Heimspiel im Schneeberger Lichterglanz

Ihr Lichtelfest haben die Bergstädter am Wochenende gefeiert. Höhepunkt war die Bergparade mit 552 Habit-Trägern und Musikanten. Die Dunkelheit verleiht ihr erneut ganz besonderen Reiz.

Schneeberg.

Eine Stadt erstrahlt im Lichterglanz, bergmännische Tradition lebt auf. Einzig was fehlt ist Schnee, um dem Ganzen die weiße Krone aufzusetzen. Das Lichtelfest, Höhepunkt der Adventszeit in Schneeberg, hat am Wochenende zahlreiche Besucher ins Zentrum gelockt. Auch von weither. Begeistert erklärt Irmgard Tritt (82) aus Bonn: "Wir sind mit dem Seniorenverein viel unterwegs und jetzt erstmalig beim Lichtelfest. Wir waren gespannt auf Schneeberg und die Traditionen und finden es ganz toll."

Höhepunkt des Lichtelfestes ist zweifelsohne jedes Jahr die große nächtliche Bergparade, die auch gestern Abend wieder lief. Dazu hatten sich 22 Vereine des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine zusammengefunden. 552 Teilnehmer, 360 Habit-Träger und 192 Bergmusikanten, liefen auf. Die Paradeleitung hatte Ray Lätzsch, der Vorsitzende der Bergbrüderschaft "Schneeberger Bergparade" und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes. Der Schneeberger weiß: "Paraden, die in der Dunkelheit stattfinden, sind immer etwas Besonderes. Zudem ist es sehr schön, wenn wir mal ein Heimspiel haben und durch den Bergaufzug von Neustädtel nach Schneeberg eine Brücke geschlagen wird. Wenn wir von der St. Wolfgangskircheauf dem Markt aufmarschieren, dann ist das schon sehr eindrucksvoll und ein tolles Ambiente." Die Parade zieht automatisch die Blicke auf sich. Ray Lätzsch erklärt: "Als Schau-Objekte sehe ich uns trotzdem nicht, sondern vielmehr als Leute, die bergmännisches Brauchtum pflegen und nicht vergessen haben, wo das Land Sachsen seine Wurzeln hat."

Mehrfach im Einsatz am Lichtelfest-Wochenende war das Musikkorps der Bergstadt Schneeberg, das in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum gefeiert hat. Das Lichtelfest ist neben dem Jubiläumskonzert ein Höhepunkt. Jens Bretschneider, der Vorstandsvorsitzende: "Wir sind im Dezember sehr viel unterwegs, bei Bergparaden dabei und geben Weihnachtskonzerte. Das Lichtelfest ist immer etwas Besonderes, weil es unser Heimspiel ist. Und auch die Konzerte in der Kirche, schon allein wegen der Akustik. Schlichte Weihnachtslieder in der Atmosphäre von St. Wolfgang und auch im Zusammenspiel mit der Orgel, das schafft schon ein Gänsehaut-Gefühl. Man muss Weihnachten nicht jedes Jahr neu definieren. Wir spielen gern die gleichen Lieder." Der Landesbergmusikdirektor, der beim Schlusszeremoniell der Bergparade vorstand, schwärmt: "Die unterschiedlichen Habits, die Lichter, das Publikum - das ist immer wieder ein fantastisches Bild und lässt alle Anstrengungen vergessen."

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