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Ein Streufahrzeug des ASR rückt auf der Reichenhainer Straße zum Einsatz aus. Mehr Geld für Fremdfirmen soll dazu beitragen, dass die wichtigsten Verkehrsadern der Stadt künftig etwas rascher abgearbeitet werden und die Fahrzeuge dadurch schneller auch andere Straßen betreuen können.

Foto: Andreas Seidel

Wie der Winterdienst in diesem Jahr besser werden will

Zusätzliches Geld und neue Räumerlaubnis für Anlieger sollen sich vor allem auf Nebenstraßen bemerkbar machen

erschienen am 05.12.2017

Damit sich die Auswirkungen von Schnee und Eis auf den Verkehr möglichst in Grenzen halten, probiert die Stadt einige neue Ansätze aus. "Freie Presse" beantwortet wichtige Fragen.

Was hat sich der für den Winterdienst zuständige Stadtreinigungsbetrieb ASR für dieses Jahr vorgenommen?

Vor allem auf Straßen, die beim Räumen und Streuen nicht die höchste Priorität genießen, soll sich der Service nach Möglichkeit verbessern. Diese Straßen werden zwar auch künftig erst dann in Angriff genommen, wenn das sogenannte Hauptnetz abgearbeitet ist. Dazu zählen besonders viel befahrene Straßen, kritische Abschnitte sowie Straßen, auf denen Busse und Bahnen unterwegs sind. Ziel von Stadt und ASR ist es aber, dort künftig zügiger voranzukommen, um dann schneller auf die Straßen des Nebennetzes wechseln zu können.

Wie soll die angestrebte bessere Betreuung des Nebennetzes erreicht werden?

Nicht zuletzt, indem zusätzlich zu den Leistungen, die der ASR selbst erbringt, Aufträge an Fremd firmen vergeben werden. Unter anderem dafür will die Stadt 300.000 Euro zusätzlich bereitstellen. Der Stadtrat stimmt morgen darüber ab.

Reicht das zusätzliche Geld für spürbare Verbesserungen?

Laut Berechnungen des ASR könnten dadurch die Räum- und Streufahrzeuge auf den Straßen der beiden höchsten Kategorien bis zu etwa 20 Prozent schneller vorankommen. "Dieser Zeitpuffer kann bei entsprechender Witterung dann zu einer besseren Betreuung des Nebenstraßennetzes führen", heißt es.

Wie viele Mitarbeiter und Fahrzeuge stehen insgesamt für den Winterdienst zur Verfügung?

Planmäßig stehen nach Angaben des ASR im Unternehmen und bei vertraglich gebundenen Auftragnehmern etwa 125 Mitarbeiter bereit. Im ASR wurden 33 Fahrzeuge, darunter 17 Großräumfahrzeuge, für den Winterdiensteinsatz vorbereitet. Bei den vertraglich gebundenen Firmen kommen mindestens noch weitere 15 Fahrzeuge hinzu.

Ein großes Problem im vergangenen Winter waren Straßen in Wohngebieten, auf denen sich tiefe Spurrinnen aus Schnee und Eis bildeten, weil nicht rechtzeitig geräumt worden war. Droht dieses Jahr dasselbe Dilemma?

Straßen der niedrigeren Räumkategorien 3, 4 und 0 können neuerdings bei Bedarf auch von den Eigentümern der anliegenden Grundstücke selbst und auf eigene Kosten gestreut bzw. geräumt werden. Das haben die Stadtverwaltung, der ASR und Großvermieter nach den Problemen im vergangenen Winter vereinbart.

Wer ist für den Winterdienst auf Gehwegen zuständig?

Fast immer der Eigentümer des anliegenden Grundstücks. Ordnungsbürgermeister Miko Runkel empfiehlt daher, sich bei Problemen zunächst mit den Eigentümern oder der zuständigen Hausverwaltung in Verbindung zu setzen. Sollte das nicht zum Erfolg führen, kann auch die Stadtverwaltung unter der Behördenrufnummer 115 kontaktiert werden.

Wie lief der erste große Einsatz in diesem Jahr?

Der ASR war nach eigenen Angaben ab Sonntagabend planmäßig im Einsatz. Laut Polizei kam es im Stadtgebiet bis gestern Vormittag zu 34 Verkehrsunfällen, bei zweien kamen Personen zu Schaden. Beim Nahverkehrsbetrieb CVAG liefen die Fahrten laut einem Sprecher weitgehend störungsfrei. Geringfügige Behinderungen habe es in Adelsberg und Altendorf gegeben.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 05.12.2017
    12:02 Uhr

    Steuerzahler: Wieder einmal typisch Chemnitz! Für manche Hobbys ist genug Geld da, aber für die Daseinsfürsorge wird gespart. Aus dem Dürfen wird Gewohnheit und an Ende Pflicht! Und wie sieht es denn am Ende mit der Haftung aus? Bisher durfte doch kein Schneepflug das Schild senken, wenn er nicht den ausdrücklichen Auftrag hatte. Sonst wäre er angeblich nicht versichert gewesen. Sollen jetzt alle Anlieger, und ich Rede da nicht von Großvermietern, eine Haftpflicht für diese Fälle abschließen, falls ich mit der Schippe einen PKW aus Versehen berühre oder jemand auf dem von mir Geschippten ausrutscht, weil es ihm nicht gut genug war? Die Stadt hat ja einen Versicherer, der darin geübt ist, alle Ansprüche abzuwehren. Wohlgemerkt: es geht um Straßen, nicht um den Gehweg! Unglaublich, was sich die Stadt so einfallen lässt!

    1 4
     
  • 05.12.2017
    10:01 Uhr

    1953866: "können neuerdings bei Bedarf auch..." Wirklich seht großzügig. Aus dem "können" wird dann in 2, 3 Jahren mittels einer verschwurbelten Vorschrift ein "müssen".

    1 6
     
  • 05.12.2017
    07:45 Uhr

    acals: 1. Ihro Durchlauchtigkeiten haben in ihrer allumfassenden und von Gott gegebenen (nein, wohl eher durch volkes wille) Gnade zu erkennen gegeben, dass alljaehrlich eine Gebuehr fuers Strassefegen anfaellig ist. Erst vor kurzem wurde dem unmuendigem Volke mitgeiteilt - wir gestatten uns die Gebuehr zu erhoehen.

    Habt Ihr, liebe Buerger, aber Schnee vor der Huette - dann kehrt doch bitte selber.

    2. Als Ihrer Durchlauchtigten Herrscherin kundgetan wurde, dass das Volk hungert und kein Brot mehr hat, tat diese in ihrer Machtfuelle kund: Ich erlaube, dass das Volk Kuchen isst. (Ausgang fuer diese royale Persoenlichkeit ist sicherlich bekannt.)

    3. Man stelle sich nur mal vor, der Verkehrsminister tut den Chemnitzern zur Kenntnis geben: Ihro Wunsch nach Elektrifizierung von Chemnitz nach Leipzig hat auch mein durchlauchtigtes Ohr vernommen. In meiner goettlichen Weisheit tue ich daher kund: Ihr duerft dies auf Eure Kosten tun. Ich probier mal neue Wege.

    1 8
     
  • 05.12.2017
    07:31 Uhr

    Hinterfragt: "...können neuerdings bei Bedarf auch von den Eigentümern der anliegenden Grundstücke selbst und auf eigene Kosten gestreut bzw. geräumt werden..."

    Die Großzügigkeit der Stadt und ASR ist ja überragend und kennt keine Grenzen!

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