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Andreas Letzig ist der neue Standortleiter der m+m Gebäudetechnik in Annaberg-Buchholz.

Foto: Bernd März

Gebäudetechnik-Firma hat einen neuen Eigentümer

Die Insolvenz der Remag AG wirkte sich auch auf das Annaberger Tochterunternehmen m+m Gebäudetechnik aus. Am Ende fügte sich aber alles zum Guten. Und nun werden sogar zusätzliche Mitarbeiter gesucht.

Von Denise Märkisch
erschienen am 11.01.2018

Annaberg-Buchholz. Die m+m Gebäudetechnik GmbH & Co. KG mit Sitz in Annaberg-Buchholz gibt es nicht mehr. Das Unternehmen heißt jetzt m+m Gebäudetechnik GmbH - das Co. KG ist also weg. Was auf den ersten Blick wie eine reine Formsache aussieht, entpuppt sich allerdings als eine Geschichte über Insolvenz, Verkauf und Neuanfang. Was ist geschehen?

Die alte m+m Gebäudetechnik - das m+m steht für die Gründer Melzer und Mann - wurde 1999 von der Remag AG gekauft. Damals befand sich der Firmensitz noch in Ehrenfriedersdorf. Mit der Remag hatte die Gebäudetechnikfirma, die unter anderem Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik in Gebäuden wie Kliniken und Firmen verbaut, im Grunde wenig zu tun. "Die m+m Gebäudetechnik ist daher immer selbstständig gewesen", sagt der ehemalige Geschäftsführer Sven Stürmer. Nachdem Probleme in der Stahlindustrie auch die Remag in die Bredouille brachten, sei 2014 ein Sanierungsmanagement eingesetzt worden. Von Insolvenz war damals noch keine Rede. 2016 schließlich erhielt die damalige m+m Gebäudetechnik einen neuen Geschäftsführer, Sven Stürmer. Die Umsätze gingen nach oben. 2015 lagen sie bei 3,2 Millionen, 2016 bei 4,9 Millionen Euro, so Stürmer. "Wir waren immer liquid."

Allerdings stand schon seit längerer Zeit ein Verkauf der m+m Gebäudetechnik im Raum. Das habe verschiedene Gründe gehabt, erklärt Stürmer. Unter anderem passte die m+m Gebäudetechnik nicht wirklich zu den sonstigen Beteiligungen der Remag. Am 16. Oktober 2017 fand in Hanau ein Gespräch mit einem Kaufinteressenten statt. Drei Tage später meldete die Remag Insolvenz an, was wiederum auch die m+m Gebäudetechnik betraf. Also alles auf Anfang?

Nicht ganz. Die Insolvenz hatte sogar Vorteile für das eigentlich gut wirtschaftende Unternehmen in Annaberg. Der Kaufpreis sank, was für den Interessenten positiv war. "Natürlich war es für die Außendarstellung schlecht", so Sven Stürmer. Kunden waren verunsichert. Doch für den angestrebten Verkauf war die Situation eher vorteilhaft. Bis alles unter Dach und Fach war, arbeitete die m+m Gebäudetechnik zweigleisig. Denn bereits im November 2017 wurde die neue m+m Gebäudetechnik gegründet. Zum 1. Januar übernahm diese dann den operativen Geschäftsbetrieb der insolventen (also der alten) m+m Gebäudetechnik.

Neuer Eigentümer ist das Unternehmen Systeex Brandschutzsysteme GmbH mit Sitz in Hanau. Diese wiederum gehört zum Unternehmen ARE Beteiligungen, das sich auf den Erwerb von Unternehmen aus Konzernabspaltungen spezialisiert hat. Für die Mitarbeiter hat sich der Wechsel gelohnt. Zum einen wurden beinahe alle übernommen. Drei haben aus eigenem Anlass gewechselt, sagt Stürmer. Das habe nachvollziehbare Gründe. Immerhin konzentriert sich die neue m+m Gebäudetechnik nicht mehr so stark auf den großen Anlagenbau. An diesem Bereich hätten die drei Mitarbeiter aber besonderes Interesse gehabt. Zudem seien zwei Mitarbeiter entlassen worden. Das habe aber nichts mit der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens zu tun gehabt. Die übrigen 21 Beschäftigten blieben. "Der Käufer hat sogar die Löhne und den Urlaub erhöht. Auch aufgelaufene Überstunden wurden übernommen."

Neuer Geschäftsführer ist Christian Hilsdorf. Die Standortleitung übernahm Andreas Letzig. Der 41-Jährige ist seit Langem in der Firma beschäftigt. Angefangen hat er als einfacher Gas- und Wasserinstallateur. Danach machte er seinen Meister und wurde 2016 schließlich Prokurrist und nun Standortleiter. Der Erzgebirger freut sich auf die neuen Aufgaben, auch wenn diese sich deutlich von den bisherigen unterscheiden. Sein Ziel: In diesem Jahr wird ein Umsatz von mehr als 3 Millionen Euro angestrebt. Zudem soll die m+m Gebäudetechnik wachsen. Neue Mitarbeiter vor allem Monteure werden gesucht. Und: Die Firma will sich künftig verstärkt auf die Region konzentrieren. Und was wurde aus dem ehemaligen Chef Sven Stürmer? Er ist jetzt Vertriebsleiter bei Systeex und konnte so wieder näher an seine Heimat ziehen.

 
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