Opas Blechspielzeug hat Besucher in den Bann gezogen

Die Sonderschau im Gelenauer Depot Pohl-Ströher ging am Sonntag zu Ende. Mehr als 1700 Gäste wollten sie sehen. Weitere Sommerausstellungen sollen folgen.

Gelenau/Ehrenfriedersdorf.

Die Sommersonderschau "Opas Blechspielzeug" im Depot Pohl-Ströher in Gelenau ist am Sonntag zu Ende gegangen. Insgesamt besuchten mehr als 1700 Gäste während der Sommerferien die Ausstellungsräume, in denen ein Einblick in das Thema Blechspielzeug gewährt wurde.

Die Sammlung "Historische Kinderfahrzeuge" des Chemnitzers Eckart Holler wurde ergänzt und verändert präsentiert, dazu kamen Eisenbahnanlagen der Größen 00 bis 1, die von Siegfried Seidl präsentiert wurden. "Die Märklin-Bahn aus den 1920er-Jahren kam besonders gut an", sagte der Ehrenfriedersdorfer. Der Fachmann repariert im Depot jedwede Mechanik und war bei der Sommerschau jeden Tag vor Ort. "Er ist unsere gute Seele", sagte Depotleiter Michael Schuster. Seidl sei unter anderem auch auf der Burg Scharfenstein und in der Annaberger Manufaktur der Träume tätig.

Etwa 50 Prozent der Besucher waren diesmal vom Fach, so Schuster. Manche hätten sogar ihre eigenen Lokomotiven mitgebracht, zu denen sie dann Fragen stellten. Die ausgestellten Eisenbahnen seien einst echtes Spielzeug gewesen, betonte er - einfach aufzubauen, das Eisenbahnwesen sollte abgebildet, die Kinder in die Welt der Technik eingeführt werden. Modellbahnen mit ihren Landschaften hätten erst ab den 1940er-Jahren Einzug gehalten.

Die zweite Sommerschau ist nun Geschichte und Michael Schuster mit der Besucherzahl zufrieden. Weiteren Sommerschauen scheint nichts entgegenzustehen. Nun wird aber erst einmal abgebaut, Leihgeber holen ihre Stücke wieder ab, manches bringen die Ausstellungsmacher auch selbst zurück. Die Weihnachtsschau - über deren Sonderthemen der Gelenauer Depotleiter noch nichts verrät - wird vorbereitet. Zudem wird die zweite Etage im Gebäude am Emil-Werner-Weg erweitert, sodass eine große Blickachse entsteht. Im August und September sollen diese Arbeiten abgeschlossen werden.


Die letzte Chance genutzt

Bernd Kramer, Schwarzenberg: Über die Tretautos hatte der Schwarzenberger schon in der "Freien Presse" gelesen und auch, dass die Sommerschau zu Ende ging. "Das ist eine ganz wunderbare Sache. Ich habe mich auch in der Kindheit mit Modellbahnen beschäftigt. Was für Erfolgserlebnisse das waren, wenn die Bahn fuhr und die Weichen geschaltet haben", erzählte der 58-Jährige. Es sei das Dreidimensionale, das ihn an den alten Bahnen fasziniere. "Die alten Stücke werden fachgerecht und museumspädagogisch präsentiert, dafür ist hier genügend Platz vorhanden, der auch sehr gut genutzt wird. Ich bin froh, dass ich die letzte Chance genutzt habe."

Petra Hachenberger, Niederbobritzsch: Von der Eisenbahnausstellung in Schönfeld war Petra Hachenberger schon begeistert, mit Begeisterung hatte sie die Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz besucht, am Wochenende war in Begleitung von Ehemann Bernd das Depot Pohl-Ströher dran. "Wir hatten früher auch Blechspielzeug zu Hause, Autos und eine Eisenbahn, das hatte mein Sohn dann kaputt gespielt. Die Ausstellung hier ist einfach großartig, ich weiß das zu schätzen, weil ich selbst Tiffany-Lampen und -Fenster herstelle und werten kann, wie viel Zeit und Liebe so eine Ausstellung benötigt."

Jan Günther, Chemnitz: Mit Ehefrau Annett und Tochter Sophie besuchte Jan Günther zum zweiten Mal das Depot Pohl-Ströher. Fast wäre es allerdings nicht dazu gekommen. "Wir waren zur Osterausstellung hier, jetzt habe ich die Unterlagen durchgestöbert und bin auf den Zettel mit dem Hinweis auf die Sommerausstellung gestoßen - zum Glück gerade noch rechtzeitig", sagte der Chemnitzer. Die alte Technik des Blechspielzeugs und ihre Langlebigkeit haben den 47-Jährigen besonders fasziniert. "Was heute hergestellt wird, hält bestimmt nicht mehr so lange. Hier sind einige Stücke fast 100 Jahre alt und funktionieren noch immer."

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