Gedenken an die Luftschlacht

Am Wochenende wurde beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze an die Ereignisse des 11. September 1944 erinnert.

Annaberg-Buchholz/Kovárská.

Der 11. September 1944 brachte den Zweiten Weltkrieg mit voller Wucht in das obere Erzgebirge. Am Wochenende, 70 Jahre nach der Luftschlacht über dem Erzgebirgskamm, haben zahlreiche Menschen im böhmischen Kovárská (Schmiedeberg) dem tragischen Ereignis gedacht. Neben der eigentlichen Zeremonie vor dem Denkmal der gefallenen Flieger gab es unter anderem auch Vorträge, ein militärisches Zeltlager sowie Vorführungen von historischer Militärtechnik durch deutsche und tschechische Vereine. Bei einem Konvoi alter Militärfahrzeuge säumten Menschenmengen den Straßenrand. Unter der Überschrift "Geschichte zum Anfassen" konnten Interessierte zudem eine im Wald bei Kovárská gelegene Absturzstelle besuchen, an der sich noch immer mittlerweile verrostete und zugewachsene Flugzeugtrümmer befinden. Unter den Besuchern war auch Robert McBride, indirekter Nachfahre eines verunglückten US-Soldaten.

Auch in Annaberg-Buchholz war am Sonntag bei einem Vortrag die Luftschlacht thematisiert worden. Der Referent, der Mauersberger Ortschronist Karl-Heinz Melzer, sprach vor annähernd 40 Besuchern im Begegnungszentrum Zur Spitze über die Geschehnisse vor 70 Jahren. An jenem 11. September, erläuterte Melzer, attackierten etwa 60 deutsche Jagdflugzeuge gegen Mittag eine Flugzeugformation der Alliierten, bestehend aus "Fliegenden Festungen" und Jägern. Ziel der Bomber sei das Synthesewerk Schwarzheide gewesen. Der Erzgebirgskamm habe einen Wendepunkt für die Flugzeuge markiert. Bei dem Kampf stürzten allein um Kovárská vier Bomber und vier deutsche Jäger ab, so Karl-Heinz Melzer. Weitere Abstürze habe es unter anderem bei Crottendorf, Gottesgab, Sehma, Grumbach gegeben. Es starben laut Melzer etwa 80 amerikanische und deutsche Soldaten.

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