DDR-Spieleklassiker erlebt zu "Fabulix" Neuauflage

Spielwarenhändler Ralf Viehweg ist immer für eine Überraschung gut. Nachdem er im vergangenen Jahr die Marke Spika mit ihren beliebten Figuren wieder aufleben ließ, legt er nun kurz vor dem Märchenfilmfestival nach.

Annaberg-Buchholz.

Spiele sind sein Leben. Und dabei beschränkt sich Ralf Viehweg, der in Annaberg-Buchholz und Chemnitz Spielwarengeschäfte betreibt, nicht nur auf den Verkauf. Der 57-Jährige wird am liebsten selbst zum Spielemacher. Nachdem er 2013 Monopoly Erzgebirge auf den Markt brachte, sicherte er sich im vergangenen Jahr die Rechte an den Spika-Spielfiguren mit ihren markanten spitzen Hüten. 2016 gründete er sogar die Spika GmbH, deren Namen ganz bewusst an das Spielewerk Karl Marx Stadt erinnern soll, das einst die Figuren und viele beliebte DDR-Spiele produzierte.

Die Idee dazu kam Ralf Viehweg während einer DDR-Ausstellung in der Chemnitzer Sachsenallee. Dabei wurden auch ehemalige DDR-Produkte verkauft - die Besucher konnten gar nicht genug davon bekommen. Also dachte sich der Erzgebirger, dass das doch sicher auch bei DDR-Spielen funktionieren würde. Die erste Neuauflage war das Spiel "Ruhebank". "Ein klassisches Rausschmeißer-Spiel", so Viehweg. Und als ihm der Oberbürgermeister von Annaberg-Buchholz im vergangenen Jahr von der Idee erzählte, in Annaberg-Buchholz ein Märchenfilmfestival auf die Beine zu stellen, hatte der pfiffige Geschäftsmann gleich noch einen Einfall. Warum nicht für "Fabulix" einen weiteren Klassiker zurück in die Spielzimmer bringen?

Es ist ihm gelungen. Gestern wurde die druckfrische Neuauflage von "Im Märchenwald" in Annaberg-Buchholz angeliefert. Das Original stammt aus den 1970er-Jahren. "Es gibt nicht viele Spiele, die sich mit Märchen befassen." Daher stand sehr schnell fest, welches DDR-Spiel es werden wird. Natürlich dürfen auch im Märchenwald die Spika-Figuren nicht fehlen. Diese hat Ralf Viehweg übrigens etwas modifizieren lassen. "Früher sind sie schnell umgefallen", erklärt er. Daher sind die Gegenwarts-Spika-Figuren etwas größer und haben zudem eine bessere Standfläche. Gefertigt werden sie in Thüringen. "Sie haben sogar Gesichter", sagt der Erzgebirger stolz.

5000 Spiele hat der Annaberger Spielwarenhändler anfertigen lassen. Bei 1000 davon handelt es sich um eine exklusive "Fabulix"-Edition, in denen auch eine goldene Spika-Spielfigur enthalten ist.

Doch kann man einfach so ein altes Spiel neu drucken? Ja das geht, sagt Ralf Viehweg, solange es natürlich keinen Rechteinhaber gibt. In der DDR seien Spiele in der Regel im Kollektiv entstanden. Das bedeutet, dass es keinen einzelnen Rechteinhaber gab. Zudem recherchieren Viehweg und seine Mitarbeiter im Vorfeld genau. Die Vorlage für den Neudruck stammt im Übrigen aus dem Deutschen Spielearchiv Nürnberg. Das Original wurde eingescannt, Mängel am Computer behoben und gedruckt. Auf die Spieler ab sechs Jahre wartet ein Abenteuer im Märchenwald. Wer auf dem gestiefelten Kater kommt, darf vier Felder vorrücken, beim tapferen Schneiderlein sind es sogar sieben. Pech hat allerdings derjenige, der mit einem seiner Züge beim Froschkönig landet. Der Spieler muss zurück zum Anfang. Gewonnen hat, wer als erstes ins Ziel kommt. "Viele werden das Spiel noch aus ihrer Kindheit oder die ihrer Kinder kennen", sagt Ralf Viehweg. Doch zum Spielen sei man nie zu alt. Na dann: Toi, toi, toi und möglichst viele Sechsen.

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