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Marco Panhans kehrt nach 25 Jahren in seine erzgebirgische Heimat zurück und wagt sich in Cranzahl an ein Großprojekt: Er will das einstige Gasthaus Linde sanieren, dort Miet- und Ferienwohnungen schaffen.

Foto: Thomas FritzschBild 1 / 2

Ehemaliger Cranzahler weckt Gasthaus aus Dornröschenschlaf

Marco Panhans kehrt nach 25 Jahren in seine alte Heimat zurück. Dabei wagt er sich nach zwei Bahnhäusern und einem Bauernhof an sein viertes Großprojekt. Und das nicht im Bimmelbahn-Tempo.

Von Thomas Fritzsch
erschienen am 17.05.2018

Cranzahl. Von Cranzahl nach Oberbayern und wieder zurück: Marco Panhans hat 25 Jahre in Westdeutschland gearbeitet - bei der Deutschen Bahn. Jetzt hat der Bahn-Disponent eine adäquate Stelle in Leipzig gefunden, in der dortigen Betriebszentrale wieder als Disponent. Damit kehrt er auch wieder in seinen Heimatort Cranzahl zurück und erfüllt sich dort einen Traum. Er will das einstige Gasthaus Linde aus dem Dornröschenschlaf wecken. Und er steckt schon mittendrin in der Sanierung des traditionsreichen Hauses an der Hauptstraße.

"Der wichtigste Grund für meine Rückkehr liegt darin, dass die Arbeit gepasst hat", sagt der 45-Jährige. Doch es war nicht der einzige. Auch der Anblick der ungenutzten "Linde" sei mit ausschlaggebend gewesen, wieder in die erzgebirgische Heimat zu ziehen. Obwohl das Haus zu diesem Zeitpunkt einen wenig einladenden Anblick bot: Das ehemalige Gasthaus war beim Kauf aus Privatbesitz im September des vergangenen Jahres "mehr oder weniger von einem Urwald umgeben". Das Grundstück glich einem Dickicht. Und am Haus selbst war das Dach kaputt. "Es sah schon irgendwie verheerend aus", erinnert sich Marco Panhans. "Aber der Rest der Gebäudesubstanz war noch recht ordentlich. Darum habe ich auch gesagt: Okay, ich mache es." Es sollte sein bereits viertes Projekt werden. Denn neben der Linde hat er bereits zwei Bahnhäuser und einen Bauernhof wieder aufgepeppt.

Er will das geschichtsträchtige Haus, das für ihn zum Ortsbild von Cranzahl gehört, vor dem endgültigen Verfall bewahren. Auch, weil er das Gebäude faszinierend findet, seit er mit seinem Schulfreund Tino Kannegießer, der in der "Lokomotive" gleich nebenan gewohnt hat, draußen umhergestreunt ist. Auch, wenn er sich nicht daran erinnern kann, in seiner Kindheit in der damaligen Linde drin gewesen zu sein. Während also die älteren Einwohner noch die besseren Zeiten des Gasthauses erlebt haben, das bei einem Großbrand am 1. September 1939 zunächst bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, während des Krieges aber wieder aufgebaut wurde. Doch seit der Wende bot es einen zunehmend traurigen Anblick.

Eine Zeit, in der Marco Panhans gerade seine Lehre im Eisenbahnbetriebsdienst absolvierte - von 1990 bis 1993 bei der Deutschen Reichsbahn in Chemnitz. "Gleich im Anschluss bin ich nach Bayern rüber. Dort startete ich meine Laufbahn als Eisenbahner. Ich arbeitete anfangs in allen möglichen Bereichen, war bei der S-Bahn-Aufsicht, dann Fahrdienstleiter, zuletzt Disponent in der Betriebszentrale München", erzählt er. Doch schon bei seinem Weggang sei er sich bewusst gewesen, irgendwann nach Cranzahl heimzukehren. Denn: "Ich selbst wollte nicht fortziehen. Doch ich hatte damals kein Mitspracherecht beim Entschluss der Eltern umzuziehen." 25 Jahre hat er im Westen gelebt und dabei auch festgestellt, dass die erzgebirgische Sprache auf dem Rückzug ist. "Das macht mich schon etwas betrübt. Es liegt mir am Herzen, dass die Traditionen und die Mentalität der Erzgebirger erhalten bleiben. In Bayern habe ich mich dagegen angestrengt, Hochdeutsch zu sprechen."

Derzeit steckt der Rückkehrer mitten in den Sanierungsarbeiten für die erste Wohnung im ersten Stock. Und er gibt Gas, da er sich leicht im Verzug seines selbst auferlegten Zeitplanes befindet. Die Wohnung will er bis zum Spätherbst fertig haben und dort selbst einziehen. Nächstes Jahr soll dann im ehemaligen Saal und in der einstigen Gaststätte eine weitere Wohnung dazukommen. Für das Obergeschoss plant er dagegen einen Hobbyraum für sich. Und für den wiederum hat er eine ganz spezielle Idee: "Ich plane, die Bimmelbahn-Linie von Cranzahl nach Oberwiesenthal originalgetreu nachzubauen - im Maßstab 1:87." Danach will er dann nach und nach die Pensionswohnungen ausbauen. "Ich gehe davon aus, es werden zwei große oder drei mittlere. Aber das ist derzeit alles noch in der Planung", blickt der 45-Jährige voraus. Der Name, den den die künftige Herberge einmal tragen soll, steht dagegen schon fest: Pension Linde.

 
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