Besucherin muss für Sauna zahlen - obwohl sie nur vorbeilief

Zwei Freundinnen machen sich einen schönen Tag im Kurbad "Actinon" in Schlema. An der Kasse dann das böse Erwachen: Eine soll für ein Schwitzbad zahlen, das sie nicht in Anspruch genommen hat.

Bad Schlema.

Dieser Badebesuch lässt einer Auerin keine Ruhe: "Es ist Abzocke", klagt sie. "Man verlangt für etwas Geld von uns, dass wir gar nicht genutzt haben."

Gemeinsam mit ihrer Freundin hatte die Frau vor kurzem dem Bad Schlemaer Kurbad "Actinon" einen Besuch abgestattet. Ihr Plan für einen erholsamen Badetag: Erst bei einer Massage in der Wellnessoase abschalten, später dann im Schwimmbecken entspannen. Doch so sehr sie ihren Aufenthalt genossen hat, an der Kasse war es mit der Erholung schnell wieder vorbei. Denn ihre Freundin sollte plötzlich vier Euro für einen Saunagang bezahlen, den sie gar nicht in Anspruch genommen hat. Eine Mitarbeiterin erklärte den beiden, dass das so sein müsse. Die Auerin sagt dazu: "Das ist nicht normal."

Doch, erklärt die Kurgesellschaft auf Nachfrage. Denn die Frauen waren durch den Saunabereich gelaufen, um zu ihren Massagen zu gelangen. Und wer den Bereich betritt, muss dafür zahlen, so Verwaltungsleiterin Claudia Küttner. Dass nur eine der beiden Frauen extra abkassiert wurde, hat damit zu tun, dass eine ein Angebot nutzte, in dem die Sauna inklusive ist.

Die Erklärung: Für eine Massage müssen Gäste im "Actinon" zwingend durch die Saunalandschaft laufen. Einen anderen Weg gibt es nicht. Küttner sagt: Das sei baulich nicht anders zu lösen. "Und unser Zutrittssystem gibt es nicht her, zu erfassen, wer in die Sauna geht und wer nur hindurchläuft." Die Mitarbeiter würden deshalb die Gäste bereits beim Buchen der Massagen sowie am Eingang des Bades auf den Saunazuschlag hinweisen. Auch auf der Internetseite findet sich der Hinweis. Wer für eine Massage zahlt, bekommt zudem einen Rabatt über 1,50Euro gutgeschrieben. Dass die Frauen von den Extrakosten nichts wussten, sei bedauerlich, sagt Küttner. "Bei bis zu 1000 Badegästen am Tag lässt sich ihr Fall leider auch nicht mehr rekonstruieren."

Die Auerin selbst ist über die Erklärung verärgert: "Hätten wir das vorher gewusst, wären wir in die Sauna gegangen." Zugleich kritisiert sie: "Es gibt Leute, die eine Massage wollen, aber gar nicht in die Sauna dürfen. Die müssen jedes Mal extra zahlen." Wie Küttner berichtet, lässt sich dieses Problem in Zukunft vielleicht lösen. Denn mit der geplanten Modernisierung des Bades könnte auch ein zweiter Zugang entstehen.

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