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Einer von zwölf dem Tierpark gespendeten Glasfrösche. Die durchsichtigen Amphibien werden bis zu drei Zentimeter lang. Ein Exemplar kostet annähernd 100 Euro.

Foto: Kevin Rüffer

Warum der Tierpark seine neuen Glasfrösche versteckt

Die Einrichtung erhielt die durchsichtigen Minis als Spende eines Züchters. Sie haben zwei Insektenarten zum Fressen gern.

Von Sandra Häfner
erschienen am 13.01.2018

Chemnitz. Sie sind winzig klein, verhältnismäßig teuer und eine Neuheit für den Tierpark - Glasfrösche. Zwölf dieser Tiere, die bis zu drei Zentimeter lang werden, hat die Einrichtung als Spende im Gesamtwert von 1200 Euro erhalten. Die durchsichtigen Frösche - etwa ein Zentimeter große Jungtiere - befinden sich noch in Quarantäne, teilt der Tierpark auf Anfrage mit, "bis sie ausgewachsen sind und ein zucht- fähiges Alter erreicht haben", erklärt Tierärztin Dr. Peggy Riedel.

Doch Besucher des Tierparks werden die Glasfrösche auch danach nicht so schnell zu sehen bekommen. Der Tierpark beschützt seine Neuankömmlinge und will eine Zuchtgruppe aufbauen, erklärt die Tierärztin. "Glasfrösche sind relativ sensible Tiere. Deshalb wollen wir kein Risiko eingehen und stellen sie nicht im Schauraum aus." Sie benötigten Ruhe und Stabilität, um sich fortpflanzen zu können. Der Nachwuchs, so ist es laut Riedel geplant, soll dann jedoch im Vivarium zu sehen sein. Aber das könne ein bis zwei Jahre dauern, so die Veterinärmedizinerin.

Der La-Palma-Glasfrosch, so sein kompletter deutscher Name, gehört mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa drei Zentimetern zu den kleineren Glasfrosch-Arten. Weil er durchsichtig ist, erkenne man die inneren Organe gut, sagt Riedel. Beheimatet ist die Art beispielsweise in feuchten Tieflandwäldern Costa Ricas und Panamas. Erwachsene Tiere finde man häufig in Büschen und Bäumen entlang von Waldbächen, sagt Riedel. Während der Bestand an Glasfröschen in Teilen seines Verbreitungsgebietes rückläufig ist, gilt er in anderen als stabil, so die Tierärztin. Im Tierpark werden die Glasfrösche mit kleinen Fruchtfliegen und Springschwänzen gefüttert, die sie sehr gern und bevorzugt fressen, erklärt Riedel. Gehalten werden sie dem Klima ihrer ursprünglichen Heimatländer entsprechend warm und relativ feucht.

Gespendet hat die Mini-Frösche ein Tierarztkollege von Peggy Riedel aus einem Zoo in der Nähe von Frankfurt/Main. Er züchtet in seiner Freizeit Glasfrösche und hat die zwölf Jungtiere dem Tierpark zur Verfügung gestellt. "Er ist uns mit seiner Spende entgegengekommen, da 1200 Euro eine beträchtliche Summe ist", sagt Peggy Riedel. Sie freut sich über die Neuzugänge. Da Glasfrösche nur sehr selten gehalten werden, sei es nicht so einfach, die Tiere zu erwerben. Zudem seien sie sehr teuer, sagt die Tierpark-Mitarbeiterin. Ein Tier koste etwa 100 Euro. Riedel bezeichnet die Spende "als nette Geste dem Tierpark gegenüber": "Wir wollten die Tiere gern in unseren Bestand aufnehmen, um sie irgendwann den Besuchern zeigen zu können." Zudem sei die Einrichtung bestrebt, "attraktive Tiere zu halten und zu züchten". Der Tierpark verfüge über eine "einzigartige Ausstellung an Amphibien und sei bestrebt, diese weiterhin zu unterhalten", sagt Peggy Riedel. Dazu seien neue und zudem so interessante Tiere wie der Glasfrosch erforderlich.

Die Freude über die Tierspende hat aber auch einen ernsten Hintergrund. Denn Frösche gehören zu den gefährdeten Tieren, erläutert die Expertin. Viele Arten seien aufgrund des weltweiten Froschsterbens, ausgelöst durch den sogenannten Chytridpilz, ausgestorben, sagt Peggy Riedel. So sei beispielsweise in der Alpenregion der Alpensalamander von der Krankheit betroffen. Mit den neuen Glasfröschen wolle man die Besucher des Tierparks über das Thema informieren und sie sensibilisieren. Das lasse sich durch die Nähe zu den Tieren am besten umsetzen, weiß Riedel.

Generell kämen Tierspenden eher selten vor und auch nur dann, wenn eine Privatperson interessante und wertvolle Tiere habe. So etwas werde grundsätzlich vorher abgesprochen, so Riedel.

 
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