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In Schönfeld machen die Anwohner mit Schildern auf die Missstände aufmerksam. Sie fordern: Die B 95 muss weg und eine Ortsumfahrung her.

Foto: Bernd MärzBild 1 / 2

Baustart für Zschopautal-Brücke und Ortsumgehung weiter offen

Mit zwei Straßenbauprojekten in und um Schönfeld könnten eine gefährliche Kreuzung entschärft werden und ein verkehrsgeplagtes Dorf endlich Ruhe finden. Über beide Vorhaben wird seit Jahren gesprochen. Feste Termine für einen Beginn gibt es aber bis heute nicht.

Von Denise Märkisch
erschienen am 14.02.2018

Schönfeld. Tausende Autos rollen Tag für Tag auf der B 95 durch Schönfeld. Die Anwohner sind genervt, und das nicht erst seit gestern. Lange haben sie dafür gekämpft, dass eine Ortsumfahrung im Bundesverkehrswegeplan den Status "vordringlicher Bedarf" erhält. Denn nur Projekte, die in diese Kategorie fallen, haben eine realistische Chance, auch wirklich umgesetzt zu werden. Um den Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen, gründete sich 2015 eine Bürgerinitiative (BI). Mit Erfolg, die Ortsumfahrung wurde tatsächlich als "vordringlicher Bedarf" in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Doch seitdem ist es ruhig geworden.

Nicht, dass die BI ihre Arbeit nach dem Teilerfolg eingestellt hat. Die Mitglieder schrieben laut Ronny Schreiter beispielsweise Briefe an Ämter und Abgeordnete, in denen ein unverzüglicher Planungsbeginn gefordert wurde. Die meisten davon seien aber unbeantwortet geblieben, so Ronny Schreiter. Und bei den wenigen Antworten, die es gab, handelte es sich nur um allgemeine Stellungnahmen. Doch in den Augen der BI drängt die Zeit. Die Belastung mit Lärm und Dreck müsse endlich ein Ende habe, sagten Anwohner schon vor Jahren. Das Überqueren der Bundesstraße gleicht oft einer Mutprobe, das Herausfahren aus den Grundstücken ist nur mit viel Geduld überhaupt machbar.

Aber wann soll es nun endlich losgehen? "Mit einem Baubeginn ist frühestens 2025 zu rechnen", erklärt Isabel Siebert, Pressesprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Doch ob bis dahin tatsächlich Baurecht zu erzielen sei, könne nach heutigem Stand nicht vorhergesagt werden. Allerdings werde "demnächst" die verkehrstechnische Untersuchung in Auftrag gegeben, so Siebert weiter. "Die Grundlagen wurden zusammengestellt und die Beauftragung von Planungsleisungen läuft, sodass im Herbst mit den eigentlichen Planungsleistungen begonnen werden kann." Wo genau die Schönfelder Ortsumgehung künftig entlangführen wird, ist noch nicht klar. Für Angaben zu einer möglichen Vorzugsvariante sei es noch zu früh, die Untersuchungen liefen ergebnisoffen. Die Kostenschätzung belief sich 2014 auf rund 17,5 Millionen Euro.

Die Ortsumfahrung ist aber nicht das einzige Millionenprojekt, das auf sich warten lässt. Die Zschopautal-Brücke ist ein weiteres Beispiel. Seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, wird darüber diskutiert. Es gab sogar Zeiten, da wurde bereits ein möglicher Baustart kundgetan. Der sollte 2008 sein, wie das Archiv der "Freien Presse" verrät. Dieser Termin wurde später als nicht machbar eingestuft. Bis heute steht keine Brücke. Wann möglicherweise mit der Errichtung des Bauwerkes, das das Tal überspannen soll, begonnen werden kann, ist weiterhin offen. Baurecht besteht noch immer nicht, wie die Lasuv-Sprecherin mitteilt. "Ob es noch in diesem Jahr zur Baurechtserlangung kommen kann, ist fraglich", sagt Isabel Siebert. Verzögerungen gibt es unter anderem, weil im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eine erste Tektur, also Änderung, erarbeitet wurde. "Dazu lief 2017 das Anhörungsverfahren. Derzeit werden die Erwiderungen erarbeitet", sagt Isabel Siebert. Einwendungen - unter anderem äußerten sich Naturschutzverbände und Anliegerkommunen - betrafen laut Lasuv unter anderem den Verlauf einer Trinkwasserfernleitung und Änderungen an Gasleitungen. Auch grundsätzliche Dinge, wie die Möglichkeit von Wiesa kommend links auf die B 95 auffahren zu können, gehören dazu. "Außerdem gibt es die Forderung eines straßenparallelen Radweges." Und Umweltverbände lehnten das Projekt gleich ganz ab.

Ziel des nach alten Schätzungen 15 Millionen Euro teuren Vorhabens ist die Entschärfung der Zschopautal-Kreuzung. Sie gilt als Unfallschwerpunkt.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
1
Kommentare
1
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  • 14.02.2018
    08:51 Uhr

    Menser: Die Kreuzung könnte man durch einen Kreisverkehr locker entschärfen, Platz ist da genug, auch für LKW's. Aber das wäre vermutlich zu günstig. Keine Ahnung warum das nicht in Erwägung gezogen wird. Ist zwar noch keine Ortsumgehung, aber damit könnte man sich die Brücke sparen, welche nach ein paar Jahren auch wieder imense Kosten verursacht.

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