Tausche Blut gegen Burger

Im Vorjahr war der DRK-Spendetermin in einem amerikanischen Restaurant in Kappel ein Riesenerfolg. Diesmal kamen weniger Leute - aus gutem Grund.

Blutspender gibt es im Sommer üblicherweise nur wenige. Das weiß auch der DRK-Blutspendedienst - und greift deshalb zu einem besonderen Mittel, um vor den heißen Monaten noch einmal die Konserven aufzustocken. Am Dienstag parkte der Blutspende-Bus des DRK vor dem Restaurant Mr. Meyers Diner an der Zwickauer Straße in Kappel. Der ungewöhnliche Spendeort wurde vor einem Jahr zum ersten Mal angesteuert - mit einem Riesenerfolg.

"Wir wurden von den Leuten überrannt", denkt Co-Inhaber Daniel Meyer zurück. Das DRK hatte damals bei ihm angefragt, und er war sofort einverstanden. 149 Leute kamen, darunter 35 Erstspender. Am Dienstag war es deutlich ruhiger, lediglich 63 Menschen wollten knapp einen halben Liter ihres Blutes spenden. Das hatte aber einen guten Grund. "Wir haben die Aktion auf zwei Tage gestreckt, so ist es auch für die Mitarbeiter entspannter", erklärte Meyer, der sich selbst ebenfalls Blut abnehmen ließ. Am Mittwoch steht der Bus erneut vor dem Diner.

DRK-Sprecherin Anja Werth-Orgis war zufrieden mit der Bilanz. "Mehr Spender dürfen es immer sein. Wir haben in Chemnitz sonst nie zweitägige Spendetermine, deshalb ist eine Einordnung schwierig. Die Erstspender-Anzahl ist jedenfalls super." 21 Personen bekamen am Dienstag erstmals eine Nadel zum Spenden in den Arm gepiekst. Eine von ihnen war Julia Stagge. Die 27-Jährige war zufällig am Diner vorbeigeradelt und entschloss sich spontan, etwas Gutes zu tun. "Vor kurzem hatten wir in der WG noch über das Thema geredet", sagte sie. "Ich wollte schon seit langem Blut spenden, bin aber eigentlich ein richtiger Angsthase, was Spritzen angeht." Dementsprechend sei sie vor der Spende "übelst aufgeregt" gewesen. Alles halb so schlimm, beruhigten die DRK-Mitarbeiter.

Die Gastgeber haben sich außerdem einen besonderen Anreiz für Spender überlegt: Nach der Blutabnahme werden die Freiwilligen mit einem sogenannten Vampir-Burger belohnt, der normalerweise nicht auf der Speisekarte steht. In diesem steckt eine Spritze, mit der der Burger mit einer Extraportion Ketchup befüllt werden kann. "Wir hoffen, dass der eine oder andere Spender dadurch Gefallen an unserem Diner findet", sagt Meyer. "Und andersrum können unsere Stammgäste vielleicht so zum Blutspenden finden. So hat am Ende jeder etwas davon."

Weitere Termine 

Am Mittwoch kann bei Mr. Meyers Diner von 10 bis 16 Uhr erneut Blut gespendet werden. Am Donnerstag findet in der Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbandes, Altchemnitzer Straße 26, von 15.30 bis 18.30 Uhr eine Blutspendeaktion statt. Am Freitag werden dann Blutspender von 11 bis 15.30 Uhr im Bildungszentrum des Klinikums, dem Dr.-Panofsky-Haus in der Flemmingstraße 2, erwartet.

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