Trotz Leerstands wird auf dem Sonnenberg kräftig saniert

In dem Stadtteil findet sich derzeit kaum eine Straße, in der nicht irgendwo ein Haus auf Vordermann gebracht wird. Selbst für beinahe hoffnungslose Fälle tun sich Perspektiven auf.

Sonnenberg.

Von der wachsenden Nachfrage nach Immobilien profitiert offenbar auch der bislang als eher problematisch eingeschätzte Sonnenberg. Beobachter sprechen von so vielen Sanierungen wie seit Jahren nicht mehr - und von einem spürbaren Anziehen der Immobilienpreise.

"Wir haben hier vor einiger Zeit mehrere Häuser erworben. Zu einem Preis, der heute nicht mehr möglich ist", sagt der Vertreter eines Berliner Bau- und Immobilienunternehmens, das derzeit gleich mehrere leer stehende Wohnhäuser saniert, so unter anderem an der Fürsten-/Ecke Zietenstraße. Dort präsentieren sich zwischen Zieten- und Tschaikowskistraße drei denkmalgeschützte, unsanierte Gründerzeitbauten seit kurzem eingerüstet. Sie gehörten einst dem kommunalen Wohnungsunternehmen GGG und standen zuletzt jahrelang leer. 2011 wurden sie an private Interessenten versteigert. Im vergangenen Jahr kamen sie in Dresden erneut unter den Hammer - und wechselten für knapp 90.000 Euro den Besitzer.

"Heute müsste man dafür viel mehr bezahlen, auch auf dem Sonnenberg", sagt der Sprecher der neuen Eigentümer, einem Familienunternehmen aus Berlin. "Der Sonnenberg wird wieder kommen", ist er überzeugt, trotz der vergleichsweise vielen leer stehenden Wohnungen ringsum - Statistiken zufolge ist jede dritte Wohnung im Stadtteil unvermietet. In anderthalb Jahren sollen die ersten Mieter einziehen können, sagt er. Einen Fahrstuhl werde es in den viergeschossigen Gebäuden dann auch geben. Derzeit gehe es erst einmal darum, das marode Dach in Ordnung zu bringen.

Auch gegenüber, auf der anderen Straßenseite, geht es voran. Dort hat die GGG einen Plattenbau um ein bis zwei Etagen zurückgebaut; ein angrenzender Komplex ums Eck, entlang der Tschaikowskistraße, wird derzeit ebenfalls modernisiert. Teile der künftigen Farbgebung in hellen Gelb- und Orangetönen sind bereits zu erkennen. Ab Frühjahr werden die ersten neu entstandenen Wohnungen bezugsfertig sein, sagt Unternehmenssprecher Erik Escher. "Interessenbekundungen gibt es bereits."

Für Bauherr Heiko Liebert ist das nach eigenem Bekunden nichts Besonderes. "Wir haben auf dem Sonnenberg schon mehrere Häuser saniert und nie Probleme mit der Vermietung gehabt", sagt er. Derzeit wird an der Zietenstraße an einem Wohnhaus aus dem Jahr 1910 gearbeitet. Es soll bis Mitte 2016 fertig sein, ein weiteres - nur ein paar Eingänge weiter - bis Ende kommenden Jahres saniert werden.

Hoffnung gibt es offenbar auch für eine schwer von Verfall gezeichnete Häuserzeile an der Sebastian-Bach-Straße. Mehrere der Gebäude dort hatten zuletzt einem britischen Unternehmen gehört, das auch für die Stadtverwaltung nicht greifbar war. Weder flossen Steuern noch kümmerten sich die Eigentümer um Ordnung und Sauberkeit. Der Fußweg in dem Bereich ist seit langem gesperrt, Unkraut wächst ungehindert.

Mittlerweile wurden die ruinenähnlichen Bauten zwangsversteigert. "Die neuen Eigentümer planen die Sanierung der ersten Gebäude", sagt Immobilienmakler Sandro Schmalfuß von "Stadtbild Chemnitz", einer "Initiative für den Erhalt und die Neugestaltung städtebaulicher Urbanität in Chemnitz". Er gibt sich optimistisch. "In vier oder fünf Jahren könnte die gesamte Zeile saniert sein."

Anderswo allerdings geht es viel schleppender voran als erhofft. So sind fünf Jahre nach der Insolvenz eines Unternehmens, das sich auf die Sanierung denkmalgeschützter Wohnhäuser spezialisiert und dabei finanziell übernommen hatte, noch immer zahlreiche Immobilien aus der Hinterlassenschaft nur notdürftig gesichert. Die Sanierungspläne einer Auffanggesellschaft, so unter anderem für das einstige Kino "Europa 70" und das sogenannte Schlösschen (Dresdner/Ecke Lessingstraße) blieben augenscheinlich unerfüllt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...