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Ein Windsack schützt das Wetterradarsystem. Er wird auf Risse untersucht.

Foto: Uwe Mann

Die Radaranlage wird geputzt - drei Tage herrscht Funkstille

Die Antenne auf dem Auersberg ist weithin sichtbar. Am Dienstag stand der Riesenparabolspiegel still - Gelegenheit, ihn genauer zu inspizieren.

Von Heike Mann
erschienen am 17.05.2017

Eibenstock. Auf dem Monitor vor Udo Brummund sind die Flugbewegungen im Umkreis von 270 Kilometer rund um den Auersberg im Westerzgebirge zu sehen. Plötzlich sind die Koordinaten weg. Der Wartungsingenieur der Deutschen Flugsicherung (DFS) hat die Radaranlage abgeschaltet. Für drei Tage herrscht Funkstille auf dem Auersberg, die Jahreswartung ist fällig.

Fluggäste müssen aber keine Angst bekommen - Abstriche bei der Flugsicherung werden nicht gemacht. Lange im Voraus ist bekannt, wann die Anlage abgeschaltet wird. Europaweit koordiniert, übernehmen dann andere Anlagen die Aufgabe mit. Die insgesamt sechs Parabolspiegel für den Streckenverkehr in Deutschland haben jeweils eine Reichweite von 145 Nautischen Meilen, also 270 Kilometer. Kleinere Anlagen, zum Beispiel an den Flugplätzen in Leipzig und Dresden, haben Reichweiten von 60 Kilometer. Insgesamt betreibt die Flugsicherung deutschlandweit 38 solcher Radaranlagen. So wird eine sogenannte Doppel- beziehungsweise Dreifach-Überdeckung erreicht. Diese garantiert, dass die Daten ohne Unterbrechung von den Flugzeugen erfasst und an die Fluglotsen weitergeleitet werden.

Was monatlich beziehungsweise jährlich gewartet werden muss, schreiben die Hersteller der Anlagen und das Luftfahrtbundesamt vor. Das reicht vom Ölwechsel über die Untersuchung der Wasserkühlung für die Sender bis hin zum Wechsel von Wasser- und Luftfiltern. Bei der aktuellen Wartung wurde festgestellt, dass einer der Motoren, die die Parabolantenne bewegen, Öl verliert. Nur weil bei der Jahreswartung die 12 mal neun Meter große und 13 Tonnen schwere Antenne abgeschaltet wird, können die Monteure einer externen Firma den Motor reparieren. Für Wartungsingenieur Christian Ludwig Gelegenheit, den Zustand der Antennenträger zu prüfen. Blitzschläge können Metallteile schmelzen lassen, oder die Strahler werden verbogen, wenn die Anlage im Winter meterdick vereist ist. Bei dieser Arbeit steigt Ludwig bis in eine Höhe von 42 Meter - der Radarturm überragt den 18 Meter hohen Auersberg-Aussichtsturm aus dem Jahr 1860 um ein Vielfaches. "Wir haben den schönsten und höchsten Arbeitsplatz der Flugsicherung", sagt Ludwig.

Die Radaranlage auf dem 1018 Meter hohen Auersberg wurde 1996 von der Flugsicherung übernommen. "Der Standort bot sich aufgrund der Erreichbarkeit, der Infrastruktur und natürlich der Höhe an", begründet Stefan Jaekel, Medienbeauftragter der DFS, die damalige Entscheidung. Eine exponierte Lage, die schon das Ministerium für Staatssicherheit der DDR zu schätzen wusste. Das ließ ab August 1983 dort eine Radarstation errichten. Der Turm hatte damals noch eine Kuppel und wurde deshalb im Volksmund als "Stasi-Moschee" bezeichnet. Pläne der Gemeinde Wildenthal, die heute zu Eibenstock gehört, zur Umnutzung als Stasi-Museum oder Jugendherberge scheiterten.

Für 2017 rechnet die Deutsche Flugsicherung mit insgesamt 3,22 Millionen Flügen. Damit ist Deutschland der meistbeflogene Luftraum Europas. Die GmbH, die zu 100 Prozent dem Bund gehört, ist für die zivile Luftfahrt zuständig und versorgt die Fluglotsen mit Radardaten, damit diese Starts und Landungen koordinieren können. Die Dienstleistung wird von den Fluggesellschaften bezahlt.

 
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