Spurensuche aus der Luft

Neben Pinsel und Schaufel nutzen Archäologen neuerdings modernste Technik: sogenannte Archaeocopter. Eine Erzgebirgerin lernt das Fluggerät zu fliegen.

Annaberg-Buchholz.

Ein spezielles Fluggerät, Archaeocopter genannt, surrte bei den jüngsten Grabungen von Archäologen über dem Baufeld des früheren Franziskanerklosters in Annaberg-Buchholz. Zum Team der Experten neben dem Landesamt für Archäologie Sachsen gehörten auch die Piloten am Joystick des Mehrflüglers: Wissenschaftler der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW). Die Forschungsarbeit an historischen Überresten in der Bergstadt war dabei eine der Ausbildungsstationen für Sara Terkawi. Im Zuge ihres 2013 begonnenen Studiums der Geoinformation und Vermessung absolviert die Annabergerin die Ausbildung zur Archaeocopter-Pilotin. Eine Qualifizierung, die bundesweit allein die Dresdner Einrichtung anbietet. Die Flugtätigkeit der Erzgebirgerin wurde von einem Fernsehteam des Norddeutschen Rundfunk begleitet. Der Bericht ist Teil der ARD-Sendung "Hightech in der Archäologie - buddeln war gestern".

"Das Berufsbild ist für mich wahnsinnig interessant, weil es sich so abwechslungsreich darstellt. Es ist die Verbindung aus Geografie, Informatik und Technik, es bietet die Einsatzmöglichkeit in vielen Berufen, vom Umweltschutz bis hin zur Fernerkundung, also der Auswertung von Satellitenbildern", sagt die 22-Jährige.

"Ich bin in erster Linie eher Geodätin als Pilotin. Als solche unterstütze ich die Arbeit der Archäologen." Die würden in klassischer Weise zunächst das jeweilige Arbeitsfeld freilegen und die Sicht auf die bislang verborgenen Strukturen ermöglichen: Voraussetzung, überhaupt den Archaeocopter zum Einsatz zu bringen. "Der Vorteil besteht darin, dass die Auswertung durch die Befliegung erheblich verbessert werden kann. Sowohl Qualität als auch Zeitmanagement sprechen für diese Technologie. Darüber hinaus ist das Fluggerät sehr mobil und flexibel einsetzbar, wobei Kamera und Copter einen kleineren Teil der Ausrüstung ausmachen." Die Art und Weise der Datengewinnung und -verarbeitung mit spezieller Software zeichne die räumlich darstellbare Flugdokumentation erst aus. Die Realwelt werde mit den per Gerät gewonnenen Informationen nach akribischem Flugplan verortet. Laut Sara Terkawi hat bislang eine Handvoll Archaeocopter-Piloten die Ausbildung abgeschlossen.

Jetzt rüstet Sara Terkawi für ihre Abschlussarbeit, die eine reizvolle Herausforderung darstellt: Sie will mit dieser modernsten Technologie in Algerien das Mausoleum von König Juba II und Königin Cleopatra Selene II dokumentieren.

Programmtipp "Hightech in der Archäologie" zeigt die Sendung "W wie Wissen", die am heutigen Samstag, 16 Uhr, in der ARD ausgestrahlt wird.

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