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Streit um Aufnahme ausländischer Kinder

Josephinenschule: Erste Eltern planen Wechsel an freie Bildungseinrichtung

Von Michael Müller
erschienen am 19.06.2017

Nach der Ankündigung der Schulbehörden, ab August rund 100 ausländische Schüler an der Josephinenschule in Schloßchemnitz zu unterrichten, wollen erste Eltern ihre Kinder von der Oberschule abmelden. Bei einer Umsetzung der Pläne befürchteten sie Gefahren für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler und erschwerte Lernbedingungen, heißt es beispielsweise im Schreiben eine Vaters an die Schulleitung. Er wolle sich daher für seine elfjährige Tochter um einen Platz an der Einrichtung eines freien Trägers bemühen. "Das ist schade, denn sie kam an der Schule sehr gut zurecht und wir sind auch mit ihren Leistungen sehr zufrieden", sagte er der "Freien Presse".

Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter der derzeit von knapp 300Schülern besuchten Oberschule waren in der vergangenen Woche von der Bildungsagentur über Pläne informiert worden, wonach ab August offenbar bis zu 110 Schüler mit Migrationshintergrund an der Schule mitunterrichtet werden sollen. Die Schulkonferenz hatte daraufhin ein Forderungskatalog verabschiedet. Er sieht unter anderem eine Beschränkung auf fünf ausländische Schüler pro Klasse vor.

Unterdessen gibt es erste Reaktionen aus der Kommunalpolitik. Stadträtin Meike Roden (Grüne) kritisierte, dass Eltern wie Stadträte bislang nicht aus erster Hand über die Pläne informiert wurden, sondern oft nur über die Medien davon Kenntnis erlangten. "Wir fordern deshalb, dass die Sächsische Bildungsagentur regelmäßig an den Sitzungen des Schul- und Sportausschusses teilnimmt", sagte sie. Zudem müsse die Behörde in einem für diese Woche anberaumten Elternabend offenlegen, wie die Klassenbildung im neuen Schuljahr ablaufen soll, wie viele Kinder in Spezialklassen unterrichtet und wie viele im regulären Unterricht beschult werden sollen. "Auch ist bislang völlig unklar, ob das Lehrpersonal und das Raumangebot ausreichend sind", sagte die 25-Jährige, die auch zur Bundestagswahl kandidiert.

Forderungen der Schulkonferenz nach "Sicherheitsgarantien" für Schüler und Lehrer wertete Roden als Zeichen dafür, wie verunsichert die Eltern seien. "Eine veränderte Sicherheitslage an Grund- und Oberschulen ist durch die Beschulung von geflüchteten Kindern bisher nicht festzustellen", betonte sie.

 
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Kommentare
6
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 20.06.2017
    13:15 Uhr

    Freigeist14: Wenn es um die eigenen Kinder geht hört für manche das gute Gefühl,tolerant und weltoffen zu sein ,auf. Gerade auch die Hubschrauber-Eltern. Oder neudeutsch: Parents of helicopter.

    2 1
     
  • 20.06.2017
    08:18 Uhr

    VaterinSorge: Es gibt ganz klar ausgehandelte Regeln, die sowohl der Schulbehörde, den Schulen, aber auch den Eltern in Sachsen bekannt sein sollten. Die Quote von Flüchtlingskindern an sächsischen Schulen und einzelnen Klassen darf 15 % nicht überschreiten. Zudem senkt sich pro ausländischem Schüler die Klassenstärke um ein Kind. Beispiel: An einer Regelschule lernen 300 Kinder, dann dürfen maximal 45 Kinder in der Schule aufgenommen werden. Das könnte etwa eine DAZ Klasse mit 15 Kindern sein und 30 Kinder, die bereits so viel Deutschkenntnisse besitzen, dass sie im Regelunterricht verstehen was gesagt wird, werden auf die 6 Klassenstufen aufgeteilt, also maximal 4 Schüler mit Migrationshintergrund pro Klasse. Laut neuem Schulgesetz verringert sich dann die Gesamtschülerzahl von 28 auf 24 Schüler. So kann Integration gelingen, Lehrerinnen und Lehrer sind nicht überfordert, Eltern und Schüler ausländischer Herkunft lernen schnell und überzeugend unsere Gesetze, Kultur und Werte kennen und können sich so besser einbringen. Zudem werden für diese Schulen Integrationshelfer und für alle Oberschulen Schulsozialarbeiter zur Verfügung gestellt. Deutsche Eltern sollten nicht in Panik verfallen sondern die Quoten gelassen mittragen. Das gibt allen Kindern die Sicherheit, dass alles ganz normal ist.

    0 7
     
  • 19.06.2017
    21:57 Uhr

    AmZeisigwald: Wo bleibt eigentlich der Aufschrei der Eltern wenn es darum geht, dass fast nur noch Seiteneinsteiger an Oberschulen eingestellt werden. Das gefährdet doch die Zukunft der Kinder mehr als ein paar Kindern von Migranten...?

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  • 19.06.2017
    21:56 Uhr

    cn3boj00: Damit mich niemand falsch versteht: auch ich bin für bestimmte Regularien, z.B. dass Migrantenschüler gleichmäßig verteilt werden und damit auch zahlenmäßig überschaubar bleiben, 30% sind klar Zuviel, hier muss man das Verhältnis zum Bevölkerungsanteil wahren.
    Aber leider haben viele Eltern da wohl ein grundsätzliches Problem an einer Stelle, wo es Kinder und Jugendliche nun mal nicht haben. Und es wäre grundverkehrt, wenn man nun eine neue Alibiausrede gefunden hätte für die offenkundigen Probleme in unserem Bildungswesen, und die Schuld wieder einmal den falschen gibt.
    Unabhängig davon finde ich es schade dass keiner der Daumenrunter-Fraktion seine Meinung hier äußert.

    4 5
     
  • 19.06.2017
    12:59 Uhr

    Blackadder: Am Schulmodell spielen die DaZ Klassen mit den deutschen Schülern Fußball, alles ganz entspannt. Man muss die Schüler nur machen lassen - aber auch wichtig: entstehende Konflikte, und die gibts bei unterschiedlichen Kulturen immer - lösen und nicht unter den Teppich kehren.

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