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Foto: Tilo Steiner

Erzgebirge verteidigt Spitzenplatz auf Sachsens Arbeitsmarkt

Weniger als 10.000 Menschen wurden im vorigen Jahr im Durchschnitt in der Region als arbeitslos registriert. Doch das ist nur ein Teil der ganzen Wahrheit.

Von Antje Flath
erschienen am 12.01.2018

Annaberg-Buchholz. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im zurückliegenden Jahr ist im Kreis eine Erfolgsgeschichte. Waren doch nach Angaben von Siegfried Bäumler im Durchschnitt 9632 Menschen arbeitslos. "Das ist der geringste Wert seit der Wende", konstatiert der Leiter der Agentur für Arbeit in Annaberg-Buchholz. "Damit konnten wir über das gesamte Jahr unsere Spitzenposition in Sachsen halten."

Eine Entwicklung, die nicht weg zu diskutieren ist, auch wenn diese Zahlen die sogenannte Unterbeschäftigung nicht mit berücksichtigen. Sie kennzeichnet in den Augen vieler Kritiker das wirkliche Ausmaß der Arbeitslosigkeit. In die Kategorie Unterbeschäftigung werden unter anderem all jene eingeordnet, die sich in Schulungs- oder Trainingsmaßnahmen befinden. So weist die Statistik der "reinen Arbeitslosenzahlen" beispielsweise für den Dezember 8531 Personen aus, tatsächlich waren es aber 11.788. Über den Jahresverlauf betrachtet ist aber auch die Unterbeschäftigung rückläufig. Zu Jahresanfang hatte sie laut Statistik noch bei 15.073 Personen gelegen. Insgesamt sind im vorigen Jahr 5307 Erzgebirger aus der Arbeitslosigkeit in eine sogenannte "Arbeitsmarktpolitische Maßnahme" gewechselt.

Wichtig für den Agenturchef: Parallel zum Rückgang der Arbeitslosigkeit gab es im Vorjahr einen Anstieg bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen im Bereich der Arbeitsagentur Annaberg-Buchholz: 1600 solcher Beschäftigungsverhältnisse sind nach seinen Angaben neu entstanden - davon 1300 in Teilzeit und 300 in Vollzeit. Auch die Kritik an diesen Zahlen kennt Siegfried Bäumler. Und er hält entgegen, dass viele Arbeitnehmer gar nicht mehr Vollzeit arbeiten wollen. Von diesem Anstieg profitierten alle Altersgruppen - insbesondere auch die über 55-Jährigen. Insgesamt konnten laut Statistik im zu Ende gegangenen Jahr 9677 Menschen in der Region mit einer neuen Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit beenden - weitere 1765 mit einer Beschäftigung auf dem zweiten Arbeitsmarkt.

Anteil daran hat nach Einschätzung von Siegfried Bäumler auch die verstärkte Arbeitsmarktförderung, die seitens der Agentur für Arbeit betrieben wird. Das Geld dafür war im Vergleich zum vorangegangenen Jahr noch einmal um drei Millionen Euro aufgestockt worden - auf 28,7 Millionen Euro. Damit konnten unter anderem deutlich mehr Qualifizierungsmaßnahmen finanziert werden - insgesamt 959. Eine finanzielle Ausstattung, die der Leiter der heimischen Arbeitsagentur auch für dieses Jahr erwartet. Denn die Qualifizierung beziehungsweise berufliche Weiterbildung bilde auch 2017 einen Schwerpunkt in der Arbeit der Agentur. Auf diesem Gebiet sollen auch Arbeitgeber noch intensiver über bestehende Möglichkeiten beraten werden. Nur so lasse sich noch vorhandenes Potenzial an Arbeitskräften ausschöpfen, ist Siegfried Bäumler überzeugt.

Denn die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibe auf einem hohen Niveau. Knapp 3000 offene Stellen waren in den zwölf Monaten des Vorjahres durchschnittlich beim hiesigen Arbeitgeber-Service gemeldet. Ein Zuwachs von 17 Prozent im Vergleich zu 2016. Am größten ist die Nachfrage dabei bei den Personaldienstleistern, im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Deshalb geht Siegfried Bäumler auch davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im nächsten Jahr weiter sinken wird, die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen zunehmen werden. (mit micm)

 
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