Ticker: Millionendefizit beim CFC - Spielbetrieb laut Verein vorerst nicht gefährdet

14.30 Uhr: Per Pressemitteilung äußert sich die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig wie folgt: "Ich habe Ende Oktober von der sehr ernsten wirtschaftlichen Situation des CFC erfahren und war geschockt. Wegen der Bedeutung des Vereins für die Stadt habe ich trotzdem entschieden, dass wir versuchen zu helfen. Die Begleichung der Verbindlichkeit durch die Stadt in Höhe von 1,26 Millionen Euro stellt eine einmalige Hilfe an den Verein dar. Diese ist aber an Bedingungen geknüpft, die zuvor alle erfüllt sein müssen. Wichtig ist der Aufbau professioneller Strukturen beim Verein und damit verbunden eine nachhaltige Konsolidierung der wirtschaftlichen Basis. Das ist die Grundvoraussetzung für den sportlichen Erfolg, den wir uns alle wünschen. Ich bitte alle Mitglieder, Fans, Partner und Sponsoren, den Verein in dieser schwierigen Situation zu unterstützen."

14.02 Uhr: Der CFC schloss das letzte Geschäftsjahr zum 30. Juni 2016 mit einem Verlust von rund 1,2 Millionen Euro ab, wie der kaufmännische Geschäftsführer Dirk Kall am Donnerstagmittag auf einer Pressekonferenz mitteilte. Summiert mit dem Verlust aus dem laufenden Geschäftsjahr beläuft sich die aktuelle Deckungslücke auf etwas mehr als zwei Millionen Euro. Der Spielbetrieb sei vorerst nicht gefährdet. "Wenn wir jetzt keine Lösung für diese wirtschaftlichen Probleme finden, ist die Zukunft des CFC gefährdet", sagte Präsident Mathias Hänel. Er stehe zu seiner Verantwortung als Vorstandsvorsitzender, wolle mithelfen, "die Karre aus dem Dreck zu ziehen." Reserven gebe es unter anderem bei den Einnahmen des Vereins. So besuchten bisher durchschnittlich 6200 Zuschauer die Heimspiele, kalkuliert wurde mit einem Durchschnitt von 7500 Fans. "Unser Hauptproblem sind die Betriebsausgaben. Bestimmte Kostenentwicklungen wurden so nicht geplant oder berücksichtigt", sagte Hänel.       

11.53 Uhr: Dem Chemnitzer Fußballclub droht offenbar auch die Einstellung des Profispielbetriebes in der Dritten Fußballliga. Wie aus der Beschlussvorlage von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig für die nächste Stadtratssitzung hervorgeht, befindet sich der Verein in einer "ernsten wirtschaftlichen Schieflage". Der Verein sei "dringend" auf finanzielle Hilfen von außen angewiesen. "Ohne diese besteht das Risiko weitreichender Auflagen und Strafen des Deutschen Fußballbunds e. V. (DFB) bis hin zur Gefahr für den Profispielbetrieb", heißt es in der Vorlage.

11.41 Uhr: Mathias Hänel, Vorstandsvorsitzender des Chemnitzer FC, spricht von einer "sehr angespannten finanziellen Lage" des Vereins. Zur Höhe des Defizits wolle er keine Angaben machen. Laut Hänel sind beim Drittligisten kaufmännische Fehler begangen worden. Gemeinsam mit der Stadt werde angestrengt daran gearbeitet, dass die Lage für den CFC nicht existenzbedrohend wird. Spielerverkäufe in der Winterpause schließt der 52-Jährige vorerst aus. "Stand jetzt machen wir keine Abstriche an unseren sportlichen Ambitionen", sagt Hänel.

10.53 Uhr: Die finanzielle Situation des Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC ist offenbar dramatisch. Nach "Freie Presse"-Informationen geht dem Verein das Geld aus - die Liquidität reicht nur noch bis Jahresende. In der Not hat sich der Verein hat die Stadt gewandt und um Hilfe gebeten. Die Oberbürgermeisterin will nun mit einem Stadtratsbeschluss erreichen, dass die Kommune dem Verein eine noch ausstehende Entschädigung für die Auflösung des Erbbaupachtvertrages auszahlt - eine Summe von 1,26 Millionen Euro. Der Erbbaurechtsvertrag war aufgelöst worden, weil die Stadt Chemnitz auf dem Grundstück an der Gellertstraße ein neues Stadion gebaut hat. Die Entschädigung für die Auflösung des Vertrages war aber nie an den Verein ausgezahlt worden - eben weil der CFC auf Kosten des Steuerzahlers ein neue Arena erhalten hat. Über die Auszahlung der Entschädigung muss der Stadtrat am 7. Dezember entscheiden. Allerdings würden die 1,26 Millionen Euro nicht ausreichen, um das Loch im Etat des Vereins zu schließen. Nach "Freie Presse"-Informationen liegt das bei rund 3,1 Millionen Euro.

10.22 Uhr: Der Chemnitzer Fußballclub steckt offenbar in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Nach "Freie Presse"-Informationen hat es gestern Abend im Rathaus ein Krisentreffen mit Vertretern des Vereins, Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und den Fraktionschefs des Stadtrats gegeben. Anlass ist eine Beschlussvorlage der Oberbürgermeisterin für die nächste Eatssitzung am 7. Dezember. Darin soll es um die Übernahme einer Kreditbürgschaft der Stadt für den Verein gehen. Offenbar hat sich im Etat des Vereins ein Millionendefizit ergeben - es soll bei rund 3,1 Millionen Euro liegen. Das entspricht etwa der Hälfte des Jahresetats des Fußball-Drittligisten. Die Oberbürgermeisterin will heute Mittag bei einer Pressekonferenz nähere Details bekanntgeben. (su/ms)

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9Kommentare
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  • 3
    3
    Blackadder
    25.11.2016

    @dirkwittleder: Genauso. Und die normalen Leute und ihren Geldbeutel soll man damit in Ruhe lassen.

  • 5
    0
    dirkwittleder
    25.11.2016

    Jetzt sollte jeder wirkliche Fan in Stadt und Umland zeigen, was es wirklich heisst ,ein Chemnitzer zu sein!

  • 6
    2
    Einspruch
    25.11.2016

    Warum sollen denn alle, die mit Fußball und einem drittklassigen Verein nichts am Hut haben, schon wieder in die Bresche springen? Es gibt genug andere Vereine oder Sportstätten, die mal eine Finanzspritze nötig hätten.
    Wie kann man denn nicht rechtzeitig merken, das man um die Hälfte seines Jahresetats und knapp 3 Millionen ? daneben liegt und mal gegensteuern?
    Weil man denkt, die anderen werden schon blechen?

  • 9
    3
    Zeitungss
    25.11.2016

    Frau Ludwig, mein Hobby bräuchte ebenfalls dringend eine Finanzspritze, ich habe mich auch NUR übernommen.
    Geht`s denn noch ?????

  • 20
    4
    Steuerzahler
    24.11.2016

    @cn3boj00: Richtig! Dem Ostblockstaat hinzuzufügen. Andere Sportvereine der Stadt müssen sich doch langsam verar.... vorkommen. Wie wäre es denn mit einer persönlichen Haftung der Verantwortlichen? Da sieht man, wo derart großzügige Geschenke der Stadt hinführen: zu Maßlosigkeit und Misswirtschaft.

  • 12
    1
    cn3boj00
    24.11.2016

    Vielleicht ist es ja auch ein Herr Kall statt Weiße - die Namen sind egal. Um so schlimmer für Hänel, der den Mann erst geholt hat. Keine Hilfe ohne Konsequenzen!

  • 23
    5
    cn3boj00
    24.11.2016

    Es ist bekannt dass Frau Ludwigs Interesse am Sport beim CFC beginnt und wohl auch dort aufhört. Erst wird dem Verein ein Stadion quasi geschenkt, und jetzt soll er dafür auch noch auf Kosten des Steuerzahlers entschädigt werden, weil man auf seinem Pachtland gebaut hat? NEIN! Frau Ludwig sollte langsam bekannt sein, wie es um die anderen Sportstätten in Chemnitz bestellt ist! Schwimmhallen werden dicht gemacht, Die Eisbahn ist marode, Radrennbahn verfällt - ganz zu schweigen von den vielen anderen Vereinen, die zum großen Teil noch DDR-Anlagen nutzen.
    Das einzig akzeptable wäre ein Darlehen. Und zwar nachdem man die Vorstände Hänel und Weiße ohne Entschädigung entlassen hat (falls die nicht den A... in der Hose haben selbst zurückzutreten - aber das ist ja heute nicht mehr üblich).

  • 16
    7
    Blackadder
    24.11.2016

    Ach, ich wette, das kriegen wir bei Kultur und Bildung fix wieder reingespart. Muss ja auch noch was für die ständigen Polizeieinsätze bei Fußballspielen übrig bleiben.

  • 24
    5
    872889
    24.11.2016

    Es kann nicht sein, dass für "kaufmännische Fehler" im Verein der Steuerzahler herhalten soll. Der Verein muss seiner eigenen Verantwortung gerecht werden !!! Und liebe Stadt Chemnitz: Es gibt in Chemnitz nicht nur den CFC, sondern viele andere (und wichtige) Vereine - bitte nicht vergessen!



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