Viele Läden im Zentrum bleiben während des Sachsentages zu

Noch 3 Tage: Eine attraktive Einkaufsmeile wird die Helenenstraße am Wochenende nicht sein. Dabei hatte die Stadtverwaltung eigens besondere Anreize geschaffen.

Limbach-Oberfrohna.

Torsten Lang freut sich auf den Tag der Sachsen. Der Inhaber des Buchhauses am Johannisplatz in Limbach-Oberfrohna wird einen Stand vor dem Geschäft aufbauen, um auf sein Angebot aufmerksam zu machen. Am Samstag stellt der einheimische Autor Lothar Becker in der Buchhandlung seinen ersten Roman vor. Und damit sich der Aufwand für das Volksfest lohnt, ist auch am Sonntag geöffnet. "Mit Büchern kann man beim Tag der Sachsen bestimmt Umsatz machen", ist sich Lang sicher.

Viele Innenstadt-Händler teilen Langs Optimismus jedoch nicht. Die "Freie Presse" befragte gestern stichprobenartig Geschäfte auf der Helenenstraße zwischen Johannisplatz und Simmel-Supermarkt. Ergebnis: Von 13 befragten Händlern werden nur das Buchhaus und die Bäckerei Käferstein am Sonntag öffnen. "Wir können die Besucherströme zwischen den Bühnen schwer einschätzen, hoffen aber auf Laufkundschaft", sagt Bäckerei-Verkäuferin Martina Schüßler.

Mehrere Händler erwägen, am Samstag einige Stunden länger zu öffnen als sonst. Dazu gehört Andreas Felber, der im Geschäft "Aufatmen" Bücher und Geschenkartikel verkauft. Samstags schließt er normalerweise um 12 Uhr, dieses Mal wolle er "voraussichtlich bis 18 Uhr" öffnen. Dies mache er davon abhängig, wie viele Kunden den Weg in den Laden finden. "Vor meinem Geschäft wird jemand anders einen Stand aufbauen. Deshalb ist fraglich, ob die Leute mich finden", erklärt Felber. Mit nennenswerten Umsätzen rechne er ohnehin nicht. Die längeren Öffnungszeiten seien "eine reine Prestigesache", s0 der Inhaber.

Eine ähnliche Strategie verfolgt das Bekleidungsgeschäft Ernstings Family. Je nach Andrang werde am Samstag länger geöffnet als sonst, maximal bis 18 Uhr, kündigt eine Verkäuferin an. Sachsentag-Besucher, die den Weg in den Laden finden, erhalten eine kleine Überraschung. Andere Händler in der Nachbarschaft behalten ihre gewöhnlichen Öffnungszeiten bei, etwa die Drogerie Rossmann und das Sanitätshaus Hertel.

Es gibt aber auch mehrere Geschäfte, die ihre Öffnungszeiten wegen des Sachsentages einschränken. Im Simmelmarkt können die Kunden Freitag und Samstag nur bis 18Uhr statt bis 20 Uhr einkaufen. "Weil wir im inneren Sperrkreis liegen, können uns Kunden am Wochenende nicht mit dem Auto erreichen", erklärt Marktleiterin Anett Hoppenz. Zudem wird auf dem Simmel-Parkplatz die Bühne der Radiosender RSA und PSR aufgebaut. Daher sei es auch aus Sicherheitsgründen naheliegend, am Abend nichts mehr zu verkaufen, sagt Hoppenz.

Am ganzen Samstag nichts verkaufen wird die Fleischerei Stein. Per Aushang wird darüber informiert, dass das Geschäft an jenem Tag geschlossen bleibt. Den Grund verpackt eine Verkäuferin in eine rhetorische Frage: "Wer soll denn mit einem Wurstpäckchen über die Festmeile laufen?" Bereits am Freitag, der sonst der umsatzstärkste Tag sei, erwarte man wegen der Verkehrsbehinderungen Einbußen.

Auf den Umstand, dass ab Freitag keine Parkmöglichkeiten mehr zur Verfügung stehen, hat auch der Elektronikhändler Euronics reagiert. Das Geschäft bleibt von Freitag bis Sonntag komplett geschlossen. "Wir haben uns von einer Öffnung ohnehin nichts versprochen", sagte Werkstattleiter Bernd Ruder. "Die Leute kommen nicht zum Tag der Sachsen, um einen Fernseher zu kaufen." Auch das Nagelstudio "Nails and more" und mehrere Friseursalons in der Innenstadt bleiben von Freitag bis Sonntag zu.

Die Stadtverwaltung nimmt die Entwicklung mit Bedauern zur Kenntnis. Im Mai hatte der Stadtrat beschlossen, dass die Geschäfte in der ganzen Stadt am 4.September öffnen dürfen. So könne sich Limbach-Oberfrohna "allen seinen Gästen als moderne und gastfreundliche Stadt präsentieren", argumentierte damals das Rathaus. Daraus wird nun offenbar nichts. "Wir hätten uns natürlich gewünscht, dass möglichst viele Händler die Möglichkeit nutzen, länger zu öffnen", stellt eine Stadtsprecherin fest. Man habe deshalb auch mit dem Handels- und Gewerbeverein Gespräche geführt. "Letztlich bleibt es aber die Entscheidung jedes einzelnen Händlers", sagt die Sprecherin.

Alle Beiträge zum Tag der Sachsen in Limbach-Oberfrohna finden Sie in einem Online-Spezial der "Freien Presse".

www.freiepresse.de/sachsentag

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2Kommentare
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  • 1
    1
    Ostwestsachse
    31.08.2016

    Das ist nicht traurig sondern konsequent. Ich hätte es nicht anders gemacht.

  • 5
    0
    schlossbewohner
    30.08.2016

    Traurig. Da wird eine Marketingmöglichkeit "frei Haus geliefert" und nicht genutzt.



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