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Streit im Stadtrat: Soll der Tierpark größer werden?

Pläne sehen eine Erweiterung der Anlage vor. Offen ist, in welche Richtung diese erfolgen soll. Lokalpolitiker haben schon jetzt eine Befürchtung.

Von Johannes Pöhlandt
erschienen am 13.10.2017

Limbach-Oberfrohna. Der Amerika-Tierpark Limbach-Oberfrohna hat in den vergangenen Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben - und ein Ende ist nicht in Sicht. Vor allem seit der Eröffnung des Pinguinlandes gehen die Besucherzahlen steil nach oben. Nach 85.000 Gästen 2016 wurden in diesem Jahr bislang 81.500 Besucher gezählt. Der Förderverein hofft, bis Jahresende die 100.000er-Marke zu durchbrechen. Das wäre eine Verdopplung gegenüber 2013, als 48.000 Gäste kamen.

Das Wachstum soll weitergehen. Der Masterplan für den Tierpark sieht im nächsten Schritt vor, ein sogenanntes Inkaland zu errichten. Dabei handelt es sich um ein Streichelgehege unter anderem mit Alpakas, das sich vor allem an Kinder richtet. Außerdem sollen perspektivisch eine Prärielandschaft mit Bisons sowie eine Alaska-Anlage mit Polarwölfen und Schneeeulen entstehen. Deshalb muss der Tierpark erweitert werden.

Noch unklar ist, ob bereits das Inkaland eine Expansion erforderlich macht. "Wir lassen eine Planung für das Inkaland machen. Dann ist Zeit, darüber zu diskutieren", sagte Oberbürgermeister Jesko Vogel (Freie Wähler). Fördervereins-Chef Klaus Eulenberger, auf den der Masterplan maßgeblich zurückgeht, muss nicht lange überlegen, welche Variante er favorisiert. "Ohne eine Erweiterung des Tierparks gibt es nicht genug Platz für das Inkaland", stellte der Tiermediziner fest. Schließlich gehörten zu dem Projekt, in das der schon vorhandene Bauernhof eingebunden werden soll, nicht nur ein Streichelbereich, sondern auch ein Abenteuerspielplatz für Kinder. Er halte eine Wiese auf der anderen Seite des Frohnbaches, die sich im Eigentum der Stadt befinde, für eine geeignete Fläche zur Expansion, sagte Eulenberger. Der 73-Jährige wies darauf hin, dass die Erweiterung des Tierparks ein Teil des Masterplans sei. "Ich werde dafür kämpfen, dass dieser umgesetzt wird." Ein Unsicherheitsfaktor sei aus seiner Sicht nur die Kostenfrage, sagte der Vorsitzende des Fördervereins.

Prärie- und Alaska-Landschaft sind im Masterplan dort vorgesehen, wo sich derzeit der Stadtpark-Spielplatz und das Hippodrom befinden. Eine Erweiterung müsste also in mehrere Richtungen stattfinden. Doch dagegen regt sich Widerstand. Stadtrat Jörn Wunderlich (Linke) äußerte während der jüngsten Stadtratssitzung die Befürchtung, dass der Spielplatz dann nur noch Gästen des Tierparks vorbehalten sein könnte. "Das würde Familien finanziell belasten, was wir ablehnen", betonte Wunderlich. Unterstützung erhielt er von seinem Fraktionskollegen Albert Klepper (Bündnis 90/Grüne). Er erinnerte an das Vorhaben, das Hippodrom in eine Naturschutzstation umzubauen. "Eine Naturschutzstation im Tierpark? Das wäre nicht richtig", bekräftigte Klepper. Der Tierpark dürfe nicht auf Kosten des Stadtparks wachsen, sonst verliere der Stadtpark seinen derzeitigen Charakter. Die Linken/Grüne-Fraktion formulierte deswegen einen Antrag, dass zur Tierpark-Erweiterung keine Flächen des Stadtparkes herangezogen werden sollen. Die anderen Fraktionen lehnten den Antrag allerdings mit großer Mehrheit ab.

Dies war ganz im Sinne von OB Vogel. Er hatte davor gewarnt, dass durch einen solchen Beschluss der Tierpark sein Entwicklungspotenzial verlieren könnte. "Über Einzelfragen der Erweiterung wird der Stadtrat noch entscheiden", kündigte Vogel an. Zudem sicherte er den Vertretern von Linken und Grünen zu, dass die Nutzung des Spielplatzes auch künftig kostenfrei bleiben werde. Zudem solle das Hippodrom nicht in den Tierpark einbezogen werden, betonte der OB.

Bernd Voit, Chef des Stadtpark-Fördervereins, kann die Kritik von Wunderlich und Klepper nicht nachvollziehen. Er sehe kein Problem darin, den Tierpark in Richtung Stadtpark zu erweitern. "Der Masterplan war ein Stadtratsbeschluss. Damit sind die künftigen Grenzen gezogen", sagte Voit. Auch die früheren Kleingärten hinter dem Tennisplatz kommen aus seiner Sicht für eine Erweiterung des Tierparks infrage.

 
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