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Blick von Bad Schlema nach Schneeberg: Einige Bürger der Kurgemeinde sähen lieber einen Zusammenschluss mit der Bergstadt.

Foto: Georg Ulrich DostmannBild 1 / 4

Bürgermeister Seifert streckt still die Hände nach Wildbach aus

Wildbach ist seit 1994 ein Ortsteil von Bad Schlema. Lässt sich dieser Beschluss revidieren? Eine Anfrage dazu beim Landratsamt entfacht jetzt Aufregung.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 13.02.2018

Bad Schlema/Schneeberg. Das Unbehagen über die Fusionspläne mit der Großen Kreisstadt Aue ist in Bad Schlema groß. Wie groß, das zeigt jetzt ein neuer Vorstoß des Bürgermeisters aus Schneeberg, Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika).

Auf Anregung einer Bürgerinitiative aus Bad Schlema soll sich Seifert beim Landratsamt erkundigt haben, ob sich der Ortsteil Wildbach aus der Gemeinde herauslösen und mit Schneeberg zusammenführen lässt. Das berichtet der Wildbacher Ortsvorsteher Claus-Dieter Reinhardt - und ist mächtig sauer.

"Das geht so nicht", kritisiert Reinhardt. "Der Bürgermeister hat es hinter unserem Rücken gemacht, ohne ein Wort zu sagen." Von Seiferts Bemühungen habe er erst im Nachgang von "übergeordneter Stelle" erfahren. Dabei habe man noch vor kurzem zusammengesessen und über die Chancen für eine Dreier-Fusion gesprochen - also von Schlema, Schneeberg und Aue. "Es gab zwar keine Einigung, aber unsere letzten Worte waren, dass wir uns künftig wieder in die Augen schauen wollen. Und jetzt das." An Seifert gerichtet fordert er: "Herr Bürgermeister, lassen Sie die Finger von Wildbach!"

Bürgermeister Seifert will sich selbst auf Nachfrage nicht zu dem Thema äußern. Er erklärt nur: "Ich schüre kein Feuer." Außerdem gehöre das Thema nicht in die Zeitung. "Die Leute sind genug aufgestachelt."

Ein Bürgermeister, der für seine Stadt kämpft - und dabei auch um fremde Ortsteile buhlt? Das Landratsamt des Erzgebirgskreises bestätigt auf Anfrage von "Freie Presse", dass sich Seifert am Rande eines Termins am 5. Februar mit dem Anliegen an die Kommunalaufsicht wendete. Kreissprecherin Jutta Leonhardt erklärt dazu: Als Bürgermeister von Schneeberg sei er durch eine Bürgerinitiative aus dem Ortsteil Wildbach angesprochen worden, inwieweit die Möglichkeit besteht, im Zuge der Fusion von Aue und Bad Schlema den Ortsteil Wildbach in die Bergstadt Schneeberg "umzugliedern". "Da diese Frage die Belange von Bad Schlema berührt, wurde Herrn Bürgermeister Seifert empfohlen, den Sachverhalt zuerst mit der Gemeinde zu erörtern."

Der Bürgermeister von Bad Schlema nennt den Vorgang "sehr merkwürdig". "Da reden wir immer über Zusammenarbeit und dann werden solche Spielchen hinter dem Rücken getrieben", so Jens Müller (Freie Wähler). Auch wenn Seifert nur Ideen aus der Bürgerschaft aufgriff, sei das eine massive Einmischung in die kommunalen Angelegenheiten. "Das ist eine Sauerei." Von dem Ansinnen seines Amtskollegen habe er aus dem Innenministerium erfahren, denn dorthin hatte sich Seifert offenbar zuerst mit der Frage nach einer Abspaltung gewendet.

Den Vorschlag, Wildbach von Bad Schlema zu trennen, bezeichnet Ortsvorsteher Reinhardt als absurd. "Das machen wir auf keinen Fall. Wir sind mit Bad Schlema gut gefahren." Seit 1994 ist Wildbach ein Ortsteil der Gemeinde. Zugleich bestätigt er, dass es in Wildbach viele Bürger gibt, die lieber eine Fusion mit Schneeberg als mit Aue sähen, vor allem unter den Jüngeren. Reinhardt selbst favorisiert Aue als Partner: "Schneeberg sieht sich als ein Gegenpol zu Aue. Besser wäre aber, wenn alle zusammenarbeiten."

Wie auch immer die Fusionsverhandlungen ausgehen, die Chancen für eine Abspaltung Wildbachs dürften jedenfalls gering sein. Laut Landratsamt ist die "Umgliederung eines Teils einer Gemeinde" nur aus Gründen des Allgemeinwohls genehmigungsfähig. Zum konkreten Beispiel heißt es, dass die Entscheidung aus den 1990-er Jahren Bestand hat, die bestehenden Ortsgrenzen also unangetastet bleiben.

 
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