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Foto: Steiner

Übergriff auf linke Jugendliche: Faustschlag und Ruhestörung

Nach einem turbulenten Abend ermittelt die Polizei. Die Opfer vermuten ein politisches Motiv. Einer der Tatorte ist wegen eines früheren Vorfalls bekannt.

Von Johannes Pöhlandt
erschienen am 17.05.2017

Limbach-Oberfrohna. Ein abgebrochener Zahn, zwei demolierte Türen und ein Schock wegen eines ungebetenen Gastes: Mehrere junge Leute haben in Limbach-Oberfrohna einen turbulenten Abend erlebt und anschließend Anzeige bei der Polizei erstattet.

Aber der Reihe nach: Am Sonntagabend hielten sich mehrere Jugendliche im Haus Dorotheenstraße 40 auf. Im Gebäude, das der linksgerichteten sozialen und politischen Bildungsvereinigung gehört, soll ein Jugendklub mit Konzerten und anderen Veranstaltungen eingerichtet werden. Plötzlich hörten die Anwesenden, wie jemand draußen herumschrie und offenbar Gegenstände gegen das Haus warf. "Trotzdem sah der Mann gesprächsbereit aus", sagt Elisa Grobe, die sich als Vorstandsmitglied der Bildungsvereinigung den Vorfall später von Zeugen berichten ließ. Einige Jugendliche gingen vor die Tür, um mit dem ungebetenen Gast zu reden. Die Diskussion dauerte aber nur kurz. Der Mann habe einem Jugendlichen plötzlich eine Ohrfeige verpasst, berichtet Grobe. "Dann hat er einem 17-Jährigen völlig überraschend mit der Faust ins Gesicht geschlagen." Das Opfer habe dadurch ein Stück eines Schneidezahns verloren. Anschließend habe sich der Angreifer in Richtung Innenstadt davongemacht.

Etwa eine Stunde später trat offenbar dieselbe Person erneut in Erscheinung. Als Grobe und einige Mitstreiter zu ihren Wohnungen an der Sachsenstraße zurückkehrten, kam ihnen der junge Mann aus dem Haus entgegen, in dem die Bildungsvereinigung einen Infoladen betreibt. Der Eindringling hatte die Eingangstür und eine Wohnungstür aufgebrochen und demoliert. "Er stand plötzlich im Zimmer eines Bewohners, der geschlafen hat. Dieser war völlig schockiert", erzählt Grobe. Die 25-Jährige und ihre Begleiter versuchten kurz, den Mann zur Rede zu stellen, aber dieser habe nur wirre Sätze von sich gegeben. "Er hat nicht verstanden, dass er etwas falsch gemacht hat", sagt die Studentin. Sie und ihre Begleiter riefen die Polizei. Der ungebetene Gast sei aber geflüchtet, bevor die Beamten eintrafen.

Damit nicht genug: In der Nacht gegen halb eins machte der Mann ein drittes Mal auf sich aufmerksam. "Mit nacktem Oberkörper hämmerte er gegen die Fensterläden des Infoladens", sagt Grobe. Dabei habe er "Kommt raus, scheiß Zecken" geschrien. Die junge Frau vermutet, dass der Angreifer zu diesem Zeitpunkt betrunken war. Grobe geht von einem politischen Hintergrund aus. "Der Mann hat die beiden als links bekannten Orte in Limbach-Oberfrohna aufgesucht", erklärt sie. Das Gebäude an der Dorotheenstraße erlangte 2010 traurige Berühmtheit, als ein junger Mann aus dem rechten Milieu dort einen Brandanschlag verübte.

Die Polizei äußert sich vorsichtiger. Ob eine politische Tat vorliege, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen, sagte Sprecherin Anett Münster. Sie bestätigt, dass die Polizei nach dem Faustschlag wegen Körperverletzung ermittelt. Auch die Beschädigung der Türen sei angezeigt worden. In beiden Fällen sei ein 27-Jähriger tatverdächtig. Der Mann sei aber noch nicht vernommen worden.

Dietrich Oberschelp erfuhr gestern Nachmittag durch die "Freie Presse" von den Vorfällen. "Solche Taten kann man nur verurteilten", sagte der städtische Präventionsbeauftragte. Offenbar handele es sich um einen Einzeltäter. Oberschelp sagte, er habe Vertrauen in die Polizei und hoffe, dass die Übergriffe geahndet werden.

 
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