Eine Prinzessin lässt ihre Juwelen glänzen

Kein Faschingsende nach Aschermittwoch, ein Hase mit Namen Frau Schmidt und drei runde Geburtstage.

Petra Gaisböck, offizielle Faschingsprinzessin der Stadt München, streifte am Donnerstag zum allerletzten Mal ihr hoheitliches Kleid über. Klar, da war der Karnevalsrummel der Saison 2016/2017 längst gelaufen. Für die Chemnitzer machte sie allerdings eine Ausnahme. Ihr Ehemann Christian Gaisböck, der Münchner Faschingsprinz, wollte seine Gattin unbedingt in der Stadt ausführen, in der er von 2007 bis 2010 lebte. In der Region Chemnitz war der Bayer als Vertriebsleiter für Saatgut niedergelassen. "Damals lernte ich viele Freunde kennen, unter anderem die Inhaber des Juweliers Roller." Die Schmuckexperten sind mit den Gaisböcks noch heute so dicke, dass sie dem Prinzenpaar kurzerhand eine ganze Faschingssaison lang noblen Schmuck ausliehen. Zum Dank brachten die Münchner am Donnerstag einen deftigen Gruß ins Juweliersgeschäft. "Diese 50 Weißwürste sind heute früh erst produziert worden, frischer geht es nicht", sagte der Faschingsprinz und biss genüsslich in eines der knackenden Würstchen. "Eigentlich ist es nicht üblich, den Fasching nach Aschermittwoch weiterzufeiern", sagte er dann. "Aber ohne Station in Chemnitz zu machen, wollten wir unsere Regentschaft nicht ausklingen lassen." Das in blau gekleidete Prinzenpaar - eine Reminiszenz an den Lieblingsfußballverein 1860 München - hatte in den vergangenen Wochen mehr als 150 Auftritte absolviert, in Faschingssälen, Altenheimen, Schulen und Kindergärten. "Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, wenn ich jetzt nicht mehr jeden Tag zum Friseur muss, um eine Hochsteckfrisur zu platzieren. Auch wenn die Faschingszeit ein Riesengaudi war", so Petra Gaisböck. Die Angestellte hatte für die Zeit als Prinzessin ihren gesamten Jahresurlaub investiert.

Cathrin Eschenbach, Geschäftsführerin des Eventmöbelvertriebs Lounge for you, kuschelte am Donnerstag mit einem Riesenhasen. "Gestatten, das ist Frau Schmidt", stellte sie das schneeweiße Langohr vor. Frau Schmidt ist keine voreilige Osterbotin, sondern der Produktname eines der Accessoires, die Cathrin Eschenbach den Chemnitzern künftig ans Herz legen will. Im Pumpwerk Eins, dem von Gastronom Roland Keilholz betriebenen Veranstaltungszentrum an der Zschopauer Straße, öffnete Cathrin Eschenbach erstmals die Tore zu einer Messe für Partymöbel und Wohndetails. "Heute können Hochzeitsplaner, Veranstalter und Firmenchefs hier nach Herzenslust stöbern", so Eschenbach. "Die Zeiten, als man bei Firmenfesten nur runde Tische aufstellte, sind längst vorbei." Stattdessen sollen Gäste auch in Chemnitz künftig in leuchtenden Plexiglas-Sesseln chillen oder auf kunterbunten Schwedenstühlen sitzen. "Ich will ein bisschen Farbe in die Stadt und ein Lächeln ins Gesicht der Bewohner bringen." Cathrin Eschenbach betreibt mit ihrem Mann Alexander eines der erfolgreichsten Zeltbauunternehmen Deutschlands. Sie statteten mit ihren Interimshallen unter anderem die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika aus.

Peter Waldvogel, Chemnitzer Architekt, machte am Wochenende ein Fass auf. Er feierte in seinen Büroräumen im Cammann-Haus seinen 65. Geburtstag - mit Künstlern, Gewichthebern und anderen Freunden. Mit Kulturmenschen wie Osmar Osten, Steffen Volmer, Klaus Süß oder Karl Heinz Richter sitzt er beispielsweise fast jeden Samstag zum Mittag in der Innenstadt zusammen. "Diese Momente genieße ich sehr", sagte er in seiner Begrüßungsrede gerührt. Fast 40 Gäste genossen danach ein edles Menü aus der Küche des Restaurants Villa Esche. Es gab Bries, die wohl zarteste Innerei vom Kalb überhaupt, Jacobsmuschelsalat und am Ende eine echte Kalorienbombe aus Halbgefrorenem.

Christoph Magirius (Foto), Ehrenbürger der Stadt und langjähriger Superintendent, kommt aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. In der vorvergangenen Woche feierte er seinen 80. Geburtstag - "mit vielen Freunden, Familienangehörigen, Lebens- und Weggefährten", freute er sich. Dieses Wochenende organisierte er dann schon wieder den Friedenstag mit. "Ich lebe seit 1979 in der Stadt. So lange habe ich an keinem anderen Ort zugebracht", sagte Magirius gestern. "Die Stadt und ihre Menschen bedeuten mir viel." Zum Geburtstag kamen aber auch Weggefährten zum Beispiel aus der Zeit, als Magirius noch Studentenpfarrer in Leipzig war. "Damals war ja auch Angela Merkel noch unter den Studierenden dort." Sie war allerdings nicht unter Magirius' Geburtstagsgästen.

Horst Wehner (Foto), Landtagspräsident, feierte als Dritter im Bunde einen Runden. Er sang und tanzte sich am vorletzten Freitag in seinen 65. Geburtstag am Uferstrand. Und freut sich nun auf eine Traumreise: "Nach zehn Jahren Ehe will ich mit meiner Frau endlich in die Flitterwochen." Seine Gattin ist Kabarettistin Kerstin Heine. Sie wollen gemeinsam in Curaçao tauchen.

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