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Martin Häußler ist der ältesteCrottendorfer. Er feiert heute seinen100. Geburtstag.

Foto: Jan Görner

Crottendorfer feiert 100. Geburtstag

Keiner im Ort ist so alt wie Martin Häußler, heute ist sein Ehrentag. Im Leben hat er Schlimmes und Schönes erfahren. Seinen Geist hält er auch mit einem Computer fit.

Von Jan Görner
erschienen am 16.05.2018

Crottendorf. Als Martin Häußler geboren wurde, tobte auf den Schlachtfelder Europas noch der Erste Weltkrieg. Am 16. Mai 1918 erblickte er in seinem Elternhaus in Crottendorf das Licht der Welt. Dort ist er auch heute noch immer gern zuhause. Gemeinsam mit vier Brüdern ist er behütet innerhalb der Familie aufgewachsen. Mittlerweile ist er als einziger von ihnen übrig geblieben. Dennoch ist und bleibt die Familie sein Rückhalt. Gattin Hanna wird bald 99 Jahre alt. Beide fühlen sich trotz des hohen Alters wohl. "Sie lamentieren nie", versichert ihr Sohn Dietmar Häußler. Dabei hat der Jubilar schon sehr viel durchmachen müssen.

Drei Lungensteckschüsse, die ihn während der Kämpfe um El Alamein trafen, hätten Martin Häußler beinahe das Leben gekostet. In den 1970er-Jahren wurde er in einen schweren Autounfall verwickelt und verletzt. Zwei Herzinfarkte hat der älteste Crottendorfer ebenfalls schon erlitten. Nun macht ihm ein Oberschenkelhalsbruch schwer zu schaffen. Trotzdem kümmert er sich gern und so gut er kann um seine Frau, die momentan nicht ganz gesund ist. "Da kann ich ihr endlich etwas zurückgeben", betonte er.

Immer sind die beiden füreinander da gewesen. Das soll sich auch im Alter nicht ändern. Kennengelernt haben sie sich 1939 beim Tanz mit den "Schwärmern" in Crottendorf. Damals sind sie mit ihren Freunden bei vielen Auftritten der Unterhaltungsmusiker dabei gewesen. An die Geschichten von damals erinnern sich die beiden heute noch sehr gern. Dann musste er wie viele Männer seiner Generation im Zweiten Weltkrieg an die Front. Erst 1946 kehrte er aus britischer Kriegsgefangenschaft zurück. Im darauffolgenden Jahr hat er endlich seine große Liebe geheiratet.

Beide haben einen Sohn, zwei Enkel und vier Urenkel. Der Zusammenhalt ist typisch für die Familie. Obwohl Martin Häußler gelernter Drogist ist, arbeitete er später in der Fabrik seines Vaters Ernst Häußler mit. Der Betrieb hatte Metallwaren wie Trichter, Ausstechformen und Dachpappnägel hergestellt. Auch seine Brüder und seine Frau Hanna waren in dem Familienunternehmen beschäftigt. "Unser Vater hatte uns darum gebeten. Und, was unser Vater sagte, das galt", erinnert er sich. Ende der 1980er-Jahre wurde der Betrieb eingestellt und die beiden gingen ihn ihren verdienten Ruhestand.

Wie Martin Häußler 100 Jahre alt geworden ist, weiß er nicht zu erklären. "Ich habe nie daran gedacht, dass ich immer älter werde und bin dankbar für jeden Tag", versicherte er. Seine Frau räumte jedoch ein, dass sie früher schon regelmäßig Sport getrieben hätten. Besonders geliebt haben sie ihre Skiwanderungen zum Fichtelberg.

Seinen Geist hält der Greis vor allem mit dem Schachspiel fit. Dafür braucht er nicht einmal einen menschlichen Gegner. Er spielt auf einem kleinen Schachcomputer. Die "Freie Presse" liest er ebenfalls. Allerdings geht das nicht mehr ohne Lupe. Die Sportseite am Montag ist ihm dabei am liebsten. Auch, was in der Politik passiert, muss der Crottendorfer wissen. Dafür nutzt er seinen großen Fernseher. Selbst im hohen Alter hat Martin Häußler noch Ziele. Er möchte seinen Oberschenkelhalsbruch so weit auskurieren, dass er wieder auf seinen Balkon gehen kann. Schließlich sind die Häußlers naturverbunden und früher immer draußen gewesen.

 
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