusätzliches Geld habe nicht bereitgestanden.

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1Kommentare
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    1
    cn3boj00
    14.06.2018

    Das ganze erinnert an die Schildbürger. "Und zusätzliches Geld habe nicht bereitgestanden". Das hat man wohl beim CFC versenkt.
    Aber es ist ja inzwischen normal, das Straßen alle paar Monate gesperrt werden weil man wieder was zu kleckern hat.



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