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Für Jürgen Bochmann ist das Wandergebiet rund um Geyer immer wieder faszinierend. Verlaufen hat er sich noch nie. Kein Wunder, schließlich ist er auch der Wegewart.

Foto: Bernd März

Das Erzgebirge schnürt die Wanderschuhe

Am Samstag beginnt die Frühjahrs-Wanderwoche. 56 geführte Touren stehen auf dem Programm. Einer der Experten ist Jürgen Boschmann. "Freie Presse" hat sich im Vorfeld mit dem Gästeführer und Wegewart in Geyer getroffen und sich beim Laufen über Natur, Lieblingsplätze und Wanderlust unterhalten.

Von Denise Märkisch
erschienen am 17.05.2018

Geyer. Es gibt Berufe, da ist man bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 22 Grad Celsius immer ein bisschen neidisch auf die Menschen, die sie ausüben dürfen. Gästeführer und Wegewart in Geyer zu sein, gehört dazu. Und der Mann, der diesen Job machen darf, heißt Jürgen Bochmann. 62 Jahre alt, früher arbeitete er auf dem Bau und ist nun seit knapp zehn Jahren ausgebildeter Gästeführer und zeitgleich Orts- und Kreiswegewart. Doch natürlich scheint auch in Geyer nicht jeden Tag die Sonne. Auch von Winter hat man in der Region schon gehört. Sonnenschein pur und milde Temperaturen herrschen also nicht immer, was Jürgen Bochmann dann vielleicht sogar ein bisschen neidisch auf einen Bürojob macht? Den Eindruck macht er nicht.

120 Kilometer Wanderwege stehen unter seiner Beobachtung. 88 Wegweiser, 150 Bänke, Dutzende Tische, 13 Schutzhütten ... um all das kümmert sich der Wegewart. "Ich stand auch schon bis zum Bauch im Schnee", erzählt er. Wenn es kalt ist, zieht er sich eine Wattejacke an, regnet es, wird das Outfit mit einer Art Regenmantel aus Armeezeiten ergänzt. Jürgen Bochmann ist das Wetter also ziemlich egal. Wenn es draußen etwas zu tun gibt, geht er raus. Hunderte Kilometer läuft er pro Jahr. Auch wenn Reparaturen anstehen, Holz getauscht, Schilder angeschraubt oder ein neuer Anstrich ansteht, meistens läuft Bochmann. "Die Leute gehen heute viel zu wenig zu Fuß", sagt der Erzgebirger. Dabei halte Laufen fit, beim Wandern bekomme man den Kopf frei. "Man kann seinen Gedanken freien Lauf lassen." Und wer sich auf das Naturerlebnis wirklich einlasse, der wird seinen Stress los.

Dabei sei Wandern ein Erlebnis, das man mit allen Sinnen genießen sollte. Zwitschernde Vögel, summende Insekten, duftende und blühende Pflanzen, Licht, Schatten, weicher Boden, Ruhe. Das alles bekomme man aber nur mit, wenn man ohne Hektik wandert. Es gehe nicht darum, schnellstmöglich von A nach B zu kommen. Gerade das mache für Jürgen Bochmann die Faszination Wandern aus.

Und hat der Experte auch ein paar Tipps für die Teilnehmer der Frühjahrs-Wanderwoche? Was sollte man tragen, was darf im Rucksack nicht fehlen? "Festes Schuhwerk, bequeme Sachen, vielleicht eine Kopfbedeckung", so die pragmatische Antwort. Ein Laufsteg sei ein Wanderweg jedenfalls nicht. Wer dann noch etwas Verpflegung bei sich hat, ist schon ziemlich gut für eine Wandertour ausgestattet. Die größte Truppe, die Jürgen Bochmann durch den Wald Geyers geführt hat, zählte stolze 42 Personen. Er war aber auch schon nur mit einem Gast unterwegs. Und eine Altersgrenze gibt es auch nicht. Der älteste Teilnehmer war knapp 80, der jüngste noch nicht mal zwei Jahre. Das Kind wurde allerdings von seinen Eltern im Tragetuch "chauffiert". Auch bei der diesjährigen Frühjahrs-Wanderwoche ist Bochmann dabei. Am 23. Mai geht es für Interessierte mit ihm von Wanderparkplatz an der Zwönitzer Straße in Richtung Hermannsdorfer Wiesen. Zwölf Kilometer werden die Wanderer am Ende in den Beinen haben. Oder anders gesagt: Zwölf Kilometer Zeit, den Kopf freizubekommen. Am Lieblingsplatz von Jürgen Bochmann führt die Tour übrigens nicht vorbei. Der Grund ist ganz einfach: Er hat keinen. In seinem Gebiet sei es überall schön -Punkt. So einfach kann es manchmal sein.

 
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Das Erzgebirge schnürt die Wanderschuhe
Auswahl der Touren der Frühjahrswanderwoche 2018 im Erzgebirgskreis
 
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