WM-Orakel: Sibirischer Tiger spielt nicht mit

Geht es nach der Raubkatze im Tierpark, endet das Auftaktspiel der Fußball-Weltmeisterschaft unentschieden. Mit dem Eröffnungsmatch starten auch die Feiern in der Stadt beim Public Viewing.

Wolodja scheint kein Fußballfan zu sein. Anstatt als Orakel das Ergebnis des Auftaktspiels der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Gastgeber Russland und Saudi-Arabien vorherzusagen, legte sich der Sibirische Tiger in seinem Gehege im Tierpark schlafen. Die beiden Kisten, eine mit der russischen und eine mit der saudi-arabischen Flagge beklebt, ignorierte die Raubkatze nahezu völlig - trotz ihrer leckeren Füllung.

Pfleger Philip Schwerdtfeger hatte in die Pappkartons Sachen gelegt, die Wolodja mag. "Drin sind zwei Stück Pferdefleisch, ein Fußball, Kaffee und stark riechendes Parfüm." Zwar näherte sich der drei Jahre alte Tiger kurz dem russischen Karton und tippte ihn mit einer Tatze an. Doch das war es auch schon. Kurz darauf zog er sich zurück. "Er ist ningelig und launisch. Eine männliche Diva", sagt Schwerdtfeger. Da das Tier, trotz leichter Tendenz für Russland, keine Kiste öffnete und das Fleisch verschmähte, ist für das WM-Auftaktspiel eher von einem müden Unentschieden auszugehen.

Doch das Orakeln im Tierpark geht weiter. Am Freitag sind als nächstes die Nasenbären dran. Sie sollen das Ergebnis des Spiels Deutschland - Mexiko vorhersagen. Nicht nur diese zwei Spiele können Fans in der Stadt beim öffentlichen Zuschauen gemeinsam verfolgen. "Freie Presse" gibt einen Überblick:

Innere Klosterstraße: Die "leckerste Fanmeile der Stadt" kündigt Veranstalter Sven Hertwig für das Public Viewing in der jüngst ausgerufenen Gastromeile an. Das größte Rudelgucken in Chemnitz zieht vom Neumarkt in die Innere Klosterstraße. Zwei 15 Quadratmeter große LED-Videowände werden aufgebaut, eine am nördlichen Ende der Straße zwischen Henrics und Brazil, die zweite am Jakobikirchplatz. Auf der Fanmeile sind zudem zehn 60-Zoll-Fernsehbildschirme verteilt. Der Platz reicht für 5000 Leute, zu sehen sind die Deutschland-Spiele. Kulinarisch werden die Fans in den Lokalen und an Ständen versorgt. Besonders gemütlich soll die Liegestuhl-Lounge an der Kirche sein. Wer nicht nur die DFB-Elf sehen will, kann im Henrics und im Brazil alle anderen Begegnungen verfolgen. Dort gibt es auch Außenplätze. Miramar: Fußball-Ambiente im Grünen verspricht das Public Viewing an der Springbrunnen-Anlage nahe der Schloßkirche. Auf der 30-Quadratmeter-Leinwand können bis zu 4000 Gäste Spiele der deutschen Elf verfolgen - bei gutem und schlechtem Wetter. "Falls es regnet, werden wir kostenlose Ponchos verteilen", verspricht Gastronom André Gruhle. Bierzeltgarnituren stehen bereit, zudem wird eine VIP-Tribüne aufgebaut. Im Biergarten selbst werden auf einer kleineren Leinwand (16 Quadratmeter) auch Spiele ohne deutsche Beteiligung gezeigt. Hier ist Platz für 500 Leute.

Uferstrand: Das geballte WM-Programm mit allen 64 Spielen gibt es auch am Uferstrand zu sehen. Rund 300 Menschen können das Turnier auf dem 24-Quadratmeter-LED-Bildschirm auf Sitzplätzen verfolgen. Wer möchte, kann sich auch mit einer Decke in den Sand setzen. Besonderheit: An jedem Spieltag wird eine Pizza mit Zutaten aus einem der Teilnehmerländer serviert.

TU-Campus: Auf einer 15 Quadratmeter großen LED-Wand vor dem Hörsaal an der Reichenhainer Straße wird Fußball gezeigt - aber nur, wenn die DFB-Elf spielt. Platz ist für etwa 400 Personen. Im Uni-Shop sollen ab dem 19. Juni auch spezielle WM-T-Shirts verkauft werden.

Pelzmühle: Nach der Premiere zur EM 2016 steigt auch dieses Jahr eine Fußball-Party am Pelzmühlenteich in Reichenbrand. Dort können rund 500 Fans auf 15 Quadratmetern Videofläche die komplette WM verfolgen - egal, wer gerade spielt.

Stausee Rabenstein: Badegäste können im Bistro auf einer Leinwand alle WM-Spiele sehen, die zu den Öffnungszeiten laufen, sagt Theresa Oertel, Sprecherin des Betreibers, der Eissport- und Freizeit-Gesellschaft. "Damit wollen wir dem Papa, der mit Familie den Stausee besucht, ein Angebot machen. Öffentliches Public Viewing ist das aber nicht", betont sie. (mit hfn)

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