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In der Schneeberger Tafel können Bedürftige Lebensmittel für kleines Geld kaufen. Mitarbeiterin Vicki Gräfe hilft den Gästen gern bei der Auswahl.

Foto: Georg Ulrich Dostmann

Keine schöne Bescherung: Tafel drohen harte Einschnitte

Der Arbeiterwohlfahrt fehlen Arbeitskräfte und Geld. Deshalb stehen zwei Einrichtungen für Bedürftige in der Stadt Schneeberg vor einer ungewissen Zukunft. Die CDU-Fraktion will helfen.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 07.12.2017

Schneeberg. Hiobsbotschaft mitten in der Adventszeit: Der Tafel und der Kleiderkammer in Schneeberg drohen womöglich das Aus. Das berichtete jetzt der CDU-Politiker Matthias Preiß in der jüngsten Stadtratssitzung. Weil die Arbeiterwohlfahrt Erzgebirge (Awo) als Betreiber der beiden Einrichtungen die geförderten 1,50-Euro-Jobs gekürzt worden seien und somit auch weniger Sachkosten fließen, zeichne sich womöglich ein Finanzierungsengpass ab. Die Folge: Beide Hilfszentren müssten ihre Arbeit einstellen.

Der Wohlfahrtsverband betreibt die Kleiderkammer an der Glück-Auf-Straße und die Tafel am Keilbergring seit über zehn Jahren. Jeden Monat werden dort Hunderte Bedürftige unter anderem mit Essen und Kleidung versorgt. Laut Preiß sind es im Jahr gut 14.000 Gäste, die versorgt werden. "Dass die beiden Einrichtungen schließen, geht deshalb gar nicht. Das würde ein riesiges Loch reißen. Da müssen wir etwas tun", forderte er und stellte im Namen der CDU-Fraktion im Stadtrat jetzt den Antrag, die Awo ab 2018 bei der Betreuung mittelloser Familien finanziell zu unterstützen.

Im Antrag ist die Rede von einem jährlichen Betrag von 10.000 Euro, wovon die eine Hälfte auf die Tafel entfallen soll, die andere auf die Kleiderkammer. Preiß dazu: "Eigentlich sehen wir bei der Finanzierung den Kreis und den Freistaat in der Pflicht. Aber wir wollen es nicht auf einen 'Crash' ankommen lassen."

Zuständig für die 1,50-Euro-Jobs ist der Landkreis, genauer das Jobcenter Erzgebirgskreis. Von einer Reduzierung der Hilfe für die Awo, erklärt ein Sprecher auf Nachfrage, könne aber keine Rede sein. Im Gegenteil: Tafel und Kleiderkammer in Schneeberg würden "durch das Jobcenter massiv unterstützt". Zugleich bestätigt er aber Probleme bei der Besetzung von Maßnahmen: "Die zurückgegangene Arbeitslosigkeit im Erzgebirgskreis führt verstärkt dazu, dass für verschiedene Angebote von Trägern nur noch sehr bedingt geeignete und förderungsbedürftige Menschen verfügbar sind."

Karsten Wilhelm ist Geschäftsführer der Awo Erzgebirge und bestätigt die Probleme. Die Anzahl der geförderten Arbeitsgelegenheiten, die er als "helfende Hände" bezeichnet, sei rückläufig - auch wegen der sinkenden Arbeitslosenzahlen. Das führe dazu, dass mehr Personal eingestellt werden müsste, doch dafür fehlt das Geld. "In Schneeberg haben wir mit der Tafel und der Kleiderkammer Bereiche, die sich selbst nicht selbst tragen. Dafür haben wir schon immer Fördergelder, Spenden und Zuschüsse nutzen müssen."

Dass Kleiderkammer und Tafel nun womöglich bald das Aus drohen, will Wilhelm aber so nicht bestätigen. Das Thema Arbeitsgelegenheiten sei nur ein Teil des Problems. Zugleich erklärt er: "Ohne Hilfe müssten wir Einschränkungen vornehmen und beispielsweise die Öffnungszeiten verkürzen." Über das Hilfsangebot der CDU im Stadtrat freut er sich deshalb. Das könne helfen, die Finanzierung künftig auf sichere Füße zu stellen.

Ob die Stadtverwaltung aber tatsächlich in die Bresche springt, ist noch offen. Bürgermeister Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika) kündigte auf der Stadtratssitzung an, den Antrag prüfen zu lassen. Im Januar nächsten Jahres wird sich der Stadtrat dann voraussichtlich erneut mit dem Thema beschäftigen.

 
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