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Heinrich Kohl - CDU, Oberbürgermeister von Aue

Foto: Georg Ulrich DostmannBild 1 / 2

FCE-Stadionübergabe: OB musste schweigen

Während der feierlichen Zeremonie zur offiziellen Fertigstellung des Erzgebirgsstadions hätte Aues Oberbürgermeister Kohl gern gesprochen. Das habe ihm Landrat Vogel aber nicht ermöglicht.

Von Thomas Liersch
erschienen am 10.02.2018

Aue. Es war ein erfreulicher Anlass, aus dem der Landrat Frank Vogel (CDU) vor zwei Wochen in Aue eine Rede halten konnte: Gemeint ist die Übergabe des neuen Fußball-Stadions vom Erzgebirgskreis an den Zweitligisten FC Erzgebirge Aue - vom Bauherren an den Nutzer. FCE-Präsident Helge Leonhardt fügte einige Worte des Dankes an.

Der ebenfalls anwesende Oberbürgermeister von Aue, Heinrich Kohl (CDU), hielt keine Rede. Während der jüngsten Stadtratssitzung in Aue erkundigte sich der parteilose Stadtrat Tobias Andrä, warum. Kohl erklärte, er habe sich beim Landrat zwar um einen Redebeitrag bemüht. "Aber ich hatte nicht einmal die Möglichkeit, mich zu bedanken." Stattdessen habe der Landrat in seiner Rede betont, dass Aue seine Million von den rund 20 Millionen Euro Gesamtkosten pünktlich gezahlt habe, als wäre die Stadt ein Schuldner. Andrä nannte es eine "Stillosigkeit sondergleichen", dass der OB nicht einmal die Möglichkeit eines Grußwortes erhielt. Viele Stadträte nickten.

Die Pressestelle des Landratsamtes teilt zum Thema schriftlich mit, es sei zu solchen Anlässen durchaus üblich, dass nicht alle geladenen Gäste zu Wort kommen. "Die Übergabeveranstaltung am 26. Januar 2018 war daher bewusst nicht mit Redebeiträgen überfrachtet." Auf Grußworte aller am Bau beteiligten Partner sei auch verzichtet worden.

Außerdem würden Protokolle belegen, dass OB Kohl nicht bei jedem Termin im Zuge des Stadionumbaus eine Rede hielt. Zum Baubeginn im Dezember 2015 habe er gesprochen, im August 2016 bei der Grundsteinlegung zur Haupttribüne nicht. "Das wurde auch nie kritisiert", heißt es in der Mitteilung. Dass OB Kohl am 26. Januar kein Grußwort sprach, sei also "nichts Ungewöhnliches".

Schließlich widerspricht das Landratsamt der Darstellung von OB Kohl im wichtigsten Punkt: "Fest steht auch, dass Herr Oberbürgermeister Kohl im Zeitraum vor der Übergabeveranstaltung Herrn Landrat Vogel seinen Wunsch nach einem Redebeitrag zur feierlichen Übergabe nicht persönlich mitgeteilt hat." Man sehe das Thema damit als abgeschlossen an. Auf Deutsch: Weitere Nachfragen sind unerwünscht.

OB Kohl hält entschieden an seiner Darstellung fest: Er persönlich habe Landrat Vogel zwei Wochen vorher gefragt, ob er ein paar Worte zur Stadionübergabe sagen könne - und der Landrat habe geantwortet, das sei nicht vorgesehen, er werde sich aber bei der Stadt bedanken.

Zugleich ist Kohl darum bemüht, die Wogen nicht unnötig hoch schlagen zu lassen: "Ich fühle mich nicht übergangen." Das sei lediglich von Dritten im Stadtrat so gesehen worden. Diese Diskussion habe er eigentlich gar nicht haben wollen. Er bedauere nur, dass er sich nicht öffentlich beim Landkreis bedanken konnte. Der Landrat aber sei der Einlader zu der Veranstaltung gewesen und könne deshalb entscheiden. "Er ist der Chef", sagt Kohl. Dass die Zahl der Redner begrenzt werden musste, verstehe er.

 
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