Wie Klinik für Psychiatrie mit Personal-Mangel umgeht

Neue Strukturen und veränderte Angebote in der medizinischen Einrichtung - Mittweida als Tagesklinik-Standort

Mittweida.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) der kreiseigenen Krankenhausgesellschaft LMK ist im Umbruch. Am Standort Mittweida werden, auch wegen Personalmangel keine Patienten mehr stationär betreut. Stattdessen behandeln Psychologen Kinder und Jugendliche in einer Tagesklinik. "Freie Presse" beantwortet Fragen zur neuen Struktur.

Wo finden Eltern die Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie?

Die Tagesklinik ist im Mittweidaer Krankenhaus in dem Gebäude eingerichtet, in dem die Station für Kinder- und Jugendpsychiatrie ihren Sitz hatte. Die über zehn Räume befinden sich laut Landratsamt Mittelsachsen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss.

Welchen Tagesablauf haben die jungen Patienten in der Klinik?

Laut Kreisbehörde werden in der Tagesklinik am Vormittag Schulstunden, aber auch Therapiesitzungen durchgeführt. Auch nachmittags fänden Therapien statt. Es werden verschiedene Behandlungen angeboten, darunter ergotherapeutische, arbeitstherapeutische, mototherapeutische und psychotherapeutische Therapien. Außerdem gibt es Aufenthaltsräume, in denen die Kinder und Jugendlichen Hausaufgaben erledigen können. Zusätzlich wurden Schlafräume eingerichtet.

Wie viele Plätze kann die Klinik derzeit bieten?

Aktuell gibt es elf Plätze, heißt es aus dem Landratsamt.

Können Eltern, deren Kinder an einer psychischen Erkrankung leiden, die Tagesklinik ohne Voranmeldung aufsuchen?

Nein. "Für die Aufnahme wird grundsätzlich eine Überweisung benötigt", sagt Kreissprecherin Lisa-Maria Schöne. Eltern könnten aber zuvor anrufen, um den Therapeuten Fragen zu stellen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Die Tagesklinik nutzt nicht alle Räume, die bisher von der KJP belegt wurden. Was geschieht mit den ungenutzten Räumen?

Die oberste Etage des Gebäudes, in dem die Station bislang untergebracht war, wird nicht genutzt. Wie die Kreissprecherin erklärte, seien die Zimmer verschlossen.

Wie viele Ärzte und Therapeuten arbeiten in der Tagesklinik?

Diese Frage ließ das Landratsamt unbeantwortet. (fpe)


Neue Verträge und ein Rückzug von Klinik-Spitze

Am 14. Dezember sollen in Freiberg die neuen Gesellschaftsverträge für die Integration des Kreiskrankenhauses in die Vereinigten Gesundheitseinrichtungen Mittelsachsen (VGE) vorgestellt und beraten werden.

Die Kreistagsentscheidungen vom 15. Juni und 19. Oktober zur Teilprivatisierung der finanziell angeschlagenen Einrichtung werden derzeit weiter umgesetzt. Von der neuen Gesellschafterstruktur und dem neuen Geschäftsführer der LMK erwartet sich der Oberbürgermeister von Mittweida, Ralf Schreiber (CDU), eine Stärkung des Krankenhausstandortes Mittweida.

Nach dem Rückzug von Jens Irmer aus der Spitze des Kreiskranken-

hauses LMK bleibt er allerdings Geschäftsführer der EKM-Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen.

Angesichts der anstehenden Eingliederung der LMK in die von der Sana-Kliniken AG geführte VGE hatte Irmer nach Angaben des Landratsamtes um die Auflösung seines Vertrages für die LMK gebeten. (grit/hh)

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