Macht's noch einmal, Jungs: Aus Redewendungen werden Filme

Es ist ein paar Jahre her, dass drei Erzgebirger einen dummen Spruch wörtlich nahmen und unter die Filmemacher gingen. Inzwischen haben ihre Videos Hunderttausende gesehen, und das Trio arbeitet am vierten Film.

Lößnitz.

Sie sehen nicht aus, als kämen sie frisch von der Filmakademie oder als wöllten sie irgendwann dorthin. Patrick Konopka (34) aus Lößnitz, Christian Storch (35) aus Zwönitz und Hendrik Vogel (36) aus Gornsdorf sind drei bodenständige Erzgebirger. Tagsüber arbeiten sie in einer Papierfabrik, abends trinken sie ein Bier. Aber klar, sie haben ein verrücktes Hobby - diese Sache mit dem Filmemachen. Wenn sie für jeden Blick, den jemand im Internet auf ihre Videoclips geworfen hat, einen Euro bekommen hätten, wären sie inzwischen Millionäre.

Konopka, Storch und Vogel. Das klingt nicht wie Spielberg, Katzenberg und Geffen, doch 1,3 Millionen Klicks bei Youtube können sich diesseits von Hollywood sehen lassen, zumal das Ganze bloß ein Hobby ist. Vor ein paar Jahren saßen die Drei in einer fröhlichen Kollegenrunde. "Ich glaub', mein Schwein pfeift", sagte jemand. Ein anderer sinnierte, dass man "da mal einen Film drüber drehen" müsste. Konopka, Storch und Vogel waren abgedreht genug, genau das zu machen.

Seitdem verfilmen sie Sprichwörter und Redewendungen. "Wir haben uns einfach mal hingesetzt und ein paar aufgeschrieben, die sich eignen würden", erzählt Patrick Konopka. "Bald hatten wir 50 Seiten. Da wurden zwei Filme draus, und wir dachten, das war's, nun fällt uns nichts mehr ein. Aber es kommen immer neue Sprüche dazu."

Zurzeit arbeiten sie an ihrem vierten Film. "Am Anfang war der Uhrknall" soll Ende des Jahres herauskommen und wird von den Fans so sehr erwartet, dass das Trio ein Rechtfertigungsvideo online stellen musste, in dem erklärt wird, warum das so lange dauert. "Es ist ein Hobby und soll auch eines bleiben, doch ich glaube, wenn wir es in diesem Jahr nicht schaffen, müssen wir wegziehen", sagt Hendrik Vogel.

So seltsam es anmutet, dass ein Film nur aus Redewendungen bestehen kann - das Ergebnis ist ein Feuerwerk aus Witz und Esprit. "Man muss sich diese Filme drei- oder viermal ansehen, um alle Gags mitzubekommen", meint Christian Storch.

Das hat sich herumgesprochen. Bereits der zweite Film des Trios ("Noch fünf Minuten, Mutti") füllte bei seiner Premiere den Saal der Zwönitzer Agrargenossenschaft mit 400 Besuchern. Auch der neue Streifen soll wieder eine öffentliche Premiere erleben. Mit rund 15 Minuten wird es der längste bisher. Dahinter steckt eine Menge Aufwand. "An einem typischen Drehtag sind wir acht Stunden unterwegs und haben am Ende zwei Stunden Material, von dem zwei bis drei Minuten in den fertigen Film einfließen", erzählt Patrick Konopka.

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2Kommentare
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  • 0
    1
    mittelpunkt
    16.08.2016

    Wenn die nur auf Arbeit auch so locker und lustig wären...

  • 1
    0
    Luzifer
    16.08.2016

    Die Jungs sind einfach Kult.



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