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Die Drehscheibe des Weiperter Bahnhofes ist nun Geschichte.

Foto: Christine BergmannBild 1 / 2

Als die Loks noch in Weipert wendeten

Ein Relikt der regionalen Eisenbahngeschichte ist Vergangenheit. Die große Drehscheibe auf dem Weiperter Bahnhof wurde demontiert. Doch geht es nach einem Verein, soll sie nicht dem Vergessen anheimfallen.

Von Christine Bergmann
erschienen am 14.02.2018

Bärenstein/Weipert. Ein Zeitzeuge technischer Errungenschaften der Vergangenheit ist vorige Woche in Weipert verschwunden. Die im Durchmesser 19,5 Meter große Drehscheibe auf dem Bahnhofsgelände der Grenzstadt wurde abgebaut. Es erinnern lediglich noch die runde Grube und ein imposanter Berg verrostete Einzelteile an die einst gefragte technische Anlage der deutschen Reichsbahn. Gebaut wurde das imposante Drehwerk 1926. "Leider war es jetzt für unsere Stadt nur noch eine Gefahrenstelle" sagt Weiperts Bürgermeisterin Jitka Gavdunová. Im gleichen Atemzug bedauert sie aber auch das Vorgehen der Tschechisch-Slowakischen-Staatsbahn (CSD). "Wir haben nichts von dem Vorhaben gewusst", sagt das Stadtoberhaupt. Zugleich räumt Gavdunová ein, dass sich die Drehscheibe in einem sehr schlechten Zustand befand. Nach ihren Aussagen ein Millionenprojekt, wenn man sich vorgenommen hätte, die Anlage als technisches Denkmal wieder herzurichten. "Die tschechische Bahn fährt auf Verlust und trifft ihre Entscheidungen in eigener Hoheit", so die Bürgermeisterin.

Uwe Schulze vom Verein Denkmalspflege Weipert sieht das anders. Er möchte gemeinsam mit seinen Vereinsmitgliedern einige wichtige Teile der Drehscheibe retten und zu einem Denkmal der Erinnerung für die Grenzstadt zusammenfügen. "Die Weiperter Scheibe hatte zudem eine Abdeckung und war damit die letzte ihrer Art, die ich im Erzgebirge so noch kannte", sagt der Lokführer bei der Fichtelbergbahn.

Vor dem Krieg waren die zwei Drehscheiben in Weipert noch der Bahnmeisterei Buchholz unterstellt. Von dort und auch aus Chemnitz kamen die Wendeloks, um auf dem Weiperter Bahnhof zu drehen. Auch die Komotauer Maschinen nutzten die mit deutschen Mitteln gebaute Anlage, nachdem die kleinere schon nicht mehr funktionierte. "Die Scheibe war groß genug für die Zugmaschinen und hatte einen elektrischen Antrieb", weiß der Eisenbahnhistoriker Schulze. "Das ersparte von nun an das lästige Drehen der Lokomotiven durch die Eisenbahner von Hand."

Als die Grenze nach dem Krieg 1945 dicht gemacht wurde, hatten die Deutschen ein Problem. Die Wendeloks der Baureihe 38 fuhren zwar noch bis Bärenstein. Dort mussten sie aber aus Mangel technischer Voraussetzungen zum Kehren den Ort in Richtung Chemnitz rückwärts mit dem Tender voraus verlassen. Erst in Buchholz konnten die Zugmaschinen drehen.

In dieser Woche sollen die abmontierten Eisenteile und Zeugen deutscher Industriegeschichte endgültig vom Gelände des einst mächtigen Weiperter Bahnhofes abtransportiert werden. "Die Grube soll mit Steinen und Erdmaterial verfüllt werden", erklärt Jitka Gavdunová. Damit sei das Abrissprojekt abgehakt.

 
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