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Foto: Tilo Steiner

Wo Projekt-Zuschüsse in den ländlichen Raum fließen

Ein spezielles Programm soll Projekte in der Region fördern. In einigen Orten wird das oft genutzt - in anderen gar nicht.

Von Christian Meyer
erschienen am 13.02.2018

Limbach-Oberfrohna. Noch ist der Raum, in dem Robby Hammer im Langenchursdorfer Luisenhof steht, eine Baustelle. Bis zum Sommer soll hier alles neu hergerichtet sein. "Früher war das ein Schweinestall. Wir wollen ihn für unser Bildungsprogramm 'Grünes Klassenzimmer' mit Schülern nutzen", sagt er. Hammer gehört zum Verein "Heilpädagogisch-Künstlerisches Therapeutikum". Für den Ausbau des Zimmers sowie eines weiteren Raumes darüber erhält der Verein zusammen 40.000 Euro aus dem Programm Leader-Region Schönburger Land. Auch für das Café des Hofes sind bereits Gelder aus dem Vorgängerprogramm geflossen.

In der Gemeinde Callenberg, zu der Langenchursdorf gehört, steht Hammer mit dieser Unterstützung nicht allein da. Hier sind mit bislang 24 Vorhaben die meisten Projekte des Förderprogramms umgesetzt worden. In anderen Kommunen sind es deutlich weniger, in Meerane gar keines. Dabei ist der Fördertopf von 2014 bis 2020 mit 12 Millionen Euro gefüllt.

Wie kommt das? "Eine Gemeinde wie Callenberg ist voll förderfähig, weil es ländlich geprägt ist", sagt Martin Böhm von der Leader-Geschäftsstelle in Waldenburg, die bei den Anträgen behilflich ist. Die Stadtgebiete in Meerane, Glauchau, Limbach-Oberfrohna und Lichtenstein sind dagegen von Investitionen ausgeschlossen. Mehrmals im Jahr werden sowohl Verwaltungen als auch Vereine, Kirchen, Gewerbe oder Privatleute aufgefordert, sich zu bewerben. Das Ziel: die Entwicklung ländlicher Regionen. Über die Bewilligung entscheidet ein Koordinierungskreis, in dem die Bürgermeister aller Kommunen sowie Personen aus dem Wirtschafts-, Sozial- und Kulturleben sitzen. Bereitgestellt wird das Geld vom Freistaat und der Europäischen Union.

"Die Callenberger sind gut vernetzt", so Martin Böhm. Dass das in der Gemeinde gut funktioniert, hört man auch Bürgermeister Daniel Röthig an, wenn man mit ihm über die Leader-Region spricht. "Es ist ein gutes Förderprogramm", sagt er. "Gerade für eine ländliche Region, wo es viele alte Baustrukturen gibt, ist das ideal. Wir sehen uns in der Verwaltung auch als Werbepartner des Projekts, sprechen viele Bürger darauf an." Er sieht allerdings auch Probleme: "Die Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle in Waldenburg klappt super. Aber insgesamt ist das Programm heillos überbürokratisiert." Ein paar Vereinfachungen habe es inzwischen gegeben. Röthig hofft, dass weitere folgen.

Auch in den Ortsteilen von Limbach-Oberfrohna gibt es Zuschüsse für verschiedene Projekte, die Kernstadt hingegen, so sehen es die Richtlinien des Förderprogrammes vor, gehört nicht zu den Bereichen, in die Zuschüsse fließen können. Niederfrohna kann hingegen profitieren und Fördermittel erhalten.

Während Callenberg am häufigsten profitiert, steht bei Meerane eine Null bei den bislang bewilligten Projekten. Bauvorhaben können dort nur in Waldsachsen und Dittrich gefördert werden. Warum auch dort noch kein Geld hingeflossen ist? "Wir haben darauf reagiert. Neben Hinweisen im Amtsblatt und im Internet gab es im September eine Informationsveranstaltung", teilte die Stadtverwaltung mit. Immerhin: Inzwischen seien auch aus Meerane erste Anträge in der Leader-Geschäftsstelle eingegangen.

In Langenchursdorf freut sich Robby Hammer auf sein "Grünes Klassenzimmer", bei dem junge Menschen mit dem landwirtschaftlichen Alltag vertraut werden. Im Dezember wurde ein weiteres Vorhaben im Luisenhof bewilligt: die Sanierung des Stallgebäudes. Jetzt, da der Verein weiß, wie die Förderung läuft, geht ein Antrag leichter von der Hand, erklärt Robby Hammer.

www.region-schoenburgerland.de

 
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