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Modern ist anders: Der Magirus Deutz der Jöhstädter Wehr ist bereits seit knapp fünf Jahrzehnten im Einsatz.

Foto: Bernd März

Alarm in Jöhstadt: Feuerwehr aufgelöst

Der Stadtrat hat einen Beschluss gefasst, der alles andere als alltäglich ist. Doch er war längst überfällig, sagt Bürgermeister Olaf Oettel. Seit Monaten hätten die Kameraden keine Ausbildung mehr absolviert. Droht jetzt eine Pflichtfeuerwehr?

Von Thomas Wittig
erschienen am 09.09.2017

Jöhstadt. Die Zeiger der Uhren haben sich bereits auf Mitternacht zubewegt, als der Jöhstädter Stadtrat am Donnerstagabend das letzte Mal in der Sitzung die Hände für eine Abstimmung hob. Das Ergebnis: einstimmig. Allerdings nicht, weil die Räte angesichts der fortgeschrittenen Zeit schnell nach Hause wollten, sondern weil sie aufgrund der auf den Tisch gepackten Argumente kaum eine andere Wahl hatten. Mit der Entscheidung stellte das Gremium die Ortsfeuerwehr Jöhstadt "personallos" wie es im Beschlusstext offiziell heißt. Zu deutsch: Die Wehr ist aufgelöst und damit ab sofort aus der Alarmierungskette genommen.

Dieser Beschluss ist längst überfällig, sagte Bürgermeister Olaf Oettel (parteilos). "Seit Monaten haben die Jöhstädter Kameraden mit dem Dienst ausgesetzt", erklärte Claudia Tietz vom Ordnungsamt. Und Stadtwehrleiter Uwe Bräuer betonte: "Es kann nicht sein, dass man sich nur zum Bockwurstessen und Bier trinken im Depot trifft. Eine Hutzenstube werden wir nicht dulden." Es sei dringend nötig, dass endlich ein Schlussstrich gezogen werde, da es die Probleme nicht erst seit gestern gebe. Man habe viele Gespräche geführt, es im Guten und im Bösen probiert, aber nichts habe gefruchtet. Auch Oettel, der vor seiner Wahl zum Bürgermeister beim Technischen Hilfswerk tätig war und sich in der Materie auskennt, habe versucht zu vermitteln - ohne Erfolg.

Den wenigen Kameraden, die gewillt seien, weiter ihre Arbeit zu machen, wird mit dem Ratsbeschluss freigestellt, sich einer der drei anderen Ortswehren Schmalzgrube, Grumbach oder Steinbach anzuschließen. Das erst vor wenigen Jahren neu errichtete Gerätehaus in Jöhstadt bleibe indes weiter im Dienst, wie es so schön heißt. Was allerdings mit den dortigen Fahrzeugen wird, ist noch unklar. Laut Oettel lohne es sich wegen ihres Alters nicht mehr, Geld in die Fahrzeuge zu investieren. Bräuer bezeichnete sie gar als "gut gepflegten Schrott".

Trotz der Auflösung der Wehr bleibe aber der Grundschutz für Jöhstadt bestehen. Im Ernstfall werde ab sofort Königswalde mit alarmiert, sagte Kreisbrandmeister Lutz Lorenz, der die Querelen in Jöhstadt kennt. Das beste für die Stadt sei jetzt, einen klaren Schnitt zu machen und eine neue Wehr aufzubauen. Dafür brauche es allerdings mindestens 18 Mitstreiter. Viel Hoffnung, dass das gelingt, hat der Stadtwehrleiter nicht.

Und was ist mit einer Pflichtfeuerwehr? Davon hält Danilo Wötzel, stellvertretender Kreisbrandmeister, überhaupt nichts. "Alles was Pflicht ist, wird nicht funktionieren", sagt er.

 
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