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Glyphosat in einem Unkrautvernichtungsmittel. Für seine Anwendung im Bereich von Städten und Gemeinden gibt es klare Vorschriften. In manchen Fällen wird auf den Einsatz bereits ganz verzichtet.

Foto: imago stock&people

Wie im Erzgebirgskreis mit Glyphosat umgegangen wird

Viele Bauern halten ihre Felder mit dem Mittel Glyphosat frei von Unkraut und stehen dafür in der Kritik. Aber auch in einigen Kommunen wird es benutzt. Alternativen dazu sind umstritten.

Von Viola Gerhard
erschienen am 14.02.2018

Neukirchen. Auch in Neukirchen kommt das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zum Einsatz. Das bestätigt Bürgermeister Sascha Thamm auf Anfrage. Wie viel davon zum Einsatz kommt, kann er nicht sagen. Dafür wisse er, dass es in seiner Gemeinde zur Bekämpfung von Unkraut etwa auf Gehwegen im Gewerbegebiet und auf Parkplatzflächen genutzt wird.

"Gern verwenden wird das Mittel nicht", sagt Thamm. Doch die Alternative des Entfernens über Bürsten sei aus seiner Sicht für die Gemeinde nicht wirtschaftlich darstellbar. "Probiert haben wird das. Doch es ist einfach zu teuer", erklärt der Bürgermeister. Einsetzen könne die Gemeinde das Mittel zumindest 2018 noch, denn dafür hat sie die nötige Genehmigung. Und wenn es keine anderen preiswerten Alternativen gibt, werde Neukirchen wohl auch einen Antrag stellen, es im nächsten Jahr wieder einsetzen zu dürfen.

Der Umgang, so erklärt Thamm, werde stets von dafür geschulten Mitarbeitern ausgeführt. Deren jüngste Schulung war im Januar. Eine Anwendung auf Flächen, auf denen etwa Kinder spielen, sei sowieso verboten und stelle daher auch keine Gefahr dar. Ganz darauf zu verzichten, kann sich der Bürgermeister zumindest in naher Zukunft noch nicht vorstellen.

Allerdings gibt es laut einer Umfrage unter Städten und Gemeinden im Erzgebirgskreis auch Versuche, auf die sogenannte Chemische Keule zunehmend oder auch ganz zu verzichten, obwohl das für sie zumeist einen hohen Mehraufwand bedeutet. Es wird aber auch deutlich, dass es an ähnlich wirksamen Alternativen noch mangelt.

So legt der Oelsnitzer Bürgermeister Bernd Birkigt zwar Wert auf eine Reduzierung des Glyphosateinsatzes und strebt zudem einen Totalverzicht an, aber er skizziert auch die Kehrseite. Der Verzicht könne "zumindest optisch in einigen Fällen zu einem schlechteren Pflegezustand führen", sagt er. Nichtsdestotrotz setze man verstärkt auf den Einsatz von Wildkrautbürsten.

Auch Sehmatal verzichtet seit 2016 auf Glyphosat und setzt auf mechanische Beseitigung, sagt Sandra Schmiedel, Amtsleiterin Verwaltungsmanagement. Ebenso wird in Zwönitz kein Glyphosat mehr benutzt, der Bauhof verwendet Heißschaum und Wildkrautbürste zur Unkrautbekämpfung.

Durch den Betriebshof der Kreisstadt Annaberg-Buchholz wird seit 2012 kein Glyphosat mehr verwendet, sagt Teamassistentin Lisa Drechsler. Stattdessen werde auf maschinelle Bekämpfung gesetzt. Versuche mit Heißschaum oder -wasser seien jedoch beendet worden, da sie zu viel an Personal, Technik und Zeit verlangen. Auch Pockau-Lengefeld bekämpft Unkraut seit Jahren umweltfreundlich mittels Heißwasserlanze, erklärt Frank Hübler, Sachgebietsleiter Bau.

In der Gemeinde Gelenau wird im Bereich des Bauhofes nicht mit Glyphosat gearbeitet. Es kommen nur mechanische Mittel wie Unkrautbürste und thermische wie Flächenbrenner zum Einsatz, betont Bauamtsleiter Jürgen Dietz. Aus Großrückerswalde, Börnichen und Olbernhau heißt es ebenfalls: kein Glyphosat. Die Alternativen dort sind manuelles Entfernen, Technik wie die "Unkrauthexe", eine Maschine mit Metallbürsten, oder Abbrennen. Börnichens Bürgermeister Frank Lohr hat noch einen Tipp: den Bewuchs an Wegrändern einfach kurz halten.

Die Suche nach Alternativen beschäftigt auch Stollbergs Bauhofleiter Markus Schmidt. In mehreren Erfahrungsaustauschen von Bauhöfen sei dies schon diskutiert worden - "mit dem Fazit, dass leider weder (hydro-)thermische noch mechanische Verfahren oder auch nur andere zulässige Herbizide eine vergleichbare Wirkung erzielen", so Schmidt. In Stollberg setze man Glyphosat gezielt und genehmigt in Problembereichen ein, unter anderem gegen Riesenbärenklau.

In Burkhardtsdorf und Gornsdorf werde ein glyphosathaltiges Mittel nur im Ausnahmefall und in geringen Mengen angewendet, erklärt Fachbereichsleiter Jörg Spiller. Ansonsten werde Unkraut nach seinen Angaben vorrangig per Hand beziehungsweise mit manuellen Hilfsmitteln beseitigt. Für größere Flächen werde ein Heißschaumverfahren eingesetzt. (mit reu)

 
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