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Das Personal bei Frauenthal Automotive in Elterlein wächst. Mehr als 300 Mitarbeiter sind an dem Standort mittlerweile beschäftigt. Einer von ihnen ist der Anlagenbediener Rocco Weigel. Im Bild kontrolliert er gerade die Schweißnähte eines Hochdruckbehälters.

Foto: Georg Ulrich Dostmann

Warum die Chefs bei Frauenthal jetzt Tschechisch lernen

Der Druckluftbehälter-Hersteller hat in den vergangenen Jahren rund 7 Millionen Euro in den Standort im Erzgebirge investiert. Nur wer auf höchstem Niveau produziert, kann sich am Markt behaupten, so die Devise. Doch wer glaubt, dass durch mehr Technologie weniger Personal gebraucht wird, täuscht sich.

Von Denise Märkisch
erschienen am 13.10.2017

Elterlein. Englisch ist Business-Sprache Nummer eins. Das dürfte auch bei Frauenthal Automotive in Elterlein im Geschäftsalltag nicht anders sein. Immerhin liefert das Unternehmen seine Druckluftbehälter nach ganz Europa. Doch seit einiger Zeit wird am Standort neben Englisch und Deutsch noch eine andere Sprache gesprochen - Tschechisch. Das hat einen einfachen Grund: Fachkräftemangel in Deutschland. Den bekamen die Macher von Frauenthal Automotive auch zu spüren. Also suchte das Unternehmen auch im Nachbarland nach neuen Mitarbeitern. Aus anfänglich wenigen sind mittlerweile etwa 50 tschechische Angestellte geworden. Insgesamt sind am Standort laut Michael Langer, Kaufmännischer Leiter, 300 Männer und Frauen beschäftigt. Dabei fanden viele der ausländischen Mitarbeiter nicht über klassische Fachkräftebörsen oder Messen den Weg zu Frauenthal. "Die ersten tschechischen Angestellten waren Grenzgänger und sprachen auch gut Deutsch", so Michael Langer. Über Mund-zu-Mund-Propaganda seien aus ein paar Mitarbeitern nun einige Dutzend geworden. So viele, dass die Chefs und wichtige Kontaktpersonen mittlerweile sogar selbst Tschechisch lernen, um mit den Kollegen aus dem Nachbarland kommunizieren zu können.

Michael Langer betont aber, dass die tschechischen Mitarbeiter "das gleiche Geld wie ihre deutschen Kollegen" erhalten. "Wir brauchen Fachkräfte und die sollen auch so bezahlt werden." Schließlich gelte bei Frauenthal Automotive in Elternlein der Grundsatz der "Null-Fehler-Produktion". Auch die Anzahl der Leiharbeiter sei deutlich zurückgegangen. Einige seien nun fest in der Elterleiner Firma angestellt. Überhaupt sei das Arbeitsklima bei Frauenthal gut, sagt Michael Langer. Das müsse auch so sein, um die beste Leistung zu erreichen. Dafür tue die Firma auch einiges: anteilige Bezahlung von Kindergartenplätzen, flexible Arbeitszeiten für Frauen, bezahlter Führerschein für Lehrlinge. Vor Kurzem wurde mit der Belegschaft und ihren Angehörigen ein Familienfest gefeiert. Eine Art Dankeschön. Denn auch wenn der Standort technisch auf dem neusten Stand ist, "ohne gute Mitarbeiter geht es nicht", sagt Langer.

Das Unternehmen setzt den Fokus aber nicht nur auf Mitarbeiter. Millionenschwere Investitionen der vergangenen Jahre - laut Langer flossen etwa 7 Millionen Euro in den Standort - kommen nicht von ungefähr. Für das Geld wurden die Produktionsfläche vergrößert, das Transportsystem automatisiert, zusätzliche Schweißlinien aufgebaut und vieles mehr. Ziel: Produktivitätssteigerung. "Wir müssen die Produktivität erhöhen, um mit Billiglohnländern konkurrieren zu können. Was andere mit niedrigen Löhnen schaffen, müssen wir mit Produktivität wettmachen." Zudem hat sich Frauenthal Automotive auch breiter aufgestellt. Bei vielen Großkunden ist der Markt bereits gedeckt. Nach Übersee zu exportieren, macht kaum Sinn, da man im Prinzip ja jede Menge Luft von A nach B schiffen würde. Daher hat sich die Firma in den vergangenen Jahren bemüht, mittlere und kleinere Kunden zu gewinnen.

Auch suchte man noch eine Ergänzung zum klassischen Kunden - der Automobilindustrie. So fertigt das Elterleiner Unternehmen mittlerweile wieder für die Eisenbahnbranche Druckluftbehälter. Dafür mussten allerdings erst einmal geeignete Lösungen gefunden werden. "Die Wandstärken müssen deutlich höher sein." Außerdem spielt bei Eisenbahnen die Korrosionsbeständigkeit eine noch größere Rolle als bei Lkw. "Wir müssen uns ständig weiterentwickeln und auf Kunden zugehen. Dabei geht es immer mehr in Richtung komplexer Baugruppen", erklärt der kaufmännische Leiter bei Frauenthal Automotive in Elterlein. Habe man früher Druckluftbehälter für Bremssysteme in unterschiedlichen Größe gefertigt, sind mittlerweile auch spezielle Halterungen und Sonderlösungen im Portfolio der Firma.

 
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