Beratungslehrer sammeln Praxistipps in Firmen

Ein Einblick in die hiesige Wirtschaft soll zeitig bei der Berufsorientierung der Schüler helfen. Ein Knackpunkt: Mathe und Physik.

Annaberg-Buchholz.

Eine wichtige Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Schülern - den Arbeitnehmern von morgen - sind die Lehrer. Sie sollen junge Leute angemessen auf das spätere Berufsleben vorbereiten. Anlass für die Industrie- und Handelskammer (IHK) Chemnitz, jährlich einen "Tag der Wirtschaft" für Gymnasiallehrer des Regierungsbezirkes zu organisieren. Diesmal lautete das Motto "Menschen befähigen - Wirtschaft stärken". Dafür wurde in dieser Woche ins Gründer- und Dienstleistungszentrum nach Annaberg-Buchholz eingeladen. 35 von etwa 50 Beratungslehrern aus dem Regierungsbezirk Chemnitz nahmen teil.

Mit der Veranstaltung soll zeitig Einfluss auf die Berufs- und Studienorientierung von Gymnasiasten genommen werden, indem über Möglichkeiten in der Region informiert wird. "Außerdem wurden die Lehrer über die Anforderungen, die Arbeitgeber an Schulabsolventen haben, praxisnah aufgeklärt", erklärt Jana Dost, Geschäftsführerin der IHK Regionalkammer Erzgebirge. Gesucht werden vor allem motivierte junge Leute, die nicht unbedingt den besten Schulabschluss haben müssen. "Dennoch steigen die Anforderungen ständig, weshalb ein Abitur mehr Möglichkeiten bietet."


Neben Vorträgen und Diskussionen besuchten die Lehrer fünf verschiedene Unternehmen: Mennekes Elektrotechnik in Neudorf, Industrie- und Dichtungstechnik (IDT) in Annaberg-Buchholz, Norafin Industries in Mildenau, MKT Metall- und Kunststoffverarbeitung in Cranzahl sowie die Handtmann Leichtmetallgießerei in Frohnau. "Den Lehrern soll gezeigt werden, welche Anforderungen Firmen haben, was in Industrieberufen vermittelt wird und welche Fähigkeiten ein Bewerber mitbringen muss", sagt Jana Dost.

Der Betriebsleiter bei IDT in Annaberg-Buchholz, Matthias Seidel, berichtet, dass die Anzahl der Bewerber rückläufig ist: "Wir haben für das beginnende Lehrjahr 15 Bewerbungen auf vier Stellen, die wenigsten davon aus Annaberg." Er wünscht sich, dass die Lehrer im Unterrichtmehr Wert auf die Praxis legen und dass angehende Azubis in Mathe und Physik mindestens die Note 2 vorweisen können.

Seit dem Start des "Tages der Wirtschaft" vor zwölf Jahren nimmt auch Bärbel Lindner, Lehrerin für Gemeinschaftskunde und Berufsberaterin am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium in Schneeberg, daran teil. "Ich möchte über den Tellerrand schauen und die neuesten Informationen an meine Schüler weitergeben sowie eine gute Berufsberatung leisten", sagt sie. Zu ihren diesjährigen Erkenntnissen gehört etwa, dass bei Azubis verstärkt auch Fremdsprachenkenntnisse erforderlich sind. Mit Blick auf die Lehrer sagt Bärbel Lindner: "Praktische Erfahrungen werden immer wichtiger. Zudem sollte man mit der Zeit gehen und sich selbstständig weiterbilden."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...