Der Jahnsbacher, der einfach nur Gutes tun will

Thomas Hänel hat für den Verein "Sonnenstrahl" Geld gesammelt. Nicht die erste Aktion. Doch diesmal übertraf das Ergebnis alle Erwartungen.

Jahnsbach.

"Thom sammelt für die krebskranken Kinder vom Sonnenstrahl e. V. Dresden": So heißt eine Facebookgruppe im Internet. Thom, das ist Thomas Hänel aus Jahnsbach. Der 36-Jährige ist der Typ Kumpel, sein Freundes- und Bekanntenkreis ist riesig, zu Weihnachten spielt er für viele Kinder den Weihnachtsmann. Als er auf das Schicksal eines krebskranken Jungen aufmerksam wurde, rief er eine kleine private Spendenaktion für die Vereine "Nascar hilft" beziehungsweise "Sonnenstrahl" ins Leben. Das war 2016. 700 Euro kamen zusammen. Eine Summe, mit der er nie und nimmer gerechnet hatte.

Dabei hätte es der 36-Jährige belassen können. Tat er aber nicht. Die Resonanz auf die Aktion sei so groß gewesen, dass er im November 2017 eine zweite startete. Über seine Facebook-Seite rief er erneut zu einer Spendenaktion für krebskranke Kinder auf. Daraufhin bot ihm ein Freund einen mit einer Kettensäge gefertigten Igel an. Der sollte versteigert werden. "Die Leute dachten auf einmal, ich versteigere alles", sagt Hänel und lacht. Da die Organisation zu aufwendig wurde, gründete der Jahnsbacher schließlich die Facebook-Seite "Thom sammelt für die krebskranken Kinder vom Sonnenstrahl e. V.". Und die Aktion bekam eine eigene Dynamik. Ein Trikot vom FC Erzgebirge Aue, von Martin Männel signierte Torwarthandschuhe, Taschen, selbst genähte Kinderklamotten ... die Spenden- und Bieterbereitschaft war groß. Zudem machten Unternehmer mit, sammelten in ihren Läden bei den Kunden. Hänel selbst war unter anderem mit einer Spendenbox bei einem Konzert von Engel und Zivil im Weihnachtsmannkostüm unterwegs. Quasi überall, wo er auftauchte, hatten die Menschen bereits von seiner Aktion gehört und wollten sich beteiligen. "Die Leute wollen die Gewissheit haben, dass ihr Geld auch wirklich dort ankommt. Und wenn sie jemanden kennen, fällt ihnen das leichter", sagt der Jahnsbacher.

In dieser Woche zog Hänel den vorläufigen Schlussstrich. 13.500 Euro sind zusammen gekommen. Ein Betrag, der Hänel sprachlos werden lässt. "Ich habe das Gefühl, das halbe Erzgebirge bewegt zu haben." Am Mittwoch übergab er das Geld an den Verein "Sonnenstrahl". Dieser will es unter anderem für ein Wintercamp in Johanngeorgenstadt nutzen. Das übrige Geld fließt in die psychosoziale Begleitung von Patienten, Geschwistern und deren Familien. Und Thomas Hänel? Der macht erst einmal Pause. Die vergangenen Wochen seien sehr anstrengend gewesen. 1000 Kilometer fuhr er quer durchs Erzgebirge, er telefonierte, organisierte. "Thom hilft" geht aber weiter. Wer einmal Gutes tut, der kann so einfach nicht damit aufhören.

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